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Aargauer Auktion 2026: Auch Meisterzüchter kaufen in Brunegg ein

Villigers produzieren mit 55 Kühen und Melkroboter im Schnitt 12 000 Kilo Milch. 2026 wurden sie Meisterzüchter. Am 11. November 2026 schauen auch sie sich in der Vianco-Arena um.

Lukas und Mathilde Villiger aus dem aargauischen Alikon sind Meisterzüchter 2026. Und sie sind eng verbunden mit der Aargauer Auktion, die kommende Woche zum 67. Mal über die Bühne geht. Der Betriebsleiter des Buchackerhofs war bis vor einem Jahr im OK aktiv und hat schon einige Tiere verkauft.

Zuletzt trat er eher als gelegentlicher Käufer in Erscheinung. Zum Beispiel mit zwei Rindern, und im Frühling 2025 ersteigerte er Hellender Fitz Elodia. Eine Kuh, die ihm noch heute Freude macht im Stall, erklärt der Züchter am Telefon.

Wichtig sind das Euter und das Fundament

Bei den Rindern schaut das Betriebsleiterpaar auf die Kuhfamilie, bei den Kühen nebst dem «Papier» vor allem auf Euter und Fundament. Die Milchproduktion ist das wichtigste Standbein Villigers. Sie haben den Hof vor rund zehn Jahren von Lukas Eltern übernommen und produzieren auch Eier. Platz gibt es für 55 Holstein-Kühe und 50 Aufzuchttiere. Der Stallschnitt liegt bei 12 000 Kilo.

Jung- und Galtvieh wird geweidet, bei den laktierenden Tieren liegt dies mit nur einem Melkroboter nicht drin. Sie bewegen sich im BTS-Stall und bekommen eine TMR mit 50 bis 60 Prozent Maisanteil vorgesetzt.

Die Kühe werden nach Laktationsstadium in zwei Gruppen eingeteilt. Frischlaktierende Kühe, eine besonders sensible Tiergruppe, werden in einer kleineren Gruppe gehalten. So lässt sich ihr Gesundheitszustand genauer beobachten und Stress gezielt reduzieren.

Meisterzüchter Lukas Villiger im Stall bei seiner Holstein-Herde. Er setzt auf gute Leistungen und schaut auf korrekte Euter und ein gutes Fundament. (Bild: Holstein Switzerland)

Hohes Niveau an Exterieur im Aargau

Dass die Kühe auch bei hoher Leistung gesund bleiben, ist das Zuchtziel. An zweiter Stelle kommt das Exterieur. Hier liegt der Fokus auf Euter und Fundament. Im Aargau sei auch das Niveau des Exterieurs enorm hoch, so die Einschätzung von Lukas Villiger. An Schauen gehen sie einmal jährlich, und zwar mit zwei bis drei Kühen an der kantonalen Eliteschau. Auch bei der Aargauer Auktion bestechen die Tiere nicht nur durch Leistungsbereitschaft.

Reserven aus dem Vorjahr

Damit der pH im Pansen nicht in Schieflage gerät, gibt es beim Melken maximal 1,5 Kilo Kraftfutter. «Möglichst viel Futter an der Krippe», sollen die Kühe fressen, sagt Villiger. Die Ration berechnet er selbst, ein Kollege berät ihn vor allem bei den Mineralstoffen.

Beim Grundfutter ist die Lage Villigers überraschend gut. Der Mais sei gut bis sehr gut gelungen. Vom Grünland gab es noch Reserven von 2025. So konnten die zwei Schnitte, die es 2026 weniger gab, einigermassen aufgefangen werden. «Aber natürlich brauchen auch wir jetzt ein gutes nächstes Jahr», so Lukas Villiger.

Bei der Anpaarung schaut das Betriebsleiterpaar Villiger vor allem auf Schwächen bei den Kühen und versucht, diese mit dem passenden Stier auszumerzen. Dabei wird verschiedene Genetik eingesetzt. Viermal pro Jahr nehmen sich die Villigers bewusst Zeit, um Anpaarungen zu analysieren und die passenden Stiere für die nächste Generation auszuwählen. Killerkriterien sind Zuchtwert Milch und Euter. Aktuell hoch im Kurs seien «Mys Very», «Hinge» und «Auroch».

Gespannt auf die Preise

Die letzte Aargauer Auktion im März stand unter dem Stern der hohen Milcheinlieferungen. Mit 6650 Franken die teuerste Kuh war Katalog-Nummer 50, Kaeser GP-Mystery Mianda von Stefan Käser, Oberflachs AG.

Die dreieinhalbjährige Holstein-Kuh produzierte in erster Laktation 8127 Kilo und stand voll in Produktion. Der Durchschnittspreis der Kühe, vorwiegend HO und RH, von 3870 Franken, lag im Vergleich zum Vorjahr (4442 Franken) deutlich tiefer.

Genau wie die Verkaufsquote (89 % zu 97 %). Zu beachten gilt, dass an der Aargauer Auktion, organisiert von Holstein Aargau und SHВ Aargau, jeweils auch Vieh der Elite-Kategorie aufgeführt wird. Verkauft wurden zudem Rinder, Kälber und Embryonen.

Aargauer Zucht- und Nutzviehauktion

Nächste Zucht- und Nutzviehauktion von Holstein Aargau und Swissherdbook Aargau gibt es am 11. November 2026 , 20 Uhr, Besichtigung ab 19 Uhr, Vianco-Arena Brunegg.

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