Für die Schweiz gibt es bisher keine vollständige und flächendeckende Bodenkarte. Solche Informationen sind jedoch wichtig, um die nicht erneuerbare Ressource Boden nachhaltig zu bewirtschaften. Der Kanton Waadt arbeitet deshalb seit mehreren Jahren daran, die vorhandenen Bodeninformationen zu verbessern – besonders im Hinblick auf die Landwirtschaft.
Die Erstellung von Bodenkarten ist allerdings sehr zeitaufwendig. Zudem muss sorgfältig überlegt werden, welche Methoden eingesetzt werden, um bestehende Informationslücken zu schliessen. Dabei werden sowohl ältere Daten genutzt als auch neue Bodendaten erhoben. So können wichtige Informationen ergänzt werden, die sowohl für die Landwirtschaft als auch für die Ausbildung von Bedeutung sind.
In ersten, noch begrenzten Pilotgebieten wurden mithilfe moderner Modellierungsverfahren und zusätzlicher Feldbeobachtungen verschiedene thematische Karten erstellt. Diese zeigen unter anderem:
- Bodenbeschaffenheit
- Wasserhaushalt des Bodens
- pH-Wert
- Nutzbare Wasserreserve
Die Karte zur nutzbaren Wasserreserve soll als Grundlage für die Planung und Durchführung der Bewässerung dienen. Die Karten der verschiedenen Bodentypen oder sehr heterogener Gebiete auf einer Parzelle sollen auch bei der Planung der Probenahme für Bodenanalysen helfen. Informationen über die besonders fruchtbaren Böden sollen dazu beitragen, diese langfristig zu erhalten.
Stéphane Burgos, Dozent Bodenkunde BFH-HAFL
Standpunkt
Bodenkarten helfen entscheiden
Aus Sicht des Kantons Waadt liefert die Bodenkartierung wichtige Daten für den Schutz und die nachhaltige Bewirtschaftung landwirtschaftlicher Böden. Die BFH-HAFL bietet hier wertvolle Unterstützung. Der gewählte Ansatz ermöglicht es, Entscheidungshilfekarten auf regionaler Ebene zu erstellen, die für die landwirtschaftliche Planung und die Abwägung von Interessen nützlich sind. Das Ganze kann unter kontrollierten Kosten und innerhalb angemessener Fristen umgesetzt werden.

Diese Karten sind zwar für detaillierte Anwendungen auf Parzellenebene (z. B. Entwässerung, Bewässerung, limitierende Faktoren) nicht präzise genug, ermöglichen es jedoch, je nach Projekt und Problemstellung die Bereiche zu identifizieren, in denen zusätzliche Untersuchungen erforderlich sind. Sie bieten somit eine operative Grundlage, um landwirtschaftliche Massnahmen angesichts der erhöhten Risiken durch extreme Wetterereignisse wie Dürre, Oberflächenabfluss und Erosion auszurichten. Zudem wird die Umsetzung territorialer Ansätze zur Regenerierung der Wasserkreisläufe in Zusammenarbeit mit den Akteuren vor Ort unterstützt.

