Zucchetti heisst nur in der Deutschschweiz so. Ansonsten wird das Kürbisgewächs Zucchini genannt. Zucchetti sind gesund und vielseitig einsetzbar. Sie sind energiearm, enthalten viel Wasser, sind mild im Geschmack, enthalten viel Calcium und Phosphor sowie Vitamin A, C, D und E, Natrium und Zink. Im Kühlschrank halten sich Zucchetti etwa eine Woche, heisst es auf der Website von Schweizer Gemüse.
Die Blüten als Highlight
Ob salzig oder süss, es gibt zahlreiche Möglichkeiten, das Sommergemüse zu verarbeiten. Und das ist auch gut so. Denn wer Zucchetti im Garten hat, kennt wohl das Problem der Zucchettischwemme. Wenn nicht spätestens alle zwei Tage geerntet wird, wachsen sie zu übergrossen Exemplaren heran. Auch in dem Fall kann Zucchetti noch verwendet werden. Zwar ist sie dann nicht mehr so zart und geschmacksintensiv. Als Verwendungsmöglichkeit für zu grosse Zucchetti ist etwa die Verarbeitung in einem süssen Cake mit Schokolade oder als Tätschli (siehe Rezept) möglich.
Doch das ist nicht alles. Wie vielseitig Zucchetti sind, zeigt das Rezeptbuch von Sarah Tischer. Mehr als 70 süsse und salzige Rezepte präsentiert sie in ihrem Rezeptbuch Zucchini – wenn der Garten überquillt (siehe Kasten). Warum nicht einmal ein Brot mit Zucchetti backen, die Blüten verwenden und mit Eiern, Kartoffeln oder Frischkäse füllen, Zucchettibällchen zu Spaghetti servieren oder erfrischendes Zucchettiwasser auf Basis eines Sirups geniessen?

Einfrieren ist möglich
Und wer den Geschmack des Sommers verlängern möchte, kann Zucchetti auch einfrieren. Dies kann entweder roh oder blanchiert gemacht werden. Bei beiden Varianten die Zucchetti in die gewünschte Form schneiden. In kochendem Salzwasser etwa drei Minuten blanchieren und dann in Eiswasser abschrecken. Das Gemüse gut abtrocknen und in Behälter oder Beutel füllen. Zum Roh-Einfrieren müssen die Zucchetti entwässert werden. Das Gemüse salzen und 15 Minuten stehen lassen. Mit einem Küchentuch oder Haushaltspapier trockentupfen, auf einem mit Backpapier belegten Backblech ausbreiten und durchfrieren lassen. Danach in Beutel oder Behälter umfüllen.
Das ist das Buch
[IMG 4] «Zucchini – wenn der Garten überquillt» ist unter der Nummer ISBN 978-3-7843-5815-4 im deutschen Landwirtschaftsverlag erschienen. Es kann im Buchhandel gekauft werden. Das Buch ist auch für die Bauernhofküche alltagstauglich und bringt frischen Wind auf den Teller. Die Zutatenlisten beinhalten Lebensmittel und Gewürze, die man meist vorrätig hat oder problemlos in jedem Laden kaufen kann. Wer jedoch Fleisch in den Rezepten sucht, wird nicht fündig. Alle Rezepte sind vegetarisch, einige auch vegan. Ergänzt wird der Rezeptteil durch Extra-Kapitel mit Warenkunde, Anbautipps, Informationen zur richtigen Lagerung und Methoden zum Haltbarmachen der Zucchetti-Ernte.
Vorsicht vor Bitterstoffen
Auch im eigenen Gemüsegarten ist Zucchetti beliebt und ein dankbares Gemüse, das nicht allzu viel Aufmerksamkeit benötigt. Doch eine Sache gilt es zu beachten. Neben den vielen Nährstoffen enthalten Zucchetti auch den Bitterstoff Cucurbitacin. In grossen Mengen verzehrt, ist er giftig. Auch dieses Thema beleuchtet Sarah Tischer in ihrem Buch. Sie erklärt, dass im Laden gekaufte und selbst gezogene Zucchetti aus gekauftem Samen in der Regel keine Gefahr darstellen. Der Verzehr sei unbedenklich, da nur wenig Cucurbitacin enthalten sei.

«Zwei Umstände begünstigen die Bildung von Cucurbitacin», schreibt die Autorin. Wenn Zucchetti im Garten neben Zierkürbissen wachsen, könne es zu unerwünschten Kreuzungen kommen. Werden mit Samen der geernteten Zucchetti im Folgejahr neue Pflanzen herangezogen, besteht die Gefahr, dass sie zu viel Cucurbitacin enthalten. Auch extreme Hitze könne unter Umständen die Produktion des Bitterstoffes begünstigen.
Klarheit bringt der Geschmackstest bereits beim Schneiden des Gemüses. Wird ein kleines Stück probiert und schmeckt bitter, soll das Gemüse entsorgt werden. Denn die Hitze beim Kochen zerstört das Cucurbitacin nicht. Ist keine Bitterkeit zu schmecken, steht dem Gaumenschmaus nichts im Wege.
Zahlen zum Verzehr
Wie beim Landwirtschaftlichen Informationsdienst (LID) nachzulesen ist, liegt Zucchetti auf Platz neun der wichtigsten Gemüse in der Schweiz. Mit 3,24 Kilogramm Pro-Kopf-Konsum kann es sich sogar vor Gemüse wie Kopfsalat und Broccoli setzen. Zuvorderst rangieren Tomaten und Karotten. Von 29 072 Tonnen Zucchetti werden in der Schweiz rund 7960 Tonnen produziert. Das benötigt eine Fläche von 334 Hektaren, wovon 96 Hektaren biologisch bewirtschaftet werden.
Rezept
Für vier Personen Zutaten: 1 kg Zucchetti, grob geraffelt 1 Zwiebel, gehackt 1,5 TL Salz 100 g Mehl 100 g Käse, gerieben 6 Eier Wenige Blätter Minze, klein geschnitten Salz, Pfeffer Bratbutter oder Öl zum Braten Zubereitung: Zucchetti und Salz gut mischen und 15 Minuten stehen lassen. Abtropfen lassen und etwas auspressen. Die weiteren Zutaten beigeben, gut verrühren und mit Salz und Pfeffer abschmecken. Bratbutter oder Öl in einer Bratpfanne erhitzen. Zucchettimasse portionsweise mit einem Löffel in die Pfanne geben, etwas andrücken. Bei mittlerer Hitze auf beiden Seiten goldbraun braten. Die fertigen Tätschli im Ofen warmhalten. Als vegetarischen Hauptgang mit Quarksauce und Salat oder als Gemüsebeilage servieren. Rezept Andrea Wyss

