Am Betrieb von Christian Kuhn, der sich mit dem Einsatz organischer Dünger beschäftigt, gaben Fachmitarbeiterin Katja Maurer gemeinsam mit Geschäftsführer Patrick Schödler Einblicke in die praktische Arbeit rund um Kompost und organische Düngung im Ackerbau. 

Im Zentrum stand dabei weniger die ausgebrachte Menge als vielmehr die Qualität des Materials. Der verwendete Kompost weist einen Fremdstoffanteil von unter 0,05 Prozent auf, verfügt über eine Bio-Zulassung und wird regelmässig kontrolliert. 

Organischer Dünger verlangt viel Planung

«Die Schwermetallwerte liegen deutlich unter den Grenzwerten», hiess es von den Experten. Gleichzeitig wurde aufgezeigt, welchen Beitrag Kompost zum Aufbau organischer Substanz und zur langfristigen Verbesserung der Bodenfruchtbarkeit leisten kann. 

Der organisch gebundene Stickstoff darin wird dabei nach und nach mineralisiert. Entscheidend sei jedoch eine möglichst oberflächliche Einarbeitung, damit ein aerober, also ein sauerstoffabhängiger Verrottungsprozess stattfinden könne. 

Deutlich wurde auch, dass der Einsatz organischer Dünger viel Planung verlangt: Kurze Einsatzfenster, die Befahrbarkeit der Böden und die betriebliche Nährstoffbilanz müssen laufend aufeinander abgestimmt werden.

Pflanzenschutz im Spannungsfeld von Wetter und Schädlingen

An diese Überlegungen knüpfte Markus Hochstrasser von der Fachstelle für Pflanzenschutz am Strickhof an, der gemeinsam mit Remo Dähler von Agroline (Fenaco Pflanzenschutz) verschiedene Aspekte des Pflanzenschutzes einordnete. 

Im Zentrum standen insbesondere die Herausforderungen im Raps, wo der Schädlingsdruck weiterhin hoch bleibt und vor allem der Erdfloh viele Betriebe stark beschäftigt. 

Es wurde deutlich, dass die Witterung einen entscheidenden Einfluss hat: Trockenheit nach feuchten Perioden kann die physiologische Knospenwelke zusätzlich verstärken, während generell auch Nässe und wechselhafte Bedingungen die Pflanzenschutzstrategien erschweren.

Neben dem Erdfloh wurden auch Problemgräser wie Ackerfuchsschwanz sowie Fragen zur Herbizidwirkung diskutiert. Hochstrasser betonte dabei, dass trotz neuer Beizlösungen die Grundlagenarbeit zentral bleibt und insbesondere die Feldhygiene den Schädlingsdruck deutlich reduziert.

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Maisbau verlangt flexible Lösungen

Im Maisbau zeigt sich, dass Standort und Witterung den Feldaufgang und die Bestandesentwicklung stark beeinflussen. Till Birk von UFA-Samen zeigte typische Probleme wie ungleichmässigen Aufgang und Krähenfrass, während Remo Dähler auf die regelmässige und witterungsabhängige Ausprägung solcher Schäden hinwies. 

Als Gegenmassnahmen wurden tiefere Saat (im Biolandbau bis ca. 8 cm) sowie alternative Ansaat- und Walzverfahren diskutiert, wobei bei trockenen Bedingungen Zurückhaltung beim Walzen empfohlen wurde.

Auch die Nährstoffversorgung wurde kritisch eingeordnet. Während Agroscope für Mais rund 200–210 kg N/ha Entzug berechnet hat, liegt die GRUD-Norm deutlich tiefer bei etwa 110 kg N/ha. Die Differenz wird mit einer angenommenen N-Nachlieferung aus der Mineralisierung von Humus erklärt, die jedoch standortabhängig ist und insbesondere in viehlosen Betrieben nicht immer ausreicht. 

Die Nmin-Methode zur genaueren Bestimmung ist zwar vorhanden, aber in der Praxis aufwendig und kostenintensiv. Zudem wird aufgrund zunehmend trockener Frühjahre häufig die gesamte N-Gabe bereits vor der Saat ausgebracht.

Pflanzenschutz bei eher kühlen Tageszeiten

In der Praxis zeigte sich zugleich der Trend zu leicht höheren N-Gaben zur Absicherung stabiler Erträge. Markus Richner von Landor beschrieb Mais dabei als «dankbare Pflanze», primär bei sinnvoller Integration organischer Dünger. 

Ergänzend wurde die Bedeutung des richtigen Zeitpunkts im Pflanzenschutz betont (eher kühle Tageszeiten) sowie die gute Sichtbarkeit von Problemunkräutern wie Blacken und Disteln.

Abschliessend wurde das Mikrogranulat Beluga (Spinosad) gegen Drahtwürmer erwähnt, das nur mit Sonderbewilligung eingesetzt werden darf.

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Feldhygiene gegen das Mutterkorn

Im Weizenbau standen die Qualität der Bestände und die damit verbundene Anbauführung klar im Vordergrund. Die Fachrunde war sich einig, dass Mutterkornprobleme häufig an Feldrändern oder an schwächeren Standorten auftreten und deshalb eine konsequent gepflegte Feldhygiene eine zentrale Grundlage bleibt. 

Gleichzeitig wurde die Sorte Montalbano als eine der gesünderen Weizensorten hervorgehoben, auch wenn ihr Ertragspotenzial unter intensiven Bedingungen begrenzt ist.

Bei der Düngung zeigte sich ein ähnliches Bild zwischen Empfehlung und Praxis: Während die Stickstoffversorgung im Wesentlichen abgeschlossen ist und sich an Richtwerten von Agroscope orientiert, bleibt die Kombination verschiedener Quellen wie Gülle, Biogasgülle oder Harnstoff in der Praxis relevant. 

Entscheidend ist dabei nicht nur die Menge, sondern zunehmend auch die Qualität der Bestände im Hinblick auf Proteinbildung. Besonders der Schwefelversorgung kommt dabei eine unterstützende Rolle zu, da sie zusammen mit gezielten Korrekturmassnahmen die Eiweissbildung fördern kann. Dies ist auch wirtschaftlich relevant, da bei Proteingehalten unter 13 Prozent Preisabzüge von bis zu 1,50 Franken pro Einheit drohen.