Optima Solargenossenschaften planen, bauen, finanzieren und betreiben Solaranlagen auf grossen Dächern, auch auf Scheunen. Schweizweit gibt es schon mehrere solche Genossenschaften, etwa in der Westschweiz, Solothurn oder dem Zürcher Unterland. Die regionalen Genossenschaften sind im Genossenschaftsbund Optima Solar Schweiz zusammengeschlossen, bleiben aber finanziell eigenständig.
An einer Tagung zum Thema Solarenergie am LZ Liebegg Ende Januar wurde das Konzept solcher Genossenschaften durch Oliver Franz von der Optima Solar Züri Unterland vorgestellt und die Gründung einer solchen auch im Aargau beworben.
Oliver Franz wies auf das Potenzial grosser Scheunendächer hin. Wegen der tieferen Entgelte für die Einspeisung ins Netz könnten Batteriespeicher eine Lösung sein, wurde damals ergänzend erklärt.
Aargauer Genossenschaft im März gegründet
Dank tatkräftiger Werbung und initiativer Interessierter wurde Anfang März die Genossenschaft Optima Solar Aargau in Wohlenschwil AG auf dem Nüeltschehof von Alex und Judith Füglistaller ins Leben gerufen. 13 Personen stellten sich als Gründungsmitglieder zur Verfügung.
Mit einer professionellen Kampagne konnten inzwischen rund 50 Genossenschaftsmitglieder geworben werden. Sie zeichneten innerhalb eines Monats schon gegen 60 Prozent der vorgesehenen Investition, somit dürfte demnächst mit dem Bau von Anlagen begonnen werden. Weitere Mitglieder sind gesucht und es ist vorgesehen, bereits nächstes Jahr Dividenden für die geleisteten Anteilscheine zu zahlen.

Ein erstes Projekt der neuen Genossenschaft
Füglistallers waren 2009 die ersten Landwirte im Aargau, die eine PV-Anlage auf dem Scheunendach errichteten. Die 52-kW-Konstruktion erhielt damals die KEV-Zulassung. Diese läuft heute noch und sei kostendeckend. Das neue Projekt umfasst zwei weitere grosse PV-Anlagen auf der Fahrzeug- und Gerätehalle, auf dem Hofladen und an Fassaden mit je etwa 150 kW Leistung.
Die eine sei für den Eigenverbrauch gedacht und solle als erste realisiert werden, erklärte Alex Füglister. Mit der später zu realisierenden Anlage soll Strom ins Netz eingespeist werden. Damit sollen in Hofnähe liegende Gebäude mit einer Tiefgarage und E-Auto-Ladestationen versorgt werden. Eine Speicherbatterie mit 215 kWh Kapazität wird eine Stromabgabe in der Nacht und zu Spitzenzeiten (und bei gutem Tarif) ermöglichen. Die Strombezüger sollen einen günstigeren Preis als den Tarif vom Netz bekommen. Die Kosten der beiden Anlagen werden auf rund 300 000 Franken geschätzt.

