Freibergerverband passt Qualifikationsmodus für die Schweizer Meisterschaften an

Neu sind nicht mehr 50, sondern nur noch 30 Prozent der Pferde an den Qualifikationsprüfungen klassiert und erhalten damit die Chance für eine Teilnahme am National FM. Ist es der richtige Ansatz, am Schaufenster der Freibergerrasse Kürzungen zu machen?

Künftig werden nur noch 30 Prozent der Pferde an den Qualifikationsprüfungen klassiert. Nur diese können sich ab diesem Jahr für die nationalen Meisterschaftsprüfungen in Avenches qualifizieren. Dies sei einerseits Sparmassnahmen, anderseits organisatorischen Aspekten geschuldet, erklärt Pauline Queloz, Geschäftsführerin des Schweizerischen Freibergerverbandes.

Die FM-Prüfungen in den verschiedenen Disziplinen erleben momentan einen enormen Zulauf. Dieses Interesse ist generell positiv, stellt aber die Organisatoren der Qualifikationsprüfungen und vor allem des National FM vor Herausforderungen.

Kapazitäten und Finanzen am Limit

«Im letzten Jahr verzeichneten wir einen Teilnehmerrekord und mussten am National FM einige Prüfungen im Springen und im Gymkhana auf zwei Tage verteilt durchführen», erzählt Pauline Queloz. Wenn es mit dem Ansturm so weitergehe, nehmen die Finalprüfungen bald eine ganze Woche in Anspruch, und dafür reichten die Kapazitäten des Organisationsteams definitiv nicht aus, hält sie fest.

Die Limitierung auf die besten 30 Prozent bedeutet ausserdem eine Angleichung an das Qualifikationssystem von Swiss Equestrian. Zudem handelt es sich um eine nationale Meisterschaft, an der sich, wie in anderen Sportarten ja auch, wirklich nur die allerbesten messen sollen. Mit dieser Entscheidung wird auch den Organisatoren der Qualifikationsprüfungen unter die Arme gegriffen. Für sie hat es ebenfalls finanzielle Konsequenzen, ob nun an 50 oder 30 Prozent der Teilnehmenden ein Preisgeld vergeben werden muss.

Die aktuell bedrängte finanzielle Lage des Verbandes hat aber klar eine grosse Relevanz für diesen Entscheid: «Ab 2027 müssen wir aufgrund von Beitragskürzungen des Bundes 300 000 Franken einsparen, was eine enorme Summe ist», unterstreicht Pauline Queloz.

Um diese Budgetkürzungen abfedern zu können, ist eine Arbeitsgruppe gegründet worden. Diese entwickelte Vorschläge, wo Einsparungen gemacht werden können. Alle Bereiche sind betroffen, nicht etwa nur der Sport. Einsparungen gilt es auch in der Zucht oder auf der Geschäftsstelle zu machen. Die Kombination all dieser Faktoren legitimiert für die Geschäftsleiterin die Kürzungsmassnahme am National FM.

Pauline Queloz, die Geschäftsführerin des Freibergerverbandes, steht hinter dem neuen Konzept des National FM.(Bild: SFV)

Schwierige Sponsorensuche

Mit Resignation hat diese Akzeptanz aber nichts zu tun. Selbstverständlich sei jeder einzelne Funktionär darum bemüht, zusätzliche Unterstützung für den Grossanlass zu finden. «Bei der riesigen Summe von 300 000 Franken reichen allerdings ein paar neue Sponsoren nicht aus», macht die gebürtige Jurassierin deutlich. Selbst mit dem neu erstellten Sponsorendossier sei es für diesen nationalen Event schwierig, Geldgeber an Land zu ziehen. Für die Qualifikationsprüfungen mit stark regionalem Bezug spüre sie eine deutlich grössere Unterstützung.

Höhen und Tiefen

Die Kürzungen, von denen der Schweizer Freibergerverband betroffen ist, seien drastisch, gibt Pauline Queloz zu. Sie reichen weit über diese Massnahme am jährlichen Schaufenster der Rasse hinaus. Deren Fortbestand in Gefahr zu sehen, findet sie allerdings überspitzt. «Der Freiberger hat schon so manche Höhen und Tiefen überstanden. Wir haben es mit einer im wahrsten Sinne des Wortes robusten Rasse zu tun», versichert die Leiterin der Geschäftsstelle. Die vielen Teilnehmenden an den FM-Prüfungen zeigen das grosse Interesse am Freiberger als sportlichem Begleiter, und auch bei den Züchtern sei die Passion nach wie vor riesig, versichert sie.