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Seniorenmittagstisch auf dem Hof: Bis zu 45 Gäste geniessen Gemeinschaft

30 bis 45 Personen nutzen den Treffpunkt monatlich. Dies zeigt, dass Essen in Gesellschaft, gerade für ältere Menschen, ein Bedürfnis ist.

Ein Mittagstisch für Senioren auf dem Bauernhof – dieses Angebot haben Chantal und Samuel Bieri aus Trub BE im Frühling ins Leben gerufen. Jeweils am zweiten Dienstag im Monat können Personen ab 60 Jahren nach Voranmeldung ein feines Menü geniessen.

Sorge tragen zur älteren Generation

Chantal Bieri betont: «Wir sollten zur älteren Generation Sorge tragen und den Leuten etwas anbieten.» Die Voraussetzungen bei Bieris auf dem Hof sind dafür ideal, denn sie führen in den Hügeln oberhalb des Dorfes Trub das Schärmtanne-Beizli. Dieses ist von Mai bis Oktober jeweils am Sonntag von 10 bis 17 Uhr und für Gruppen ab 15 Personen auch an anderen Tagen geöffnet.

Für Samuel Bieri hat sich gezeigt, dass das Angebot gefragt ist und das Sozialleben der Teilnehmenden stärkt. Chantal Bieri erzählt, dass eine Frau aus dem Dorf jeweils das Auto vollpacke und sie mit vier anderen Frauen einen gemeinsamen Tagesausflug zum Essen im Schärmtanne-Beizli mache.

Saisonal, regional und hausgemacht

Die Senioren erfreuen sich für 25 Franken an einem Tagesteller und einem kleinen Dessert. Bei den Menüs legt Chantal Bieri Wert auf regionale und saisonale Herkunft. Das meiste ist hausgemacht. So auch Spätzli, Nudeln, Hacktätschli etc.

Den Seniorentag bestreitet Chantal Bieri zusammen mit ihrer Schwiegermutter Marianne Bieri. Letztere steht auch sonntags in der Küche, während Chantal für den Service zuständig ist. Zusätzlich wechseln sich zwei Frauen aus dem Dorf sonntags ab und helfen bei der kalten Küche aus. Da die Hausherrin das Wirtepatent besitzt, waren für das Angebot keine Bewilligungen nötig. Der Seniorenmittagstisch wird auch nicht von der Gemeinde oder der Kirchgemeinde unterstützt. Es ist ein privates Angebot, das selbsttragend sein muss.

Chantal und Samuel Bieri liegt das Wohl der älteren Generation am Herzen. Dass ihr Angebot mit dem Seniorentag so grossen Anklang findet, freut sie. (Bild: Andrea Wyss)

Praktische Gründe bei der Wahl des Wochentages

Das Angebot wird von Anfang an mit jeweils 30 bis 45 Teilnehmer(innen) gut besucht. Chantal Bieri freut sich: «Es läuft und ist mega schön!» Das Angebot läuft sogar so gut, dass der letzte Seniorentag dieses Jahres, der am 13. Oktober 2026 stattfindet, bereits ausgebucht ist. Bieris haben sich daher entschlossen, am 20. Oktober 2026 einen Zusatztag mit demselben Menü anzubieten.

Doch wie kam das Paar auf die Idee, einen Seniorentag anzubieten? Auf der Marbachegg LU gebe es ein ähnliches Angebot, das sehr gefragt sei, sagen die beiden. Offenbar sei das Essen in geselliger Runde ein Bedürfnis für Seniorinnen und Senioren.

Davon liess sich das Paar inspirieren. Der Dienstag wurde aus mehreren Gründen gewählt. Er folgt nicht direkt auf den Sonntag, viele Restaurants sind an dem Tag geschlossen, das Seniorenturnen im Dorf findet nicht an diesem Wochentag statt und zudem haben die Eltern der Gastgeberin an dem Tag Zeit, um bei der Kinderbetreuung auszuhelfen. Also alles ganz praktische Überlegungen, die zur Wahl des Dienstages führten.

Wo früher Schweine hausten, kann heute an gewissen Tagen gespeist werden. Nicht nur bei älteren Personen lädt das heimelige Ambiente zum Verweilen ein. (Bild: Privat)

Das ist das Schärmtanne-Beizli

Im Jahr 2018 hat Familie Bieri den Hof mitsamt dem darauf stehenden Schärmtanne-Beizli gekauft. Es ist kaum vorstellbar, dass das charmante Holzhäuschen mit Herzen an den Fensterläden und den Vorhängen einmal ein Schweinestall gewesen sein soll. Eine Tante von Samuel Bieri baute das Gebäude vor Jahren zu einem Lokal um. Den stillgelegten Betrieb des Beizlis nach dem Hofkauf wieder aufzunehmen, stand für Chantal und Samuel Bieri zunächst nicht im Vordergrund.

Doch eine Anfrage der Gemeinde, Teil der Truber Genusstour zu werden, änderte diese Einstellung. Chantal Bieri machte dafür extra das Wirtepatent. «Ich will eine saubere Sache haben», meint sie dazu. 2019 öffneten die beiden fortan das Beizli. Damals arbeiteten sie noch Vollzeit auswärts. Ein Jahr später kam Corona. Da der Beizlibetrieb ein Nebenerwerb war, schloss das Paar den Betrieb komplett bis 2023.

Seither ist das Beizli wieder geöffnet. Mit der Geburt der beiden Kinder Roman (6 Jahre) und Luca (knapp 3 Jahre) und der vermehrten Anfrage der Gästebewirtung gab Chantal Bieri ihre Arbeitsstelle auf. Nun widmet sie sich mit Herzblut den Gästen.

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