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Über 100 Interessierte mit Digiflux-Fragen und ein bisschen Hoduflu-Nostalgie

Hofdüngerlieferungen werden seit Anfang Herbst in Digiflux erfasst. Fachleute vermittelten in Sursee Tipps und Tricks zur neuen Plattform. Das Bedürfnis war ebenso gross wie der Aufmarsch.

Hoduflu gibt es seit 2014. Das Internetprogramm des BLWs diente zur einheitlichen Verwaltung und Erfassung von Hof- und Recyclingdüngerlieferungen in der Schweizer Landwirtschaft. Damit wurden die Lieferscheine auf Papier abgelöst. Die allermeisten Lieferanten und Abnehmer, wie auch weitere Beteiligte wie Nährstoffbilanzrechner oder Kontrolleure, schätzten die Einfachheit des Programms. Auf das Nötigste reduziert, diente es der Sache. Und man gewöhnte sich daran.

Tipps und Tricks für den Digiflux-Start

Die Anwendung wurde nach rund zwölf Betriebsjahren per 1. September 2026 vollständig eingestellt und durch das neue Digiflux ersetzt. Um einen nahtlosen Übergang zu gewährleisten, wurden die bestehenden Daten und Buchungen der Jahre 2025 und 2026 automatisch in das neue System migriert.

Das habe offenbar reibungslos geklappt, war am Montagabend an einem Kundenanlass der Landi Sursee zu hören. Die ersten Wochen mit Digiflux waren dann trotzdem turbulent – für Landwirte, Superuser wie Landi-Fachleute ebenso wie für die kantonalen Landwirtschaftsämter. Fragen tauchten auf.

Digiflux hat Kinderkrankheiten

Das Bedürfnis nach einer Schulung war offenbar gross, weit über 100 Interessierte füllten den Saal im Bison-Park in Sursee LU. Anouk Bürgler von der Luzerner Dienststelle Landwirtschaft und Wald (Lawa) demonstrierte das Vorgehen live auf Grossleinwand. Anschliessend standen drei Lawa-Fachpersonen und Landi-Beraterinnen und Berater zur Seite, um an mehreren Arbeitsstationen bilateral zu helfen, während zeitgleich ein Dessert für bessere Stimmung sorgte.

Die Kritik am neuen Programm aus der Praxis ist gross. Viele tun sich schwer damit. Da viele Landwirtinnen und Landwirte im Raum Sursee eher tierintensiv unterwegs sind, verfügen sie wohl über reichlich Hoduflu-Erfahrungen. In anderen Regionen dürften also die Herausforderungen nicht kleiner sein, wenn nur gelegentlich Lieferungen erfasst werden. Digiflux hat noch einige Kinderkrankheiten und ist auch optisch nicht immer klar gebaut, wurde während der Präsentation offensichtlich.

Favoriten setzen im Programm

Aber das sollten Nebengeräusche bleiben. Ziel des Abends waren nämlich «Tipps und Tricks», denn Hoduflu ist nicht mehr und zurück zu Papier ist keine Option. Mit dieser Tatsache hat man sich zu arrangieren. Wer Hofdüngerlieferungen erfassen will, loggt sich auf agate.ch ein. Dort geht es weiter zur Anwendung Digiflux. Bereits auf der Startseite ist oben rechts die eigene Agate-Nummer. Diese gewinnt, wie auch die BUR‑Nummer, an Bedeutung.

Nach Namen suchen ist schwieriger geworden, auch, weil einige Betriebe mit mehreren Standorten erfasst sind. In diesem Fall sei immer der Ganzjahresbetrieb anzuwählen. Um der Liste der Fülle Herr zu werden, sei es bei Betrieben oder auch bei einzelnen Hofdüngerprodukten, lohne es sich, Favoriten zu bestimmen. Dazu wird jeweils auf den Stern geklickt.

Die Ansicht «Lieferungen» ist im Gegensatz zum alten Hoduflu nicht mehr eine Seitenübersicht, sondern Eingang und Ausgang werden unter separaten Laschen angezeigt. Weiterhin können natürlich Produkte ausgewählt werden, deutlich mehr als zuvor, und Gülle kann auch in Tonnen erfasst werden, was allerdings nicht praxisrelevant und eine Fehlerquelle sei, sagte ein Landwirt am Abend.

Nicht ganz ohne ist auch das Definieren eines betriebsspezifischen Produkts, zeigte Anouk Bürgler. Produkte können via Produktkatalog auf Agate eingesehen werden. Abnehmer können Lieferungen akzeptieren, ablehnen oder retournieren. Lieferanten können diese nachträglich noch stornieren oder innerhalb einer halben Stunde löschen, falls der Fehler rasch entdeckt wird.

Es soll noch nachgebessert werden

Der Saldo wird (noch) nicht übersichtlich dargestellt, sondern muss von Hand oder, wer’s kann, im Excel errechnet werden. Wer Hilfe braucht, kann einen Superuser definieren. Allgemein sei im Problemfall ein Telefon an die Landi diesen Herbst nicht das Dümmste, meinte Barbara Isaak von der Landi Sursee, die den Abend organisierte.

Im nächsten Herbst dürfte das Ganze nach hoffentlich diversen Anpassungen eher einfacher werden – und man wird sich daran gewöhnen. Im Bereich Pflanzenschutzmittel und Futtermittel steht bekanntlich eine freiwillige Teilnahme an Digiflux im Raum. Landi-Sursee-Geschäftsführer Martin Fuhrimann rät davon ab, wie die gesamte Fenaco-Landi-Gruppe.

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