Gabriela Elmer Freuler strahlt, wenn sie über die Herstellung ihres Alpkäses spricht. «Der Käse ist für mich eine Art Lebewesen», schwärmt sie von ihrer Arbeit, die ihr die nationale Goldmedaille für den besten Glarner Alpkäse AOP eingebracht hat.
Käserin seit zehn Jahren
Seit zehn Jahren käst Gabriela, genannt Gabi, Elmer auf der Alp Empächli in Elm GL. Zusammen mit ihrem Mann Christian und einer Angestellten hat sie auch diesen Sommer die zwischen 1300 und 2100 m ü. M. gelegenen Alpweiden.
Dazu gehören für die Sennerin unzählige Stunden hinter dem «Chessi» und im Käsekeller. Eine Arbeit, die sie mit viel Faszination verbindet: «Der Käse verändert sich stetig, wie auch die Milch nicht immer gleich ist – das Endprodukt Alpkäse entstammt einem Handwerk mit ständig wandelnder, lebender Materie.» Freude und Stolz erfüllen sie jeweils auch beim Anblick zufriedener Kühe oder des wachsenden Bestandes im Käsekeller – für Gabi Elmer ein «Reichtum» nicht nur im materiellen Sinne.

Sinnbild für Kreisläufe der Natur
«Aber das Käsereihandwerk hat sich in den letzten 15 Jahren extrem gewandelt», sagt die 37‑Jährige und denkt dabei beispielsweise an die gewachsene Anzahl Proben oder die strengen Hygienevorschriften. Dennoch möchte die begeisterte Käserin den Qualitätsfortschritt, den diese Änderungen mit sich gebracht haben, nicht missen.
Für Gabi Elmer, die aus der Milch ihrer 43 Kühe bis zu 5,5 Tonnen Käse herstellt, ist das Endprodukt Sinnbild für Zusammenhänge und Kreisläufe der Natur. «Es fängt schon damit an wie der Umgang mit dem Boden ist, der das wichtige Grundfutter und somit erste Grundlage bietet.» Der Alltag in der Käserei unterscheidet sich zwar in den Abläufen nicht – aber die Milch, so ist sich Gabi Elmer sicher, sei je nach Wetter und Gras jeden Sommer anders.
Auf den warmen und trockenen Sommer 2026 blickt sie in dieser Hinsicht dankbar zurück. Durch das trocken gewachsene Gras waren auch die Gehaltteile in der Milch anders, was sich positiv auf die Verarbeitung auswirkte.
Es war ein Überraschungssieg
Obwohl Elmers mit ihrem Glarner Alpkäse stets guten Absatz fanden und in den vergangenen Jahren eine Stammkundschaft aufbauten, war Gabi Elmer völlig überrascht über den Anruf, der sie in den ersten Oktobertagen erreichte.
«Ich war beim Abzäunen z Alp und konnte mir zuerst gar nicht vorstellen, wieso mich der Geschäftsführer der Glarona Käsegenossenschaft anruft», erinnert sie sich lachend zurück. Seit einem Jahr führt Gabriela Elmer-Freuler in einem Co-Präsidium mit Rebekka Zimmermann die Genossenschaft und dachte daher nicht sofort an den Award. «Natürlich war ich völlig überrascht, als mir Hans Stadelmann zur Goldmedaille gratulierte.»
Nominierung durch Fachjury
Dass sich ihr Alpkäse bei der Vortaxation im Käsekeller der Glarona in Glarus unter den Favoriten befand, die am Award teilnahmen, wurde der Sennerin erst in diesem Moment klar. Jeweils fünf Käse von 28 Sennten wurde dabei unter fachkundiger Leitung auf Geschmack, Teigbeschaffenheit, und Äusseres beurteilt.
Zum schweizerischen Award gelangten so die besten elf Glarner Alpkäse. Die Silbermedaille, die sie schon vor zehn Jahren geholt haben, topen Elmers von der Alp Empächli, Elm, nun mit dem Swiss Cheese Gold Award für den besten Glarner Alpkäse AOP.

