Viehauktion Langenbruck: 50 Tiere trotz Trockenheit – Zukunft ungewiss

Trotz Futtermangel und sinkenden Preisen: Am 5. August 2026 kommen in Langenbruck 50 Tiere unter den Hammer. Wie lange es die Traditionsauktion noch gibt, ist offen.

Am 5. August findet in Langenbruck wieder die traditionelle Viehauktion statt. 50 Tiere sind angemeldet – Kühe und Rinder aus allen Zonen der Nordwestschweiz, wie Thomas Portmann, Präsident des Bergbauernvereins Langenbruck, sagt. Das Einzugsgebiet der Auktion reicht über Baselland, Solothurn und Aargau bis teilweise nach Luzern.

Die diesjährige Ausgabe steht im Zeichen der anhaltenden Trockenheit. Der akute Futtermangel drückt laut Portmann auf die Schlachtviehpreise. Seine Einschätzung: «Damit unter solchen Umständen gekauft wird, muss entweder das Tier exzellent – oder aber der Preis interessant sein.» Ob es dieses Jahr eine gute Auktion werde, sei deshalb offen. Aktuell deute nichts darauf hin, dass sich die Trockenheit bis zum Auktionstag noch entspanne.

Früher musste man noch Tiere abweisen

Der Bergbauernverein Langenbruck wurde 1945 gegründet, kurz nach dem Zweiten Weltkrieg, um die Interessen der Bergzonen-Betriebe auf den höheren Jurazügen zu bündeln. Die Auktion selbst wird seit rund 40 Jahren durchgeführt. Ihre Blütezeit erlebte sie laut Portmann in den 1980er- und 1990er-Jahren, als das Angebot professioneller Viehhändler wie Vianco oder Burgdorf noch nicht so ausgebaut war wie heute. «Damals wurden jeweils 120 bis 130 Tiere aufgetrieben – teilweise musste man sogar Tiere abweisen.»

Heute zählt der Verein rund 50 Mitglieder. Sein Zweck hat sich laut Portmann allmählich verschoben: Stand heute gehe es weniger um Selbsthilfe für Bergbauern als vielmehr darum, eine Brückenfunktion zwischen der Landwirtschaft und der Bevölkerung in Langenbruck und Umgebung – dazu zählt er auch Mümliswil-Ramiswil und Holderbank im Kanton Solothurn – herzustellen.

Zukunft bleibt ungewiss

Die Frage nach dem Fortbestand der Auktion steht laut Thomas Portmann seit Jahren regelmässig auf der Traktandenliste. Schon die Beschaffung der Tiere sei eine grosse Herausforderung: Für die Bauern bedeute es vermehrt Aufwand, ihre Tiere pünktlich für den Auktionstag bereitzumachen und selbst anzuliefern – und dies ohne jede Abnahmegarantie.

Mit grossen Auktionshäusern wie Vianco, die Tiere abholen, in hoher Kadenz auktionieren und eine Abnahmegarantie bieten können, könne man da nicht mithalten. Die Langenbrucker Auktion habe eher Volksfestcharakter.

Im Vorstand herrsche eher die Ansicht vor, dass man den Anlass irgendwann werde aufgeben müssen, so Portmann. «Gleichzeitig gibt es aber auch viele, die dies schade fänden und die Tradition unbedingt weiterführen möchten.» Ob Aufwand und Ertrag noch stimmen, stelle man sich immer wieder neu die Frage.

Möglicherweise sei der Ortsverein für diese Aufgabe schlicht zu klein – gerade bei der Werbung fehle die nötige Reichweite. Denkbar wäre laut Portmann, die Trägerschaft der Auktion auf einer höheren Stufe anzusiedeln.

Bodenständigkeit als Trumpf

Ihren Reiz zieht die Auktion laut Thomas Portmann gerade aus ihrer Bodenständigkeit. Die Teilnahme ist günstig: 50 Franken Auffuhrgebühr, bei abgeschlossenem Handel zusätzlich 30 Franken Handgeld. Wer mehrere Tiere mitbringe, fahre damit vergleichsweise günstig.

Anders als an grossen Auktionen, wo vor allem Spitzenmilchkühe mit hoher Leistung gefragt seien, finde man in Langenbruck auch währschaftes Nutzvieh – Tiere, mit denen man sich für eine grosse Auktion «eher weniger dafür hat», wie es Thomas Portmann formuliert. In der Region gebe es viele Weidebetriebe, für die Robustheit wichtiger sei als reine Leistung. «Starke, währschafte Nutztiere finden hier fast immer einen Käufer», sagt Portmann.

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