ABO

Rückerstattung der Mineralölsteuer bleibt

Der Bundesrat hat beschlossen, die Rückerstattung der Mineralölsteuer unverändert beizubehalten. Das aktuelle System ist das richtige, sagt die Leiterin Energie und Umwelt des Schweizer Bauernverbands.

Treibstoffrückerstattungen sind gerechtfertigt und führen nicht zu einem unnötigen Mehrverbrauch. Der Bundesrat hat deshalb kürzlich beschlossen, diese Rückerstattung unverändert beizubehalten.

Im Rahmen eines internationalen Abkommens führte das Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco) eine Studie zur Reform der Mineralölsteuerrückerstattung durch. Dabei wurden verschiedene Varianten geprüft. Der Schweizer Bauernverband (SBV) hat sich mit dem Schweizerischen Verband für Landtechnik (SVLT) und anderen betroffenen Organisationen bei der Analyse dieser Varianten eingebracht und dargelegt, weshalb das aktuelle System richtig ist.

Kaum Strassenbenützung

Die Mineralölsteuer wird für den Unterhalt von Strassen eingesetzt. Die Landwirtschaft benützt diese Strassen jedoch kaum. Der Grossteil des Dieselbedarfs entfällt auf den Einsatz im Kulturland. Darum ist die Rückerstattung völlig gerechtfertigt.

Die Kritiker behaupten, dass aufgrund der Rückerstattung der Treibstoff zu billig sei. Das schaffe Anreize dazu, mehr als notwendig einzusetzen, was der Umwelt schade. Das ist falsch.

Bei der Landwirtschaft wird die Rückerstattung nach Normverbrauch pro Fläche und Kulturart berechnet. Und zwar unabhängig nach Bodenbearbeitungsverfahren und dementsprechend nach dem effektiven Verbrauch. Der Anreiz ist somit da, möglichst treibstoffarme Verfahren einzusetzen.

Ausserdem würde die Streichung eine Verteuerung der einheimischen Lebensmittelproduktion nach sich ziehen und den Wettbewerb mit den Importprodukten noch zusätzlich erschweren. Der Bundesrat erkannte dies und verzichtete auf die Abschaffung. Somit bleiben der Landwirtschaft die jährlich 64 Millionen Franken erhalten. Dies ist gerade hinsichtlich der steigenden Produktionskosten und der Sparabsichten des Bundesrates sehr erfreulich.

Die Lösung liegt in einem Mix verschiedenster Technologien

Auch die Landwirtschaft ist aufgrund der Betroffenheit vom Klimawandel an der Nutzung von erneuerbaren Energiequellen interessiert. Die Lösung liegt aber vermutlich nicht in einer Spezialisierung mittels Elektrifizierung, sondern in einem Mix verschiedenster Technologien. Aktuell sind die Alternativen noch nicht verfügbar. Deshalb ist die Beibehaltung der Rückerstattung für eine nachhaltige einheimische Landwirtschaft wichtig.

Zur Person

Hannah von Ballmoos ist Leiterin Energie und Umwelt beim SBV

Weiterlesen

  • Freiwillige im Natureinsatz im Jurapark: Bau einer Steinlinse für Reptilien auf dem Eichhof in Bözen.

    Engagement für Natur und die Biodiversität

    An den zwanzig Natureinsätzen im Aargauer Jurapark im letzten Jahr beteiligten sich 432 Interessierte. Diese lernten gleichzeitig die Leistungen der Landwirtschaft besser kennen.
    Show more
    ABO
  • Kulinarisches Berner Oberland: Gewinnen Sie das Buch «Alpe-Chuchi»

  • Ziegenzüchter gewinnt das Priis-Chlepfä in Schwyz