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Salbei verscheucht Kälberdurchfall

Salbei würzt das Essen und ist verdauungsfördernd. Als Tee hilft die Pflanze gegen Durchfall, äusserlich aufgetragen gegen Verletzungen im Maul. Mit dem Rauch von Salbei lassen sich Ställe desinfizieren.

Salbei kommt vom lateinischen Verb salvere, das «gesund sein, gesund bleiben, sich wohl befinden» bedeutet. Michelle Krügel, Drogistin und Inhaberin von «üsi drogerie» in Münsingen BE, erzählt, dass Salbei eine lange Tradition als Heilpflanze habe. Den Spruch «Hast du Salbei im Garten, kannst auf den Tod du lange warten» sei schon an der «Schule von Salerno» zwischen dem 11. und dem 13. Jahrhundert bekannt gewesen. An dieser italienischen Medizinschule wurde unter anderem die Wirkung der Heilpflanzen erforscht.

Salbei wirkt nachgewiesen appetitanregend und verdauungsfördernd – deshalb wurde die Pflanze früher wie Pfeffer in die Speisen gemengt. Für die italienische Küche ist Salbei bis heute ein wichtiges Kraut, das Fisch-, Fleisch- und Gemüsegerichte würzt.

Im Ratgeber «Kräuter für Nutz- und Heimtiere» gibt es eine ganze Reihe von nachgewiesenen Wirkungen. Dazu gehört auch die antibakterielle und antivirale Wirkung. Salbei wirkt auch gegen Pilze, ist entzündungshemmend, zusammenziehend und blutstillend. Wissenschaftlich empfohlen wird Salbei bei Verdauungsstörung oder Verdauungsbeschwerden, vermehrtem Schwitzen und Entzündungen der Maul- und Rachenschleimhaut.

Der Rauch von Salbeiblättern hilft gegen Viren und desinfiziert den Stall

Auf eine spezielle Verabreichungsform weist Michelle Krügel hin: Sie hat sehr gute Erfahrungen gemacht, wenn sie bei Kälberdurchfall den Stall mit Salbei ausgeräuchert hat. «Das wirkt gegen die Viren», sagt sie.

Gemäss dem Ratgeber «Kräuter für Nutz- und Heimtiere» kommen zum Desinfizieren und Reinigen von Ställen und Wohnräumen durch Räuchern zum Salbei noch Lavendel, Wacholder oder Weihrauch dazu.

Wem es nicht ganz geheuer ist, mit einem rauchenden Kessel durch den Stall zu schreiten, darf Salbei auch als Tee verwenden. Das hilft gegen Magen-Darm-Störungen bei Kälbern. Teilweise wird empfohlen, den Salbei drei Minuten kochen zu lassen und nicht nur zu überbrühen.

Zur Vorsicht rät Michelle Krügel bei tragenden Tieren: «Salbei kann wehenfördernd wirken.» Zu beachten ist auch, dass Salbei eine Wirkung auf die Milchleistung hat: «Wird Salbei verfüttert oder trinkt ein Tier literweise Salbeitee, kann dies die Leistung heruntersetzen», sagt die Drogistin. Diese Wirkung können LandwirtInnen nutzen, wenn es darum geht, Milchstauungen und daraus resultierende Euterentzündungen zu verhindern.

Salbeitee regt die Verdauung an, hilft gegen Durchfall und stärkt das Immunsystem

Bei einer Entzündung in der Maulhöhle, kleineren Verletzungen oder Entzündungen der Haut wird Salbei nur gebrüht und nicht gekocht: Zur Förderung der Wundheilung oder bei Hautpilz die Salbeiblätter in einem Topf mit kochendem Wasser übergiessen (Verhältnis 1:10), mit einem Deckel zudecken und zehn Minuten ziehen lassen.

Den abgeseihten und abgekühlten Tee zweimal täglich auf die betroffenen Hautbereiche aufsprühen oder auftragen. Wichtig ist, den Salbeiaufguss täglich neu zuzubereiten.

Gerade in der kalten Jahreszeit brauchen Kälber vielleicht etwas Stärkung. Dann übergiesst man 1 Teil Salbeiblätter mit 20 Teilen kochendem Wasser und lässt den Tee zugedeckt mindestens zehn Minuten ziehen. Von diesem Tee bekommen Kälber dreimal täglich 300 bis 400 ml, drei bis fünf Tage lang.

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Steckbrief Salbei

(Salvia officinalis) -Mehrjähriger, 30 bis 80 cm hoher Halbstrauch mit verholzten Zweigen. - Gedeiht am besten an sonnigen und warmen Standorten. - Bevorzugt trockene, durchlässige, eher magere und kalkreiche Böden. - Eignet sich als Topfkultur. - Geerntet werden die Blatttriebe, die eine Handbreit über dem Boden abgeschnitten werden. - Zum Aufbewahren die Blätter von den Stängeln zupfen und an einem schattigen Ort trocknen lassen. Blätter nach dem Trocknen unzerkleinert aufbewahren.

Anwendung

Salbei kommt als Tee oder zum Räuchern zum Einsatz. Vom Einsatz bei tragenden Tieren wird abgeraten. Innerlich kommt Salbeitee bei Magen-Darm-Problemen zum Einsatz, äusserlich vor allem bei Entzündungen des Mauls, kleineren Verletzungen und Entzündungen der Haut. Tee: 1 Teil Salbei und 10 Teile Wasser. Bei Magen-Darm-Störungen von Kälbern hat sich die Gabe von 300 bis 400 ml Tee (1:20) dreimal täglich über drei bis fünf Tage bewährt. Räuchern: Zur Reinigung und Desinfektion des Stalls Salbeiblätter in einem Eimer auf glühende Kohle geben.

Haftungsausschluss

Die Informationen zur Pflanze, zu deren Wirkung und das Anwendungsbeispiel sind eine Zusammenstellung aus verschiedenen Quellen. Die Wirkungen und Nebenwirkungen sind nicht vollständig aufgelistet. Die Schweizer Agrarmedien AG übernimmt keinerlei Haftung für die Folgen der Anwendung.