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«Wir laden das Stadtvolk ein»

Am 30. März 2019 findet auf dem Sechseläutenplatz ein Gross-Event der Agrotechniker HF vom Strickhof statt.

Nachdem die letztjährige Veranstaltung der Agrotechniker in der Halle des Zürcher Hauptbahnhofs durchgeführt wurde, ist es der aktuellen Abschlussklasse des Lehrgangs gelungen, einen Schauplatz zu finden, der an Bedeutsamkeit kaum zu überbieten ist. Die beiden Projektleiter Daniel von Ballmoos und Hans Fässler erläutern die Hintergründe ihrer PR-Aktion.

Der Sechseläutenplatz ist ein exklusiver Ort. Wie haben Sie es geschafft, Ihr PR-Projekt dahin zu bringen?

Daniel von Ballmoos: Wir haben im Herbst bei der Stadt Zürich einen Antrag gestellt und unser Konzept dargelegt. Zunächst einmal war es Glück, dass der Platz an unserem Wunschdatum überhaupt noch frei war. Nach fast dreimonatigem Warten erhielten wir vom Stadtrat eine Bewilligung, was längst nicht jedem Projekt gelingt. Bei Unserem hat wohl auch eine Rolle gespielt, dass wir Bezug auf einen geschichtlichen Hintergrund genommen haben – der Sechseläutenplatz als Ort der Anbauschlacht. Zudem ist unser e Veranstaltung ein Schulprojekt und nicht kommerziell.

Welche Bedeutung hat die Anbauschlacht von 1939 für Ihren Event?

Hans Fässler: Als damals im Krieg auf dem Sechseläutenplatz aus Notwendigkeit Kartoffeln und Getreide angebaut wurden, war die Bedeutung der Landwirtschaft für die Bevölkerung besonders präsent. Von diesem wichtigen Zeitpunkt aus zeigen wir den Wandel zur heutigen Landwirtschaft 2019 hin zu einer Zukunftsvision im Jahr 2039, von welcher wir erst die Richtung kennen.

Die Digitalisierung schreitet voran, auch in der Landwirtschaft. Welche Rolle spielt sie bei Ihrer Ausstellung?

Von Ballmoos: An unserem Anlass wollen wir zeigen, dass die Landwirtschaft nicht stehen bleibt. Die Maschinen werden beispielsweise nicht mehr grösser, sondern immer effizienter, autonomer und intelligenter. Die Digitalisierung ermöglicht unter anderem einen ganz gezielten Pflanzenschutz sowie eine ortsspezifische Nährstoffausbringung. Das soll den Besuchern deutlich machen, dass die Landwirtschaft bestrebt ist, immer nachhaltiger zu wirtschaften.

Fässler: Wir werden beispielsweise den funkferngesteuerten Geräteträger Reform Metron zeigen. Es ist uns gelungen, dessen Hersteller für unser Projekt zu gewinnen. Zudem soll der Einsatz einer Multikopter-Drohne und verschiedener anderer moderner Techniken demonstriert werden.

Wie erleben Sie die Landwirtschaft von morgen bereits heute in ihrer gegenwärtigen Ausbildung?

Von Ballmoos: Der Blick in die Zukunft wird im Unterricht ab und zu gemacht. Vor allem aber unter uns Studierenden sind Trends und Innovationen immer wieder Gegenstand von Diskussionen.

Sie holen die Landwirtschaft in die Stadt. Welche Rolle spielt dabei die urbane Bevölkerung?

Fässler: Stadtmenschen sind unsere Zielgruppe, ihnen möchten wir die Landwirtschaft näher bringen. Es geht uns auch um einen Austausch mit der Stadtbevölkerung.

Von Ballmoos: Wir wollen eine Brücke zwischen Produzenten und Konsumenten bauen. Dies ist das Ziel unserer Aktion. Ich bin überzeugt, dass mit Gesprächen und gegenseitigem Verständnis viele Probleme aus der Welt geschaffen werden können.

Was ist die grösste logistische Herausforderung, im Zentrum der Stadt Zürich einen Event dieser Grösse auf die Beine zu stellen?

Fässler: Der Zeitplan ist knapp bemessen. Am Freitagnachmittag und in der Nacht auf Samstag muss das gesamte Material auf den Sechseläutenplatz geschafft werden, dabei darf der Verkehr nicht unterbrochen werden. Dasselbe gilt fürs Abbauen in der Nacht auf Sonntag.

Von Ballmoos: Im Team von 32 Leuten ist jeder für bestimmte Abläufe zuständig. Alles ist genau geplant. Es muss funktionieren, das erwarten schliesslich auch die Sponsoren.

Zu den Personen:

- Hans Fässler (24) kann sich eine Anstellung als Agro-Techniker in vielen Bereichen vorstellen. Er will ausserdem in ein paar Jahren den elterlichen Hof in Appenzell übernehmen.
- Daniel von Ballmoos (29) aus Hagenbuch (ZH) wird nachAus­bildungsende eine Stelle als Betriebsleiter im Gemüsebau antreten.

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