Am Freitag, dem 29. Oktober 2026, wird bereits zum 25. Mal an Schulen Pausenmilch ausgeschenkt. Seit 2017 können auch Kindertagesstätten (Kitas) teilnehmen. Wie Anja Scherz,
Fachperson Kommunikation bei Swissmilk, mitteilt, sei der Tag zu einer vertrauten Tradition geworden.
Im Laufe der Jahre wurde das Angebot weiterentwickelt. So sind Anmeldung und Bestellung digitalisiert, die Abläufe vereinfacht und Lernangebote ausgebaut worden. «Heute verbindet der Anlass den gemeinsamen Pausenmoment mit Themen wie ausgewogener Ernährung, regionalen Lebensmitteln und Schweizer Landwirtschaft», erklärt sie.
Zahlen verändern sich
Die Zahlen der teilnehmenden Schulen und Kitas variieren von Jahr zu Jahr. Im Jahr 2012 etwa beteiligten sich 2830 Schulen. Den höchsten Stand verzeichnete das Jahr 2016 mit 3227 Schulen. Im vergangenen Jahr nahmen 2130 Schul- und Kitastandorte mit rund 245 000 Kindern und Jugendlichen teil. Pro Kind wird mit der Abgabe von zwei Dezilitern Milch gerechnet.
Während sich die Anzahl der Teilnehmenden ändert, hat die Zusammenarbeit mit dem Schweizerischen Bäuerinnen- und Landfrauenverband (SBLV) Bestand. «Die Landfrauen gestalten den Tag seit Beginn wesentlich mit und schaffen mit ihrem Engagement vielerorts eine direkte Verbindung zwischen Schule, Familien und Landwirtschaft. 2025 wurden rund 69 Prozent der Standorte durch den SBLV und seine Sektionen betreut», erläutert Anja Scherz.
Kein Kind muss die Milch trinken
In einigen Kreisen wird der Tag jedoch auch kritisch beurteilt. Dies etwa, weil sich Ernährungsweisen geändert haben, weil Milch als Teil einer Massentierhaltung verstanden wird (Thema Ausbeutung der Tiere, ökologische Belastung der Viehwirtschaft etc.) oder auch, weil am Tag der Pausenmilch Werbung betrieben wird.
Diese Vorwürfe kennt auch Swissmilk und nimmt sie ernst. Da Ernährungsweisen und persönliche Überzeugungen vielfältig sind, sei der Tag der Pausenmilch freiwillig und werde nur in Absprache mit der jeweiligen Schul- oder Kitaleitung durchgeführt. «Kein Kind muss Milch trinken», betont Anja Scherz. Im Mittelpunkt sollen ein gemeinsamer Pausenmoment sowie die altersgerechte Auseinandersetzung mit Ernährung und der Herkunft von Lebensmitteln stehen.
«Wir orientieren uns dabei an den nationalen Ernährungsempfehlungen des Bundesamts für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen und der Schweizerischen Gesellschaft für Ernährung», erklärt die Fachfrau.
Herkunft erklären
«Der Anspruch des Tags der Pausenmilch geht über den Ausschank eines Bechers Milch hinaus: Kinder sollen Lebensmittel kennenlernen, etwas über ausgewogene Ernährung erfahren und verstehen können, wo ihre Lebensmittel herkommen. Die persönliche Begegnung mit Menschen aus der Landwirtschaft macht diese Themen greifbar», teilt Anja Scherz mit.
Der Anlass könne im Unterricht genutzt werden, um Fragen wie «Woher kommt die Milch?» oder «Wie entsteht ein Lebensmittel?» praxisnah aufzugreifen. Begegnungen mit Landfrauen oder Besuche auf einem Bauernhof können diesen Bezug zusätzlich konkret machen.
«Auch Fragen zu Tierhaltung und Umwelt gehören zu einer sachlichen Auseinandersetzung mit Landwirtschaft. Für uns ist wichtig, solche Themen nicht auszublenden, sondern Kindern einen altersgerechten Zugang zur Schweizer Landwirtschaft und zur Herkunft ihrer Lebensmittel zu ermöglichen», führt sie weiter aus.
Werbung wurde angepasst
Beim Thema Werbung wurde der Tag in den vergangenen Jahren bewusst weiterentwickelt. Die Swissmilk-Logopräsenz auf Materialien für Kinder ist stark reduziert. Es werden keine Werbegeschenke, Wettbewerbe, Preise oder Gutscheine eingesetzt und keine Adressen von Schülerinnen und Schülern gesammelt, betont Anja Scherz.
In den vergangenen Jahren ging der Konsum von Trinkmilch zurück. Anja Scherz freut sich daher über die aktuelle Entwicklung im Schweizer Detailhandel. Denn dieser zeichne ein positives Bild.
2025 sei der Konsum von Milch und Milchprodukten in verschiedenen Kategorien gewachsen. Auch bei Trinkmilch wurde gegenüber dem Vorjahr ein leichtes Mengenwachstum von 0,4 Prozent verzeichnet. Deutlich stärker hätten unter anderem Quark mit 14,9 Prozent, Milchmischgetränke mit 8 Prozent, Käse mit 4,5 Prozent und Joghurt mit 1,5 Prozent zugelegt. «Wir begrüssen diese Entwicklung. Sie zeigt aus unserer Sicht, dass Milch und Milchprodukte als natürliche, nährstoffreiche, vielseitige und regional produzierte Lebensmittel weiterhin geschätzt werden», erklärt Anja Scherz.
Stimmen: Warum macht Euer Verein am Tag der Pausenmilch mit?

