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Meteorologischer Rückblick: Ein warmes Jahr ist zu Ende gegangen

Das Jahr 2022 ist vorbei – Zeit für einen Blick zurück auf das Wetter der vergangenen 12 Monate. 2022 bescherte uns herausforderndes Wetter mit rekordhohen Temperaturen und Sonnenstunden.

Mit dem zu Ende gegangenen Jahr 2022 lohnt sich ein Blick zurück auf die meteorologischen Bedingungen der vergangenen zwölf Monate. Das Jahr gab vor allem durch aussergewöhnlich hohe Temperaturen zu reden, aber auch durch sehr viel Sonnenschein und lange Trockenperioden.

Höchste Temperatur im Jahresmittel

Im schweizweiten Mittel lag die durchschnittliche Temperatur im Jahr 2022 bei 7,4 Grad. Dies ist mit Abstand die höchste je gemessene Durchschnittstemperatur seit 1864. Sie liegt 1,6 Grad über dem langjährigen Mittel von 1991 bis 2020. Dies ist umso erstaunlicher, da sich auch das langjährige Mittel in den vergangenen 100 Jahren bereits um 2 Grad von rund 4 auf 6 Grad erhöht hat. Die sieben wärmsten Jahre seit Messbeginn wurden übrigens alle nach dem Jahr 2010 registriert.

Ausserdem gab es 2022 sehr lange Hitzewellen. In Lugano wurden im Juli vierzehn Tage in Folge mit einer Temperatur über 30 Grad verzeichnet, in Stabio waren es bis Anfang August sogar über dreissig Tage am Stück. Auch im Norden war der Sommer sehr warm. Nur der legendäre Hitzesommer 2003 war noch etwas wärmer.

Der September war der einzige Monat des Jahres, in dem die Temperaturen in etwa dem langjährigen Mittel entsprachen oder knapp darunter lagen. Schon im Oktober setzte sich die Wärme aber fort mit dem deutlich höchsten Oktobermittel seit Messbeginn. Auch im November setzte sich die aussergewöhnliche Wärme noch fort.

Regional höchste Sonnenscheindauer

Neben den hohen Temperaturen fiel das Jahr 2022 auch durch eine sehr hohe Zahl von Sonnenstunden auf. Drei der vier Messstandorte mit über 120-jährigen homogenen Datenreihen (Genf, Basel und Zürich) registrierten das sonnigste Jahr seit Messbeginn. Vor allem in Genf wurde der bisherige Rekord um mehr als 100 Stunden übertroffen.

Im Süden ist die Jahresbilanz zwar nicht ganz bei einem Rekord, allerdings zeigte sich dort vor allem der Winter von der sehr sonnigen Seite; es war der sonnigste Winter seit Messbeginn. Im Norden war es vor allem der Sommer, der für Rekordwerte sorgte. So war es auf der Alpennordseite an vielen Orten der sonnigste Sommer seit Messbeginn.

Trockenheit von Mai bis Juli

Die hohen Temperaturen, der viele Sonnenschein und der lange ausbleibende Regen sorgten als Folge für eine ausgeprägte Trockenheit von Mai bis Juli. Im Norden waren die Niederschlagsmengen im Winter noch weitgehend den Normwerten entsprechend. Im Frühling und im Sommer waren die Niederschlagsmengen aber klar unterdurchschnittlich. Dies führte zu einer ausgeprägten Trockenheit, die erst im September durch flächendeckende Niederschläge beendet wurde.

Im Süden war bereits der Winter sehr trocken (in Locarno war es der zweittrockenste Winter seit Messbeginn), und die Trockenheit zog sich praktisch ohne Unterbrüche bis in den Sommer hinein.

Auswirkungen auf die Gletscher

Starke Folgen auf die Massenbilanz der Gletscher hatte das vergangene Wetter. Die Schneearmut im Winter zusammen mit viel Ablagerungen von Saharastaub, die hohen Temperaturen, der viele Sonnenschein und der fehlende Niederschlag im Frühling und Sommer hatten verheerende Auswirkungen auf die Gletscher. Die Gletscher verloren im vergangenen Jahr mit Abstand so viel Masse wie noch nie zuvor seit systematischen Messungen. Auch das Hitzejahr 2003 wurde sehr deutlich übertroffen.

Momentane Situation und Ausblick

Das temperaturmässige Rekordjahr ging standesgemäss zu Ende mit den höchsten an einem Silvester je gemessenen Temperaturen auf der Alpennordseite. In der Nordwestschweiz wurden stellenweise 20 Grad erreicht. Auch die ersten Tage des neuen Jahres waren sehr mild. Dementsprechend ist die Schneelage in den Alpen deutlich unterdurchschnittlich, und Wintersport ist nur in hohen Lagen möglich.

Ab dem 9. Januar zeichnet sich aber zumindest in höheren Lagen der Berge eine kühlere Phase ab, und oberhalb von 1000 bis 1500 Metern ist immer wieder mit Schnee zu rechnen. Eine längere winterliche Phase auch im Flachland scheint aber zumindest in den nächsten zehn Tagen unwahrscheinlich.

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