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Trockener Winter 2022/23: In den Bergen fehlt der Schnee

Der Winter 2022/23 hat sich bislang sehr trocken gezeigt. Für den kommenden Sommer sind das keine guten Aussichten.

Mit dem 1. März endet der meteorologische Winter; ein Rückblick zeigt, dass dieser trockener und im Schnitt milder ausfiel als in anderen Jahren.

Vielversprechende Kälte im alten Jahr

Anfang Dezember war der Winter noch vielversprechend, über mehrere Tage war es kalt und es gab sogar Eistage. Das sind Tage, an denen die Temperatur nie über den Gefrierpunkt steigt. Es fiel auch Schnee, sogar bis ins Flachland, die Mengen waren aber eher bescheiden bis mittelmässig. Dieser gefallene Schnee blieb bis zirka zum 20. Dezember liegen, danach folgte zwar erneut Niederschlag, dieser fiel aber durch die massive Erwärmung um die Weihnachtszeit bis weit hinauf als Regen.

Im neuen Jahr zu warm, zu trocken

So räumte es bis in hohe Lagen die weisse Schneedecke. Das alte Jahr endete mit teilweise neuen Silvester-Temperaturrekorden und wettermässig einem ruhigen Jahreswechsel. Der Januar war insgesamt zu trocken, vor allem in den Ostalpen und im Süden fiel sehr wenig Niederschlag. Teilweise waren es weniger als 75 % der durchschnittlichen Niederschlagsmenge.

Sehr trocken fällt nun auch der Februar aus, die gefallenen Niederschlagsmengen sind in der ganzen Schweiz unterdurchschnittlich. In Sion fiel bis anhin 0,1 mm Regen, durchschnittlich fallen hier im Februar 40,4 mm. Auch in Genf sieht es mager aus, hier gab es 0,5 mm Niederschlag, die Durchschnittsmenge liegt hier 55,9 mm.

Die dünne Schneedecke schmolz bald

In der ersten Februarhälfte lag vielerorts in den Bergen eine weisse Schneedecke, aber spätestens mit der Erwärmung ab Mitte Februar und einer Nullgradgrenze von teilweise über 3000 Metern schmolz diese dünne Schneedecke rasch davon. Wie mehrere Messstationen vom SLF zeigen, lag zur selben Jahreszeit noch nie so wenig Schnee wie aktuell, vor allem die mittleren Höhenlagen sind davon am stärksten betroffen. Man kann den aktuellen Schneemangel sogar als historisch bezeichnen.

Meteo Schweiz schreibt zudem in einem vor Kurzem veröffentlichten Bericht, dass in den vergangenen zwölf Monaten landesweit weniger Niederschlag als in der Norm 1991 bis 2020 über den gleichen Zeitraum gefallen ist. In manchen Regionen fehle ein Viertel oder gar die Hälfte der durchschnittlichen Niederschlagsmengen.

Fehlt Schnee, fehlt Wasser

Was können die aktuelle Trockenheit und der massive Schneemangel kurz- und langfristig für Folgen nach sich ziehen? «Das Schneedefizit von heute ist die Trockenheit im nächsten Sommer und Herbst.» Das ist die Aussage einer Forscherin, die in einer Studie untersuchte, wie sich in den vergangenen 50 Jahren die Auslösefaktoren von Dürren in der Schweiz entwickelt haben. Ein Zusammenhang, den die Forscherin dabei untersuchte, war jener der Schneedecke als Auslöser für Trockenheit im Sommer.

Dabei beobachtete sie, dass im Zeitraum 1994 bis 2017 die Zahl der Dürreereignisse, die durch Schneeschmelzdefizite ausgelöst wurden, im Vergleich zur Phase von 1970 bis 1993 um 15 % gestiegen sind. Weniger Schnee in den Bergen bedeutet weniger zwischengespeichertes Wasser und dadurch weniger Abfluss im Frühling durch die Schneeschmelze. Und dies ist wiederum ein grösseres Risiko für Trockenheit und Dürren im Sommer.

Faktoren verstärken sich gegenseitig

Eine andere Ursache für Trockenheit ist neben dem Schneemangel auch die erhöhte Verdunstung durch höhere Temperaturen. Denn weil es immer wärmer wird, verdunstet mehr Wasser, die Böden und Flussbette trocknen schneller aus. Und wenn weniger Wasser verdunstet werden kann, steigen die Temperaturen, was wiederum eine noch höhere Verdunstung zur Folge hat.

Natürlich gibt es noch weitere Faktoren, die einen Einfluss auf die Trockenheit im Sommer haben. Unser Klima und das Wetter sind komplexe Systeme, die immer auch noch erforscht werden. Dennoch lässt sich ein gewisser Zusammenhang und Trend zu mehr Hitze und Trockenheit im Sommer und weniger Schnee im Winter kaum noch aufhalten.

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