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Lehrlingsalltag: Modezeitschriften für das Herbarium

Andrea Ramseyer stand vor logistischen Herausforderungen beim Erstellen des Herbariums für die Berufsschule. Die Lösung dafür fand sie im Wohnzimmer.

Ich bin seit letztem August auf meinem Lehrbetrieb in Essertines-sur-Yverdon. Es ist ein grosser Betrieb mit 112 Hektaren LN mit dem Schwergewicht Milchwirtschaft. Rund 75 Milchkühe der Rasse Holstein und Red Holstein werden gemolken, um Gruyère zu produzieren. Daneben wird Mais, Getreide, Zuckerrüben und Raps angebaut.

Auftrag: Herbarium, Herausforderung: Witterung

In der Berufsschule erhielten wir den Auftrag, ein Herbarium zu erstellen. Da es dieses Jahr durch die langandauernde Kälte und dem hohen Niederschlag eine Vegetationsverzögerung gab, fehlten mir die Futterpflanze Luzerne und das Unkraut Hühnerhirse. Um die Pflanzen zu pressen, benötigte ich Zeitungen und Gewicht, damit sie möglichst gut aufbereitet werden konnten. In meinem Zimmer fand ich nichts dergleichen, also bat ich meinen Chef um die mit Modezeitschriften gefüllte Harasse in der Wohnstube.

«Ich bekam einen roten Kopf»

Eines Abends fragte die Tochter des Chefs: «Wer hat die Harasse mit den Modezeitschriften genommen?» Ich bekam einen roten Kopf, denn ich war die Schuldige – ich brauchte die Zeitschriften ja als Gewicht. Jeden Samstag kommt der Cousin meines Chefs, um Abfall in den Entsorgungshof zu bringen. Da es manchmal schwierig ist, sich mit fünf französisch sprechenden Personen – welche alle auf einmal sprechen – zu unterhalten, dachte ich, der Cousin habe die Harasse weggeräumt. Es klärte sich am Schluss auf, dass glücklicherweise weder die Harasse noch die Magazine entsorgt wurden. Das Herbarium konnte ich rechtzeitig fertigstellen, und erreichte dafür die Maximalpunktzahl.

Ende gut, alles gut!

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