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Beat Wampfler geht im NPZ, aber nicht in den Ruhestand

Pferde, Käse und jede Menge Ideen: Nach 25 Jahren gibt der umtriebige Beat Wampfler seine Aufgaben im Nationalen Pferdezentrum Bern ab. Ruhiger nimmt er es künftig aber kaum.

Pfaz. So kürzt die Schweizer Armee den Pferdearzt ab, und so nennt man ihn in der Soldatensprache. Beat Wampfler ist einer von ihnen, er ist Armeeveterinär. Und er hat ein Vierteljahrhundert an einem Ort gearbeitet, der wie kaum ein anderer für das Militärpferd steht. Wo heute das Nationale Pferdezentrum Bern (NPZ) liegt, bildete die Armee während Jahrzehnten ihre Pferde aus. Zu Spitzenzeiten waren es gegen 1500 Tiere. Ende 1996 schloss die Eidgenössische Militärpferdeanstalt (EMPFA). Die Genossenschaft NPZ ging daraus hervor.

Ein Vierteljahrhundert lang war Wampfler hier der Pferdearzt schlechthin. Im Sommer 2027 gibt er seine Aufgaben im NPZ ab, wie dieses am 27. Oktober mitteilte. Von einem klassischen Ruhestand könne bei ihm «kaum die Rede sein», schreibt das NPZ.

Vom Bauernbub zum Diagnostiker

Aufgewachsen ist Beat Wampfler als Bauernbub im Berner Oberland, und die Landwirtschaft hat ihn nie losgelassen. Die Pferde aber auch nicht. Im NPZ baute er gemeinsam mit Stefan Bettschen die Pferdeklinik auf und machte sie zu einem Kompetenzzentrum für Pferdegesundheit. Er leitete die Klinik, sass im Leitungsteam und war stellvertretender Betriebsleiter. Als Diagnostiker hat er sich einen grossen Namen gemacht. Als Chiropraktiker zog es ihn zudem weit über die Kantonsgrenzen hinaus, gerne auch auf die Rennbahnen.

Das NPZ beschreibt ihn als «kreativen Querdenker» und leidenschaftlichen Pferdemenschen. Wer ihn kennt, ergänzt: Wampfler ist auch ein Philosoph und sein Fahrzeug ein Sammelsurium.

Feldversuch statt Reagenzglas

In Rösselerkreisen ist Beat Wampfler seit Jahren ein Begriff. Weltbekannt gemacht hat ihn aber der Käse. Er ist wohl der grösste Anhänger der Emmentaler Käsekultur, und er ist überzeugt, dass Musik den Käse noch besser macht. In seinem Käsehaus K3 in Burgdorf BE spielte er 2018 zusammen mit der Hochschule der Künste Bern reifendem Emmentaler Mozart, Rock und Hip-Hop vor.

Eine Jury verkostete die Laibe blind und fand den Hip-Hop-Käse am fruchtigsten. Die Wissenschaft stützte ihn: Die Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften (ZHAW) stellte im Labor fest, dass sich die Laibe je nach Musik messbar unterschiedlich entwickelt hatten. Die Geschichte ging um die Welt, und die Musik im Keller läuft bis heute.

Beat Wampfler hat 25 Jahre lang das NPZ geprägt und die Pferde weit über die Kantonsgrenzen hinaus behandelt. (Bild: NPZ)

Hier passt die Wissenschaft für ihn. Ohne Feldversuch aber sagt sie ihm wenig. Und so betreibt er auch Pferdemedizin.

Mit Ochsen auf Tour de Suisse

Sein jüngstes Projekt hat vier Beine und Hörner. Beat Wampfler ist Initiant eines Gespanns aus fünf Simmentaler Ochsen, die als Markenbotschafter für Simmentaler Original unterwegs sind. Die Tiere gehören nicht ihm, doch mit ihnen macht er schier eine Tour de Suisse. An der diesjährigen BEA in Bern zogen zwei der Ochsen den Karren. Der Verein Simmentaler Original will mit seinem Gütesiegel die älteste Schweizer Zweinutzungsrasse fördern. Seit diesem Frühling übernehmen IP-Suisse und Mutterkuh Schweiz die operativen Aufgaben.

Nachfolgerin aus den eigenen Reihen

In der Pferdeklinik folgt auf Beat Wampfler mit Désirée Blau-Huber eine ausgewiesene Pferdespezialistin. Die 36-jährige Tierärztin arbeitet seit 2019 im NPZ, zuvor war sie am Institut Suisse de Médecine Équine (ISME) tätig. Sie ist Fachtierärztin für Pferdemedizin und hat besondere Kompetenzen in der Pferdezahnmedizin. Spezialisiert ist sie auf Orthopädie und bildgebende Diagnostik. An der Berufsfachschule in Zollikofen BE unterrichtet sie Lernende der Pferdeberufe in Pferdegesundheit. Ab 2027 leitet sie die Klinik zu dritt mit Thea Rhyner und Tanja Mathys, die beide seit über 15 Jahren im NPZ arbeiten.

«Désirée bringt nicht nur grosses fachliches Können mit, sondern auch die Leidenschaft für die Pferde und das Herzblut für unseren Betrieb», sagt Beat Wampfler.

Als zweiter stellvertretender Betriebsleiter folgt ihm Dimitrij Gasser. Er leitet den Bereich Facility-Management und Services und gehört seit 2024 der Geschäftsleitung an. Gasser teilt sich die Stellvertretung mit Urs Schelker, der dieses Jahr 30 Jahre im NPZ feierte.

Hüter der Wagensammlung

Dem NPZ bleibt Beat Wampfler aber verbunden. Er führt weiterhin Gäste durch das Haus und richtet seine Käsebuffets mit Spezialitäten aus dem eigenen Keller aus. Vor allem betreut er weiterhin die historische Geschirr- und Wagensammlung der ehemaligen EMPFA. Die Sammlung gehört dem Bund und umfasst Geschirre, Wagen und weitere Zeugen der Schweizer Pferde- und Militärgeschichte. Als Tierarzt bleibt er im Aussendienst unterwegs. Seine Fahrpraxis will er in den nächsten Jahren schrittweise seiner Tochter übergeben.

Seine Geschichten, sein Humor und sein Käsekeller würden im NPZ «noch lange ihren festen Platz haben», schreibt das NPZ zum Abschied.

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