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Schärfere Begrenzung der Anhängelast

Am 1. Mai treten einige Neuerungen im Landwirtschaftlichen Strassenverkehr in Kraft. Am einschneidendsten dürften die neuen Vorschriften in Sachen Anhängelast sein.


von Adrian Krebs / pd
Publiziert: 04.05.2019 / 17:24

Das sogenannten Adhäsionsgewicht ist noch nicht sonderlich bekannt, aber dies dürfte sich mit der Einführung der Neuregelungen im Verkehr mit landwirtschaftlichem Gerät per 1. Mai 2019 sofort ändern. Das Adhäsionsgewicht bezeichnet das Gewicht auf den Antriebsachsen des Traktors. Es muss neu mindestens 22 Prozent des Betriebsgewichts der gesamten Komposition betragen (minimales Adhäsionsgewicht), wie es in einem Merkblatt des Schweizerischen Verbands für Landtechnik heisst.

Bisher war die Vorschrift lediglich, dass man mit dem Fuder bei 15% Steigung anfahren können musste, das war allerdings schwierig zu kontrollieren, da man namentlich im Flachland keine Steigung simulieren konnte. Neu braucht es für die Kontrolle nur noch eine Waage.

Gegensteuer mit Zusatzgewicht oder Einachs-Anhänger

Das neue Maximalgewicht kann wie folgt berechnet werden: Wenn beispielsweise ein Allradtraktor leer 5000 kg wiegt (22%), dann darf das Gewicht der gesamten Kombination maximal 22'727 kg (110%) betragen, die Anhängelast darf also maximal 17'727 kg betragen. Damit dürften einige Fuder leichter werden, als sie bisher unterwegs waren. Noch einschneidender ist die Regelung für Traktoren mit nur einer Antriebsachse. Nehmen wir erneut das Beispiel von unserem Traktor mit 5000 kg Gewicht. Auf der einzigen Antriebsachse lagern dann nur 2500 kg womit sich das zulässige Gesamtgewicht der Komposition auf maximal 11'364 kg reduziert.

Gegensteuer kann man geben, indem man dem Traktor Zusatzgewicht anhängt, die Pneus mit Wasser füllt oder einen Einachser anhängt, der zusätzliche Stützlast auf den Traktor ausübt. Nehmen wir einen Traktor mit Einachs-, Tandem- oder Tridemanhänger mit Leergewicht 5000 kg plus Stützlast 1500 kg ergibt sich ein Betriebsgewicht von 6500 kg, womit die gesamte Kombination aus Traktor und Anhängern maximal 29545 kg wiegen darf. Abzüglich Traktor bleiben somit 24’545 kg Anhängelast.

Vorderer Überhang und Bremsen

Daneben gibt es weitere Änderungen, über die bereits ausführlich informiert und disktutiert wurde:

Vorderer Überhang:
Vorübergehend angebrachte erforderliche Zusatzgeräte an land- und forstwirtschaftlichen Motorfahrzeugen sowie an gewerblichen Traktoren auf land- oder forstwirtschaftlichen Fahrten dürfen höchstens 5 Meter vor die Mitte der Lenkvorrichtung reichen. Die zulässige Achslast und die Tragfähigkeit der Reifen dürfen nicht überschritten werden.

Bei Frontanbaugeräten, welche 3 bis 4 m vor die Mitte des Lenkrades reichen, sind Seitenblickspiegel erforderlich die als Weitwinkelspiegel ausgeführt sind, quer angeordnet und eine Spiegelfläche von 500 cm2 aufweisen.

Bei Frontanbaugeräten, welche mehr als 4 m vor die Mitte des Lenkrades reichen, muss ein geprüftes Seitenblickkamera-System verwendet werden. Zusätzlich ist auf dem Frontanbaugerät mindestens ein gelbes Gefahrenlicht erforderlich.

Sowohl Seitenblickspiegel wie Kameras müssen möglichst weit vorne, aber maximal 2.50 m zurückversetzt, angebracht sein.

Bremsen:
Die Bremsanlage von land- und forstwirtschaftlichen Motorfahrzeugen und die Anschlüsse für die Anhängerbremse müssen der Verordnung (EU) Nr. 167/2013 und der delegierten Verordnung (EU) 2015/68 entsprechen.

