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Saisonarbeitskräfte in der Landwirtschaft: Welche Möglichkeiten Betriebe haben

Wenn die Ernte beginnt, zählt jeder Tag. Doch nicht immer reichen die eigenen Arbeitskräfte aus. Je nach Betrieb kommen verschiedene Lösungen infrage.

Familien bilden auf vielen Betrieben weiterhin das Rückgrat der Ernte, zusätzliche Arbeitskräfte sind jedoch oft unverzichtbar. Viele Betriebe setzen dabei auf langjährige Saisonarbeitskräfte aus Osteuropa.

Wer Erntehelfende direkt anstellt, übernimmt allerdings auch die Rolle des Arbeitgebers. Dazu gehören nicht nur Arbeitsverträge sowie die Organisation von Unterkunft und Verpflegung. Zu den gesetzlichen Pflichten zählen auch die Anmeldung bei den Sozialversicherungen, die Beiträge an AHV, IV, EO und die Arbeitslosenversicherung sowie die obligatorische Unfallversicherung. Gegebenenfalls kommen die Quellensteuer sowie die berufliche Vorsorge (BVG) hinzu. Ob eine berufliche Vorsorge erforderlich ist, hängt vom Alter, von der Beschäftigungsdauer und vom Einkommen der Mitarbeitenden ab. Zudem muss die Lohnfortzahlung im Krankheitsfall sichergestellt werden.

Viele Landwirtschaftsbetriebe decken die Versicherungen ihrer Mitarbeitenden über die Globalversicherung der Agrisano ab. Für ausländische Saisonarbeitskräfte sind zudem die ausländerrechtlichen Bewilligungen und Meldepflichten zu beachten. Für viele Familienbetriebe bedeutet dies einen beträchtlichen administrativen Aufwand.

Unterstützung bei der Personalsuche

Einige Betriebe greifen bei der Suche nach Arbeitskräften auf Vermittler zurück. Diese können helfen, Kontakte herzustellen und bestehende Netzwerke zu nutzen. Wichtig ist dabei, Zuständigkeiten und Verantwortlichkeiten im Voraus klar zu regeln.

Ein Beispiel hierfür sind die von Agrimpuls koordinierten Praktikumsprogramme für ausländische PraktikantInnen. Sie ermöglichen landwirtschaftlichen Betrieben zusätzliche Unterstützung im Betriebsalltag. Voraussetzung ist jedoch eine frühzeitige Planung, da die Praktika in der Regel vier Monate dauern und die Vermittlung etwa drei Monate vor Stellenantritt erfolgt.

Ganze Dienstleistungeneinkaufen

Eine weitere Möglichkeit besteht darin, nicht einzelne Arbeitskräfte zu suchen, sondern ganze Dienstleistungen einzukaufen. Spezialisierte Anbieter übernehmen Personalplanung und Organisation und führen Arbeiten im Rahmen von Dienstleistungs- oder Werkverträgen aus. Für den Auftraggeber steht dabei die Ausführung einer klar definierten Leistung im Vordergrund.

Zu den bestehenden Angeboten zählt die Lohnjäterei von Brunner Eichhof. Der Dienstleister übernimmt verschiedene landwirtschaftliche Handarbeiten, darunter Jät-, Ernte- und Rebbauarbeiten, und ermöglicht es Betrieben, saisonale Arbeitsspitzen durch den Einsatz externer Arbeitskräfte zu bewältigen.

Ein Patentrezept gibt es nicht. Ob Saisonarbeitskräfte, Vermittler oder Dienstleistungen – die passende Lösung hängt von Betriebsgrösse, Arbeitsumfang und verfügbaren Ressourcen ab. Fest steht: Betrieben stehen verschiedene Wege offen. Wichtig ist, frühzeitig nach passenden Lösungen zu suchen.