Über das Wetter wird seit je viel geschrieben, diskutiert, philosophiert, gestritten und kritisiert – weil es uns alle betrifft, immer wieder, jederzeit, überall, bewusst oder unbewusst. Ein kurzer Blick in die Vergangenheit zeigt, dass die Menschen schon vor Christi Geburt begannen, das Wetter zu beobachten und mit der Erfindung der Schrift auch zu beschreiben. Danach folgten viele physikalische Entdeckungen über Dichte, Feuchtigkeit, Temperatur und so weiter, die es bald ermöglichten, auch entsprechende Messinstrumente zu entwickeln.

Mit weiteren Erfindungen und Entwicklungen, z. B. auch in der Kommunikation und der Fortbewegung, wurde ein besserer Austausch der gemessenen Daten möglich. 1873 knüpfte der erste Meteorologenkongress meteorologische Verbindungen zwischen verschiedenen Staaten, und ab 1876 gab die Deutsche Seewarte in Hamburg tägliche Wetterkarten heraus. Bis heute werden die Erforschung der Atmosphäre, die Entwicklung von Messinstrumenten und das Sammeln von Messdaten fortgesetzt. Heute gibt es weltweit weit über 50 000 Messstationen und andere Techniken wie Wetterballone, Satellitenbilder und Radarsysteme, welche den Zustand der Atmosphäre messen oder beobachten.

Wie aber werden aus den gemessenen Daten Wettervorhersagen möglich? Dafür werden die vielen weltweit gemessenen Parameter an ein zentrales Rechenzentrum übermittelt, woraus dann der globale Ist-Zustand der Atmosphäre modelliert wird. Anhand dieser Basis werden mit sogenannten Supercomputern Wettermodelle erstellt, die durch mathematische Berechnungen und physikalische Gleichungen den aktuellen Zustand der Atmosphäre in einen zukünftigen Zustand der Atmosphäre übertragen.

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Global nur grobe Auflösung

Man unterscheidet zwischen globalen und regionalen Modellen. Bei einem globalen Modell wird die gesamte Erde mit einem dreidimensionalen Gitternetz überzogen, und für jeden Gitterpunkt werden alle wichtigen Wetterparameter wie beispielsweise Luftdruck, Wind und Temperatur für viele verschiedene Höhen in festen Zeitschritten berechnet. Die Gitternetzabstände der globalen Modelle liegen zwischen 9 und 50 Kilometern, die Auflösung ist also relativ grob. Dadurch werden kleinräumige Prozesse und die Topografie unterhalb dieser Schwelle nicht gut erfasst. Lokale Wettermodelle haben dagegen deutlich geringere Gitternetzabstände, die Gitterpunkte liegen hier zwischen 1 und 10 Kilometern auseinander. Damit ist die Auflösung wesentlich besser, d. h. lkoale Gegebenheiten wie z. B. die Topografie sind besser integriert.

Alle Wettermodelle werden mehrmals täglich zu bestimmten Zeiten berechnet. Der Meteorologe sucht dann nach Mustern. Entweder zwischen den verschiedenen Modellen oder in den gleichen Modellen über die Zeit zwischen den Modellläufen. Je ähnlicher die Muster sind, desto wahrscheinlicher ist es, dass die berechnete Situation eintritt. Allerdings sind auch bei kleinräumigen oder kleinskaligen regionalen Modellen mit einer Auflösung von 1 km Gitterabstand noch nicht alle Informationen enthalten. So gehen immer wichtige lokale Gegebenheiten in der Berechnung verloren, was z. B. eine punktgenaue Vorhersage bei Gewittern sehr schwierig macht, da gerade in solchen Situationen lokale Nuancen entscheidend sind. Die Abbildungen oben zeigen die sogenannte Modelltopografie.

Alpen werden verwischt

Der Unterschied im Abstand der Gitterpunkte der jeweiligen Modelle ist deutlich erkennbar und zeigt, dass bei den gröber aufgelösten Modellen zum Beispiel die Topografie der Schweizer Alpen verwischt wird und damit auch die daraus resultierenden Informationen bzw. die Darstellung von Regen oder Wolken.

Wettermodelle werden also durch Berechnungen einer exakten Wissenschaft, nämlich der Physik, erstellt, bleiben aber immer nur eine Annäherung an ein mögliches Szenario, also eine Wahrscheinlichkeit. Betrachtet man aktuell die Modellvorhersagen für die nahe bis mittelfristige Zukunft, so zeigen die Modelle, dass wir weiterhin in einer West- bis Südwestlage bleiben, mit der weitere feuchte Luft zu den Alpen geführt wird. Ein stabiles Hoch zeichnet sich bis auf weiteres nicht ab.