Ist das Anschliessen von hydraulischen Zweileitungs- und Einleitungs-Anhängerbremsen vorgesehen, so muss der Steuerleitungsanschluss für beide Systeme kompatibel sein. Die Erkennung einer Einleiter-Anhängerbremse und die Einstellung des Bremsdrucks müssen selbsttätig erfolgen. Verboten ist neu das Anhängen von Einleitersystemen an Traktoren mit nicht-selbsttätigen Zweileitersystemen.

Ein Anschluss für eine Einleiter-Hydraulikbremse ist weiterhin zulässig, sofern das Fahrzeug mit einer pneumatischen Zweileitungsbremse ausgerüstet ist. Der Bremsdruck am Anschluss muss mindestens 130 bar und maximal 150 bar betragen.

Zugfahrzeuge mit einer bauartbedingten Höchstgeschwindigkeit bis 30 km/h und einer bewilligten Anhängelast für Anhänger mit Auflaufbremse bis 8000kg müssen nicht mit Anschlüssen für eine Anhängerbremse ausgerüstet sein.

Regelungen für neu angeschaffte Geräte

Im weiteren gibt es bei der Beschaffung von Neugeräten einige neue Hürden für die Importeure:

Traktoren:

  • Motorhauben und Abdeckungen dürfen sich nur noch mit Werkzeug öffnen lassen.
  • Es müssen zweiteilige Weitwinkel-Rückspiegel verbaut sein.
  • Wenn der Fahrer den Fahrersitz verlässt und die Feststellbremse ist nicht betätigt, muss eine akustische und optische Warnvorrichtung einschalten.
  • Beim Verlassen des Fahrersitzes muss die Zapfwelle automatisch ausschalten
  • Eine externe Aktivierung der Zapfwellenschaltung (Kotflügel) muss vorher in der Kabine bewusst frei gegeben werden.

Sicherheitsgurt: Traktoren und Motorkarren mit geprüfter Schutzeinrichtung gegen das Überrollen müssen mit Sicherheitsgurten ausgerüstet sein, die bei Strassenfahrten getragen werden müssen.

Transportanhänger:

  • Betriebsbremse ab 1500 kg Garantiegewicht.
  • Bis zu einem Garantiegewicht von 8000 kg genügt eine Auflaufbremse auf alle Räder wirkend.
  • Die Betriebsbremse muss als Zweileitersystem ausgeführt sein (hydraulisch oder pneumatisch).
  • Der Füllstand der Druckspeicher muss elektrisch überwacht werden.
  • Die Abbremsung muss 35% vom Gesamtgewicht betragen.
  • Müssen mindestens mit einen 3-stufigen manuellen Bremskraftregler ausgerüstet sein.

Transportanhänger 40km/h:

  • Die Abbremsung muss 50% vom Gesamtgewicht betragen.
  • Müssen mit einem automatischen, lastabhängigen Bremskraftregler ausgerüstet sein.

Arbeitsanhänger:

  • Benötigen ab 3500kg Garantiegewicht eine Betriebsbremse.
  • Benötigen bei eingetragener Nutzlast einen lastabhängigen Bremskraftregler.
  • Mit einem Laderaum dürfen Ladung mitführen, um während des Arbeitsprozesses erzeugtes oder benötigtes Gut vorübergehend aufzunehmen oder abzugeben. Die Nutzlast darf maximal 2/3 des Garantiegewichtes betragen. (Gilt für Feldspritzen, Säkombinationen etc. Die Nutzlast muss aber im Fahrzeugausweis und/oder auf dem Typenschild eingetragen sein).

Anhängekupplung:

  • Bei der hinteren Anhängekupplung von Anhängern gelten die gleichen Bestimmungen wie für Zugfahrzeuge.
  • Die Anhängekupplung muss stabil befestigt sein, sie muss drehbar sein und sie muss gekennzeichnet sein.
  • Die Anhängelast muss auf dem Typenschild und im Fahrzeugausweis des Anhängers eingetragen sein.
  • Verbindungseinrichtungen von Motorfahrzeugen und Anhängern mit einer bauartbedingten Höchstgeschwindigkeit von mehr als 15 km/h müssen gekennzeichnet sein.
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