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Die Luzerner Älpler feierten ihr 50-Jahr-Jubiläum

Der Alpwirtschaftliche Verein Luzern feierte an seiner GV das 50-Jahr-Jubiläum. Nationalrat Erich von Siebenthal, der Präsident des Schweizerischen Alpwirtschaftlichen Verbandes, hielt die Festansprache.

Über 200 Mitglieder strömten zur Jubiläums-GV. In seiner Begrüssung blickte Präsident Pius Schmid, Flühli, auf Vergangenes zurück. Die Erschliessungen der Alpen etwa seien früher in viel schlechterem Zustand gewesen und Mutterkühe hätten damals noch keine ausgemacht werden können.

Grosse Herausforderungen für die Luzerner Älpler

Und noch etwas sei früher anders gewesen: «Fleisch essen und Milch trinken war damals noch gesund und nicht klimaschädigend», stellte er fest. Die Herausforderungen an die Älpler seien stark gestiegen: «Die zunehmende Macht von Umweltverbänden, das verstärkte Aufkommen von Bikern und Wanderern mit Hunden, aber auch die vermehrten Unwetter und die aufwendigeren Kontrollen fordern uns heute mehr als früher», stellte Pius Schmid fest. Von den damaligen Gründungsvorstandsmitgliedern des Vereins leben heute mit Theo Zihlmann, Flühli, und Franz Koch, Romoos, immer noch zwei.

Wolf macht den Älplerfamilien Sorgen

Nationalrat Erich von Siebenthal, der Präsident des Schweizerischen Alpwirtschaftlichen Verbandes, hob in seiner Festansprache im urchigen Berner Oberländer Dialekt die Solidarität des Entlebuchs hervor, die in der Vergangenheit etwa bei Wasser- oder Heuknappheit zu tragen kam. Zudem präsentierte er interessante Zahlen: «Heute wird ein Drittel der landwirtschaftlich genutzten Fläche in der Schweiz alpwirtschaftlich bewirtschaftet. Es werden 700'000 Tiere gesömmert, welche von 15'000 Älplerinnen und Älplern betreut werden. Auf 1400 Alpbetrieben wird 5500 Tonnen Alpkäse hergestellt und es fliessen 170 Millionen Franken an Direktzahlungen in diese Alpbetriebe.»

Zunehmende Wasserknappheit und der Wolf seien die aktuellsten Herausforderungen: «Wir sind uns gewohnt, mit Sturm oder Unwettern zu leben, aber der Wolf hat eine Dimension, die absolut inakzeptabel ist. Von ihm geht die grösste Gefahr aus, dass künftig Alpen nicht mehr flächendeckend bewirtschaftet werden können.» Die Regulierung sei der einzige Weg aus dieser zunehmend unzumutbaren Situation auf den Alpen, warnte er. Weiter betonte er die Wichtigkeit einer guten politischen Vertretung der Alpwirtschaft.

Die traktandierten Geschäfte wurden alle einstimmig genehmigt. Trotz schlechten Wetters zog die Entlebucher Alpabfahrt 2022 über 9000 Besucher an. Ueli und Martha Bieri-Wicki wurden von der Korporation Entlebuch für 30 Jahre treuen Einsatz auf der Alp Risch, Entlebuch, geehrt.