Ob Kälber später produktive Kühe werden sollen oder gemästet werden – wirklich wirtschaftlich sind sie nur, wenn sie auch gesund sind. Hierfür ist der Start ins Leben entscheidend. Dabei ist insbesondere die Kolostrumversorgung (auch Biestmilch genannt) zentral. Dies, da das Kalb ohne ausgebildetes Immunsystem zur Welt kommt. Die Biestmilch schützt das Kalb in den ersten Wochen, bis es ein eigenes Immunsystem aufgebaut hat. Dies dank der darin enthaltenen wichtigen Abwehrstoffe (Immunglobuline).
Bei der Biestmilch zählen drei Dinge: Zeitpunkt, Menge und Qualität. Wichtig ist, dass die Kälber in den ersten zwei Stunden möglichst viel, jedoch mindestens 2 Liter Biestmilch erhalten. Weitere 2 Liter sollten in den nächsten 4 bis 8 Stunden verabreicht werden. Die Kälber können am ersten Tag noch nicht zu viel Milch erhalten. Das heisst, je mehr sie trinken, desto besser. Besonders wichtig ist auch,
die Kolostrumaufnahme der Kälber zu beobachten, insbesondere bei Mutterkuhkälbern oder wenn sie in den ersten Stunden bei ihren Müttern gelassen werden.
Weiter entscheidend ist die Kolostrumqualität. Hierbei ist besonders der Immunglobulingehalt entscheidend. Diesen kann man entweder mit dem Refraktometer oder mit dem Kolostrometer ermitteln. Je mehr Abwehrstoffe enthalten sind, desto besser. Milch- wie auch Mutterkuhbetriebe sollten einen Biestmilchvorrat anlegen, damit bei mangelnder Biestmilch oder schlechter Qualität darauf zurückgegriffen werden kann.

