«Die Politik setzt den Waldeigentümern klare Leitplanken, wie sie ihren Wald nutzen können. Die Gesellschaft hingegen nutzt den Wald mit immer mehr Arten der Freizeitbeschäftigung. Und das möglichst uneingeschränkt, ohne Rücksicht auf Gesetze und Grundeigentum», nervt sich Ruedi Gerber, Präsident von Wald Luzern, im Jahresbericht.
Schranken für die Freizeitnutzung gefordert
Er nannte Projekte des Kantons, bei denen aus seiner Sicht die Waldeigentümer zu wenig einbezogen wurden: Bei der Wald-Wild-Strategie, bei der Mountainbike-Strategie oder bei einem Forschungsprojekt der Hochschule zu den Nutzergruppen im Wald. Der Unmut sei beim Regierungsrat platziert worden und habe nun einen Dialog über die zentrale Rolle der Grundbesitzer im Wald ausgelöst.
Auch in mehreren Gastvoten kam an der 104. Jahresversammlung von Wald Luzern zum Ausdruck, dass es jedoch vermehrt Schranken für die fast zügellose Nutzung der Freizeitgesellschaft im Wald brauche.

Analyse nach 20 Jahren Zusammenarbeit
Eine Standortbestimmung erwartet Wald Luzern zu den Erfahrungen mit der Trennung von betrieblichen und hoheitlichen Aufgaben, zumal vor rund 20 Jahren im Kanton Luzern die ersten Regionalorganisationen zur eigentumsübergreifenden Zusammenarbeit im Wald (RO) gebildet wurden. Dazu wird zusammen mit dem Kanton ein gemeinsames Projekt lanciert.
Es gebe durchaus Verbesserungspotenzial bei der Zusammenarbeit zwischen den Betriebsförstern der RO, den Revierförstern und der Dienststelle Landwirtschaft und Wald (Lawa), aber auch innerhalb der Waldorganisationen. So sollten die Rollen, Kompetenzen und Schnittstellen klarer definiert werden, um Doppelspurigkeiten zu verhindern.
Auch die zunehmende Bürokratie und der Verlust an Eigenständigkeit und Eigenverantwortung der Waldbesitzer würden oft beklagt.
Gute Absatzlage auf dem Holzmarkt nutzen
Gewürdigt wurden die aktuell gute Nachfrage nach Holz und dass die Preise nach Jahren nun etwas angezogen hätten. Der Bedarf werde wohl auch dieses Jahr hoch bleiben. Es sei zu hoffen, dass die Preise noch etwas steigen würden.
Die Rechnung von Wald Luzern schloss mit einem Gewinn von knapp 20 000 Franken ab. Der Betriebsertrag lag bei rund 326 000 Franken, davon machen die Mitgliederbeiträge rund 106 000 Franken aus, die Erträge aus Projekten und Holzerkursen rund 141 000 Franken. Das Eigenkapital beträgt rund 168 000 Franken. Wald Luzern zählt gegen 7000 Mitglieder, inzwischen seien 88 Prozent der Luzerner Waldfläche organisiert.

Präsidentenwechsel steht bevor
Im laufenden Jahr engagiert sich Wald Luzern für mehr Waldschutz. Die Wälder müssten klimafitter werden. Zu verbessern sei die Waldverjüngung, derzeit sei der Wildeinfluss in einigen Regionen zu hoch.
Und zu optimieren sei die Rundholzvermarktung, mit der künftigen Publikation von Holzpreisen könne die Markttransparenz verbessert werden.
2027 steht ein Wechsel im Präsidium an: Ruedi Gerber gibt seinen Posten nach elf Jahren ab. Als Kandidat stellt sich Urs Fellmann, RO Präsident von Wald Wiggertal, zur Verfügung.
Geehrt wurde Luzerner Heini Walthert, langjähriges Vorstandsmitglied und abtretender Präsident der RO Wald Luzerner Hinterland.

