Als Lohnunternehmer ist Frank Amiet im Vorteil: Sämtliche Arbeiten, von der Bodenvorbereitung bis zur Saat, vom Pflanzenschutz bis zur Ernte, kann er selbst machen. «Als Lohnunternehmer dreschen wir in der Region an die 15 ha Soja», sagt er. «In unserer Region hat es recht viel.» Die Lage von 450 Metern über dem Meeresspiegel eignet sich gut für den Sojaanbau, der eine wärmeliebende Kultur ist.

Seit 8 Jahren baut er Soja an. Ursprünglich ist er auf diese Kultur gekommen, weil er im IP‑Suisse-Programm zu artenreichen Fruchtfolgen teilnimmt und noch eine Kultur zur Ergänzung suchte. Sein Soja geht zum Getreidezentrum Busswil in Busswil bei Büren BE. Es wird zu Proteinfuttermittel verarbeitet. Amiet führt einen reinen Ackerbaubetrieb mit 54 ha LN.
Betriebsspiegel:
Fläche: 54 ha LN
12 ha Rüben (Hauptkultur)
8 ha Raps
4 ha Soja
3 ha Mais
27 ha Getreide (Gerste /Weizen /Dinkel)
«Wenn die Voraussetzungen stimmen, ist Soja eine sehr einfache Kultur», sagt Amiet. «Mit Schädlingen habe ich kaum Probleme.» Mit einer geregelten Fruchtfolge ist der Druck durch Schädlinge gering. Was ihm weniger passt, sind die stark schwankenden Erträge. Je nach Jahr bewegen sie sich zwischen 25 und 40 dt pro Hektare.
«Soja reagiert sehr empfindlich auf Temperatur und Wasser. Letztes Jahr war super, da hatten wir über 40 Kilo, dann lohnt sich der Anbau», führt er aus, «aber das Jahr davor, als es so nass und kalt war, war es eine Nullrunde.»
Soja sollte rasch auflaufen, so startet es gut in die Saison
Er sät zwischen Anfang und Mitte Mai, ähnlich wie der Mais gesät wird. «Früher habe ich bereits im April gesät, doch davon bin ich wieder weggekommen», erklärt er Frank Amiet. «Soja sollte rasch auflaufen, dann startet es gut in die Saison. Wichtig ist vor allem, dass wir von Anfang an den Unkrautdruck im Griff haben.»
Amiet setzt für die Saatbeetvorbereitung den Pflug und die Scheibenegge ein. Mit der Direktsaat beim Soja hat er in seinen schweren Böden weniger gute Erfahrungen gemacht: Die Bodenvorbereitung hat einen hohen Stellenwert. Es braucht einen lockeren Boden, damit er gut durchwurzeln kann. Soja ist ein Pfahlwurzler, der bis zu 1,5 m tief wurzelt. Das kommt ihm jetzt, wo flächig die Niederschläge ausbleiben, zugute.

Das Walzen nach der Saat ist wichtig, nicht nur für den Bodenschluss, sondern auch im Hinblick auf die Ernte. Da das Schneidwerk bei der Sojaernte sehr tief liegt, um möglichst viele Schoten zu erwischen, braucht es eine möglichst ebene Oberfläche.
Amiet sät mit der Drillsaat auf 12.5 cm Reihenabstand. So schliessen die Reihen bald und der Unkrautdruck bleibt überschaubar. Andere Berufskollegen säen mit der Einzelkornsämaschine mit Reihen bis zu 50 cm Abstand. Gerade für die mechanische Unkrautbekämpfung im Bioanbau ist das eine gute Variante.
Er spritzt zweimal: einmal im Vorauflauf und einmal bevor die Reihen schliessen. Da die Pflanzen während des Abreifens wieder viel Licht auf den Boden lassen, ist es wichtig, die Kultur sauber zu halten: «Wenn beim Dreschen zu viel Unkraut drin ist, führt das zu Problemen», weiss der Lohnunternehmer. Geerntet wird in der Regel um Mitte Oktober. Amiet hat die Erfahrung gemacht, dass die Unterschiede durch frühes Säen oder frühe Sorten in seinen Lagen schlussendlich nicht viel ausmachen.

Kultur der Zukunft?
«Dieses Jahr sieht es sehr gut aus», freut sich Frank Amiet. In seinen schweren Böden war der Wassermangel beim Soja kein Thema. Sie konnte im Frühling gut durchwurzeln und so das Wasser aus der Tiefe holen. Auch mit der Hitze kann sie gut umgehen.
Dann wäre das doch eine Kultur für die Zukunft? «Bedingt», sagt Amiet. «Mit Hitze und Trockenheit kann sie gut umgehen.» Doch da der Klimawandel vor allem auch Wetterextreme beinhaltet, kann dies auch zu nassen und kalten Jahren führen, in denen die Erträge beim Soja nicht zufriedenstellend sind, so wie vor zwei Jahren.
«Sojaanbau ist deshalb risikoreich», sagt Amiet. Und das Saatgut ist teuer. Zudem muss es geimpft werden. «Früher haben wir das selbst gemacht. Das war eine Heidenbüez», führt Amiet aus. «Die Impfkultur verträgt kein UV-Licht, man musste das an einem dunklen Ort im Betonmischer mischen.» Nach dem Mischen sollte das Saatgut zeitnah in den Boden kommen. «Es ist auch vorgekommen, dass mir alles in der Sämaschine ‹verhocket› ist, und ich alles wieder rausnehmen musste», erzählt er lachend. Seit zwei Jahren gibt es vorgeimpftes Saatgut. Amiet ist froh darum.
Von der Fruchtfolge her passt Soja für Amiet ideal. Nach der Ernte im Oktober kommt bei ihm meist ein Wintergetreide als Folgefrucht. «Die Folgekultur profitiert enorm», bemerkt er. Er stellt auch fest, dass sich die Kultur deutlich besser entwickelt, wenn er das zweite oder dritte Mal auf der gleichen Parzelle anbaut. Die Knöllchenbakterien tun dem Boden gut.
Amiet bedauert, dass Speisesoja auf dem Markt nicht mehr gefragt ist: «Dann wären auch die Preise besser.» Doch in der Schweiz fehlt die Nachfrage.
Deckungsbeitrag Soja
| ÖLN | Bio | |
| Menge (dt/ha) | 28 | 24 |
| Preis (CHF/dt) | 60 | 168 |
| Ertrag (CHF) | 2680 | 5032 |
| Direktkosten | 906 | 1’004 |
| Vergleichbarere DB | 1774 | 4’028 |
| Deckungsbeitrag | 980 | 3136 |
| DB inkl. Beiträge | 1980 | 5335 |
Quelle: Agridea
Entwicklung der Anbaufläche (ha) in der Schweiz
| 2016 | 2017 | 2018 | 2019 | 2020 | 2021 | 2022 | 2023 | 2024 | 2025 | |
| Soja | 1765 | 1695 | 1801 | 1721 | 2032 | 2240 | 2895 | 3079 | 3269 | 3434 |
| Soja Bio | 384 | 284 | 307 | 444 | 744 | 925 | 1259 | 1300 | 1491 | 1599 |

