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Diebstahl von GPS-Systemen: richtig vorbeugen und reagieren

Technische Geräte sind im Traktor oder im Mähdrescher wichtige Arbeitsinstrumente – aber auch beliebtes Diebesgut. Die Abteilung Kriminalprävention der Kantonspolizei Aargau gibt Tipps, wie gegen solche Diebstähle vorzugehen ist.

Sowohl Edgar Schwegler, Versicherungsberater beim Luzerner Bäuerinnen und Bauernverband, als auch Kirsten Müller, Geschäftsführerin des Verbandes Lohnunternehmer Schweiz, bestätigen, dass Entwendungen von GPS-Empfängern samt Monitoren aus Traktoren oder Mähdreschern schon seit einigen Jahren gehäuft vorkommen.

«Seit Ende Mai 2026 sind in der gesamten Deutschschweiz bereits 18 Fälle von solchen Diebstählen gemeldet worden», gibt Bernhard Hitz von der Kapo Aargau Auskunft. Am Werk sind keine Hobbygauner, sondern professionelle Banden, weiss der Fachmann aus der Abteilung Kriminalprävention.

Auf den Magen schlägt nicht nur, dass pro Diebeszug Geräte im Wert von bis zu 100 000 Franken entwendet werden. Sondern auch, dass diese während Arbeitsspitzen täglich im Gebrauch sind und mit deren Diebstahl ein Datenklau einhergeht.

Wichtige Vorkehrungen treffen

Natürlich ist es verständlich, dass ein Lohnunternehmen auf seiner Webseite seinen Maschinenpark detailliert präsentieren will. «Wenn herausgestrichen wird, welcher Mähdrescher mit welchen brandneuen elektronischen Geräten ausgerüstet ist, wird die Beute allerdings schon fast auf dem Silbertablett serviert», gibt Edgar Schwegler zu bedenken.

Nicht nur im digitalen Raum, sondern auch auf dem Hof oder Feld sollten die technischen Systeme möglichst unter Verschluss gehalten werden. Auch wenn es einen Mehraufwand bedeutet: Maschinen sollten immer abgeschlossen und der Schlüssel mitgenommen werden. Noch grössere Sicherheit bieten eine abschliessbare Scheune oder Maschinenhalle, in der die Traktoren und Mähdrescher nachts eingestellt werden können.

Die Abteilung Kriminalprävention der Kantonspolizei Aargau hat gemeinsam mit dem Verband Lohnunternehmer Schweiz ein Webinar zum Thema durchgeführt und einen Flyer für die Diebstahlprävention von GPS-Empfängern aus Traktoren erstellt. Darin rät sie, die abschliessbaren Maschinenhallen mit einem Sichtschutz auszustatten. Zusätzlich ist es ratsam, Rundumbeleuchtung mit Bewegungsmeldern zu installieren und die Halle mit einer Videoüberwachung und/oder Alarmanlage zu versehen.

«Werden die GPS-Systeme jede Nacht demontiert und an einem sicheren Ort verwahrt, ist das Risiko eines Diebstahls noch geringer», gibt Bernhard Hitz von der Kapo Aargau zu bedenken.

GPS-Empfänger und die dazugehörigen Monitore werden immer wieder von organisierten Banden entwendet.(Bild: BauZ)

Welche Versicherung bietet Schutz?

Auch beim Versicherungsschutz kommt es darauf an, ob die Geräte fest in der Maschine verbaut sind oder herausnehmbar sind. «Sind die Geräte eingebaut, sollten sie über die Motorfahrzeugversicherung versichert sein. Handelt es sich wiederum um herausnehmbare Geräte, die für verschiedene Maschinen eingesetzt werden, ist es ratsam, diese über die Betriebsversicherung als Inventar zu versichern», gibt Edgar Schwegler Auskunft.

Wichtig ist, dass der «einfache Diebstahl» in der Versicherung eingeschlossen ist. Nur dann greift die Versicherung auch bei Maschinen, die nicht abgeschlossen waren, mahnt der Versicherungsexperte.

Wenn es zum Diebstahl kam

Allen Bemühungen zum Trotz, auch wenn es zum Diebstahl kam, ist das richtige Vorgehen wichtig. Als Erstes soll die Polizei informiert und Anzeige erstattet werden. «Wichtig ist, dass der Tatort für die Spurensicherung unverändert belassen wird, an der Maschine darf möglichst nichts verändert und berührt werden, damit keine DNA-Spuren verunreinigt werden», mahnt der Kriminalpolizist Bernhard Hitz.

Danach muss der Diebstahl der zuständigen Versicherung gemeldet werden. Und schliesslich gilt es, auch den Hersteller (z. B. John Deere, Fendt) über den Raub zu informieren.

«Es hilft sehr, wenn genaue Angaben zu den entwendeten Geräten gemacht werden können», weiss Bernhard Hitz. Auskünfte über Hersteller, Modell, Seriennummer, Preis und Kaufdatum sind gefragt. Dazu bewahrt man am besten die Quittung der Geräte auf. Dank der genauen Angaben ist es dem Hersteller möglich, die GPS-Empfänger und Displays in ihren Systemen weltweit zu sperren, wodurch sie für Diebe und Käufer wertlos werden. Die Polizei kann die entwendeten Geräte im Fahndungssystem ausschreiben und die Versicherung hat Anhaltspunkte zu deren Wert.

Noch ein letzter wichtiger Tipp hält der Präventionsspezialist bereit: Falls eine Videoüberwachung besteht, muss das Videomaterial gesichert werden, bevor es gelöscht respektive überschrieben wird.

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