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Ein gutes Rebjahr 2022 geht zu Ende

Der BDW tagte auf den Zürcher Weinschiffen. Sowohl bei den Erträgen wie auch bei der Qualität der Trauben wurden die Erwartungen erfüllt. 2022 sei ganz allgemein ein spannendes Jahr gewesen, sagte Präsident Martin Wiederkehr.

Die Delegierten des Branchenverbandes Deutschschweizer Wein (BDW) tagten Anfang November 2022 auf den Zürcher Weinschiffen. Martin Wiederkehr, Präsident des BDW, zeigte sich besorgt darüber, dass trotz vieler Anstrengungen die Schweizer Landwirtschaft und auch der Weinbau in eine «Schmutzecke» gedrängt werden. Hier gab es von ihm Lob für die Imagearbeit des Schweizer Bauernverbandes.

Projekte sind auf Kurs

Mit Blick auf die Teuerung meinte Martin Wiederkehr: «Wir brauchen einen gesunden Weinmarkt, der von der Produktion bis zum Absatz gesund ist.» Er zeigte auf, dass die verschiedenen Verbände daran sind, auf allen Stufen die Branche zu stärken. So werde die Kommunikation verbessert, um den Schweizer Weinbau in ein gutes Licht zu rücken. «2022 war ein spannendes Jahr», bilanzierte er.

Ein gutes Rebjahr 2022 geht zu Ende
Jürg Bachofner präsentierte die Plakette, welche inskünftig an Betrieben abgegeben wird, welche als Swiss Wine Tour Partner tätig sind.

BDW-Geschäftsführer Jürg Bachofner teilte mit, dass das Projekt Weintourismus gut gestartet ist. «Wir können BDW-Betriebe mit der ‹Swiss Wine Tour Partner›-Plakette auszeichnen», hielt Bachofner fest. Er präsentierte zudem die zukünftige strategische Ausrichtung des BDW. Die erste Säule ist weiterhin das ordentliche Tagesgeschäft. Beim zweiten Standbein setzt der BDW auf eigene Projekte wie Beratung, Weintourismus und Karbonsequestrierung. Im dritten Bereich sind die auch von der Swiss Wine Promotion mitfinanzierten Geschäftsfelder ein Schwerpunkt.

Neuigkeiten der Forschung

Lorenz Kern vom Weinbauzentrum Wädenswil kündigte an, dass das vom Bundesamt für Landwirtschaft kofinanzierte Forschungs-Verbunds-Projekt mit Agroscope und Databaum für eine bessere Prognose des Falschen Mehltaus im Weinbau in Arbeit ist. Dieses soll dazu beitragen, dass Weinbaubetriebe mehr Sicherheit beim Einsatz von Pflanzenschutzmitteln erhalten. Das führe zu mehr Nachhaltigkeit durch bessere Vorhersagen, auch mit Blick auf die Einhaltung des Absenkpfades Pflanzenschutz.

Michael Gölles von der Zürcher Fachstelle für Weinbau stellte die ersten umfassenden Ergebnisse der Weinlese 2022 vor. «Die Erwartungen bezüglich Erträgen und Qualität wurden erfüllt.» Leider gab es teilweise starke, aber regional begrenzte Hagelschläge in fast allen Regionen der Schweiz. Eine durch den heis­sen und trockenen Sommer geförderte frühe Blüte und die gute Traubenentwicklung sorgten dafür, dass der Pflanzenschutz kaum ein Problem darstellte. Diese erfreulichen vegetativen Voraussetzungen wiederum führten zu einer frühen Reife und einem frühen Erntebeginn.

Piwi-Sorten sind im Aufwind

In einer Gesamtbeurteilung sprach Gölles von einer sehr hohen Qualität und guten Mengen. Er äusserte sich zum Trend des massiven Anbaubooms von Piwi-Sorten.

Es habe sich gezeigt, dass 2022 nicht alle Piwi-Sorten die Erwartung bezüglich ihrer Resistenzen erfüllt hätten. «Wir haben Sorten gehabt, welche einen Befall von Falschem und Echtem Mehltau auswiesen, vor allem im Herbst an Geiztrieben.» Zudem seien auch Krankheiten wie «Black Red» aufgetreten.

  • Im Kanton Zürich wurden mit einer Erntemenge von fast 5000 t Trauben knapp 130 Prozent des Durchschnittertrages der letzten zehn Jahre erreicht. Bei den weissen Gewächsen liegen die Werte bei 827 g/m2, bei den roten Gewächsen bei 812 g/m2.
  • Die Thurgauer Rebleute konnten knapp 2000 t Trauben oder 121 Prozent eines Durchschnittertrages einbringen.
  • Im Kanton Schaffhausen waren es mit 4250 t sogar 127 Prozent. Die Erträge und Oechslewerte liegen im Kanton Schaffhausen über jenen der Kantone Zürich und Thurgau. Beim Blauburgunder sind 911 g/m2 mit 95°Oe und beim Riesling-Sylvaner 1034 g/m2 mit 78°Oe geerntet worden. Damit verzeichneten die Schaffhauser Rebleute und Winzer die höchsten Erträge in der ganzen Deutschschweiz.

Zwei langjährige Funktionäre gehen

Verabschiedet wurden zwei langjährige Weinbaufunktionäre. Der St. Galler Markus Hardegger stand drei Jahrzehnte als Rebbaukommissär im Dienst des Weinbaus. Der Schaffhauser Rebbaukommissär Markus Leumann führte sein Amt zwölf Jahre aus.

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