Landwirt Christian Mollet aus Gossliwil SO produziert biologisch und setzt auf Technik statt Handarbeit, um seine Kulturen unkrautfrei zu halten. Gemeinsam mit seinem Vater führt er eine Betriebsgemeinschaft mit zwei Betrieben und Lohnunternehmen. Seit einigen Jahren bauen sie auch Zuckerrüben an. Dabei hat sich Christian Mollet auf das Setzen der Pflanzen spezialisiert. Die gesetzten Rüben haben gegenüber dem Unkraut einen Vorsprung. Das bringt vor allem bei der mechanischen Unkrautbekämpfung Vorteile.
Mehr Spielraum beim Hacken von Zuckerrüben
Weil die Rüben bereits kräftiger entwickelt sind, können die Hackwerkzeuge schon beim ersten Durchgang aggressiver eingestellt werden. Die Gefahr, junge Rübenpflanzen zu verschütten oder auszureissen, ist deutlich kleiner als bei direkt gesäten Beständen. Dadurch steigt die Wirkung gegen das Unkraut und die Arbeit wird effizienter.
Damit die mechanische Unkrautbekämpfung zuverlässig funktioniert, setzt Christian Mollet moderne Technik von Einböck ein. Herzstück ist das kameragesteuerte System «Row-Guard». Eine Kamera erkennt die Pflanzenreihen und steuert einen Verschieberahmen an, der seitliche Abweichungen automatisch ausgleicht. Zusätzlich kann ein Reihentaster aktiviert werden, der die Kulturpflanzen physisch erkennt. Die Signale werden laufend im Terminal verarbeitet und entsprechende Korrekturen ausgelöst.
Der Verschieberahmen sitzt zwischen Traktor und Hackgerät. Dadurch können auch andere Hackgeräte verschiebbar gemacht werden. Für Mais verwendet Christian Mollet beispielsweise ein separates Hackgerät. So müssen die Werkzeuge nicht jedes Mal auf andere Reihenweiten umgebaut werden.
Damit die seitlichen Korrekturen keine Kräfte auf den Traktor übertragen, läuft der Verschieberahmen auf eigenen Scheibenrädern, welche die Spur halten. Kameragesteuerte Hackgeräte leisten heute auf ebenen Flächen sehr präzise Arbeit.
Schieberahmen stösst am Hang an Grenzen
In Hanglagen geraten solche Systeme jedoch an ihre Grenzen. Sobald der Traktor seitlich abdriftet, steht auch das Hackgerät schräg zur Pflanzenreihe. Die Werkzeuge laufen nicht mehr parallel zu den Reihen. Entweder steigt das Risiko für Kulturschäden oder der Fahrer muss den Abstand zur Kultur vergrössern. Das schont zwar die Pflanzen, reduziert aber gleichzeitig die Wirkung gegen das Unkraut deutlich. Gerade in Hanglagen zeigt sich deshalb, dass ein Schieberahmen allein oft nicht ausreicht.
Smart-Hill hält das Hackgerät auf der Spur
Um auch am Hang präzise arbeiten zu können, hat Christian Mollet auf das Hangausgleichsystem «Smart-Hill» von Einböck gewechselt. Dazu musste er den Lenkrahmen ersetzen. Das System ergänzt den kameragesteuerten Schieberahmen dort, wo dieser an seine Grenzen kommt.
Smart-Hill kann den Winkel des Hackgerätes gegenüber dem Schieberahmen um bis zu 7,5 Grad nach links oder rechts ausgleichen. Der Schieberahmen bleibt dabei starr mit dem Traktor verbunden, während das Hackgerät unabhängig davon wieder parallel zur Pflanzenreihe ausgerichtet wird.
Damit bleibt die Arbeitsqualität auch in Hanglagen hoch. Die Werkzeuge können näher an der Kultur geführt werden und die Unkrautwirkung bleibt erhalten.
Automatischer Winkelausgleich
Smart-Hill erweitert den Einböck-Verschieberahmen um eine zusätzliche Achse, die den Winkel des Hackgeräts automatisch korrigiert, sobald es zu Abdrift kommt. Das System ist vollständig in das Row-Guard integriert und hält das Hackgerät permanent parallel zur Reihe. [IMG 2]
Gleiche Arbeitsqualität wie im Flachen
Die ersten Erfahrungen mit dem System fallen positiv aus. «Man kann am Hang viel ruhiger arbeiten. Es ist kein Kampf mehr, die Spur irgendwie zu halten», sagt Christian Mollet. Dadurch kann er auch in Hanglagen schneller fahren, ohne Einbussen bei der Arbeitsqualität in Kauf nehmen zu müssen.
Die Grenzen der Technik sind erreicht, wenn der Traktor wegen der starken Schräglage selber Pflanzenreihen überfährt.
Systeme wie Smart-Hill erweitern den Einsatzbereich der mechanischen Unkrautbekämpfung deutlich. Gerade in hügeligen Regionen wird damit eine präzise und schlagkräftige Arbeit auch am Hang möglich.

