Milchbäuerinnen und Milchbauern in der Schweiz stehen unter immer grösserem existenziellen Druck. Ein wichtiger Faktor ist der Milchpreis, den die Bäuerinnen und Bauern von den Detailhändlern erhalten. Dieser deckt heute bei den meisten Betrieben nicht einmal die Produktionskosten. Die Konsequenz: Jedes Jahr geben zahlreiche Betriebe auf. In den letzten 20 Jahren ist so die Hälfte der Milchwirtschaftsbetriebe verschwunden.
Dieser Entwicklung will der Verein zur Förderung fairer Milch (ASLE) mit einem Aufruf an die Konsumentinnen und Konsumenten entgegenwirken. Denn ohne faire Rahmenbedingungen verschwinden Betriebe, Vielfalt und regionale Verankerung - es droht der Wandel zur rein industriellen Milchwirtschaft.
Bei vielen importierten Produkten wie Bananen oder Kaffee gehört «Fair Trade» längst zum Standard. «Es ist absurd, dass für Milch aus Schweizer Produktion im Gegensatz dazu faire Einkaufspreise noch nicht üblich sind», sagt Nationalrat Benoìt Gaillard, Präsident des Vereins zur Förderung fairer Milch.
Besonders stossend ist für Gaillard exemplarisch das Verhalten der Migros: Die grösste Detailhändlerin der Schweiz hat seit drei Jahren keine faire Milch mehr im Sortiment und will auch in Zukunft keine anbieten. Die Migros begründet dies damit, dass die Konsumentinnen und Konsumenten keinen Bedarf hätten. Andere Detailhändler im In- und Ausland haben allerdings längst bewiesen, dass der Bedarf durchaus vorhanden ist.
Die ASLE hat deshalb den Aufruf «Faire Milch jetzt!» an die Migros lanciert und fordert die Detailhändlerin auf, fair gehandelte Milch wieder ins Sortiment aufzunehmen. Den Aufruf können Sie hier unterzeichnen. Machen Sie mit und helfen Sie, der bedenklichen Entwicklung in der Schweizer Milchwirtschaft entgegenzuwirken.