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Der Sommerschnitt fördert die Vitalität der Bäume

Im Sommer nach der Ernte ist der richtige Zeitpunkt für den Schnitt von Steinobst. Gezielte Schnittmassnahmen nach der Ernte können die Vitalität Bäume fördern und Infektionen vermindern.

Einer der Gründe, weshalb Steinobst im Sommer geschnitten werden sollte, ist die Tendenz älterer und grösserer Äste zur Verkahlung an der Basis. Der Neuzuwachs erfolgt dann häufig nur noch am Triebende. Werden grosse und dominante Äste nicht entfernt, werden die darunterliegenden Äste in ihrer Entwicklung gehemmt, wodurch kahle Astpartien entstehen.

Mit dem Sommerschnitt können beim Steinobst Infektionen wie Pseudomonas oder der häufig auftretende «Harzfluss» (Bakterium) verringert werden, da die Schnittstellen im Sommer schneller abtrocknen. Der Schnitt nach der Ernte (August/September) ist besonders bei stark wachsenden oder älteren Kirschbäumen wichtig. Da die Bäume durch den Schnitt eine kleinere Assimilationsfläche besitzen, treiben sie im folgenden Jahr weniger stark aus.

Bei heutigen Steinobstanlagen auf schwach wachsenden Unterlagen sind Schnitteingriffe im Sommer weniger bedeutend. Viele neue Sorten tragen an der Basis der ein- und zweijährigen Triebe die qualitativ schönsten und grössten Früchte. Deshalb wird bei der Schnittmassnahme gezielt in die Blütenknospen geschnitten. Dabei werden einzelne zwei- oder mehrjährige Triebe entfernt, wodurch das Fruchtholz reduziert wird. Die verbleibenden Früchte werden dadurch besser ernährt und belichtet.

Der Schnitteingriff staut die Assimilate und wirkt einer Verkahlung an der Basis der Fruchtäste entgegen. Diese Massnahme sollte nicht systematisch, sondern nur bei älteren Ästen mit flachem Astansatz und vielen Blütenknospen durchgeführt werden. Beim Steinobstschnitt wird ein Zapfen stehen gelassen. Dadurch wird das Zurücktrocknen bis in den Stamm verhindert und die Entwicklung flach wachsender Jungtriebe gefördert. Der Zapfen sollte etwa dreimal so lang sein wie der Durchmesser des abzuschneidenden Astes.