Schulungsmaterial für Klassen
Der Landfrauenverein «Utzenstorf Wiler Zielebach», den ich seit Frühling präsidiere, macht seit 25 Jahren mit. Es ist eine Tradition, die wir gut finden und beibehalten wollen. Die Milch kommt bei den über 620 Schüler(innen) vom Kindergarten bis zur neunten Klasse gut an.
Laktosefreie Milch ist kein Thema. Die Kinder wissen genau, ob sie die Milch trinken dürfen oder nicht. Die allermeisten möchten die Milch mit Ovo- oder Erdbeergeschmack. Pur wird selten nachgefragt. Wir holen die Bewilligung der Schule ein, dass wir die Milch gesüsst abgeben dürfen. Jeder Klasse geben wir frühzeitig ein Dossier mit Schulungs- und Informationsmaterial ab.

Milch ohne Aroma
Wir Landfrauen Roggwil-Arbon-Horn machen mit, um den rund 1500 Kindern der Unter- und Mittelstufe eine Freude zu bereiten. Sie schätzen die Znünimilch. An den Oberstufen sind wir jedoch nicht mehr vor Ort. Dort wurde das Angebot zu wenig geschätzt und die Milch teilweise herumgeworfen. Da wir seit Jahren am Anlass teilnehmen, sind wir eingespielt und der Aufwand hält sich in Grenzen.
Bei uns gibt es nur Milch ohne Aroma, damit die Kinder den echten Milchgeschmack spüren. Vereinzelt wird laktosefreie Milch nachgefragt. Doch diese geben wir nicht ab. Mein Wunsch wäre, dass auch die Lehrer vermehrt hinauskämen, um einen Becher Milch zu trinken.

Bezug wiederherstellen
Ich bin Co-Präsidentin des Landfrauenvereins Mümliswil-Ramiswil und habe das Mitmachen heuer neu initiiert. Denn unser Verein hatte in den vergangenen Jahren auf eine Teilnahme verzichtet. Viele Kinder haben den Bezug zur Landwirtschaft verloren und meinen, die Milch stamme aus der Migros oder dem Coop.
Es ist unsere Aufgabe, ihnen die Herkunft der Milch wieder näherzubringen. Dabei soll uns der Tag der Pausenmilch helfen. Wir geben Prospekte ab und auch die Lehrpersonen unterstützen uns und nehmen das Thema in den Unterricht auf. Die Kinder können zwischen Milch Nature, mit Ovomaltine oder Erdbeergeschmack wählen. Erdbeere zieht immer.

