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Igel verhungern wegen der Hitze und Trockenheit – so kann den Tieren im Garten geholfen werden

Die Wettersituation verschärft die schwierige Situation des Tieres des Jahres 2026. Wegen der Hitze fehlt es den Igeln an Insekten zum Fressen. Pro Igel Schweiz rät, nicht nur Wasser, sondern ausnahmsweise auch Futter anzubieten.

Die Hitze und Trockenheit der letzten Wochen setzen der Natur, den Menschen und den Tieren zu. Besonders hart trifft es das von Pro Natura ernannte Tier des Jahres 2026, den Igel. Wie diverse Medien berichteten, verzeichnen die Igelstationen eine aussergewöhnlich hohe Zahl an verwaisten Jungtieren und geschwächten Igelmüttern. Der Verein Pro Igel Schweiz geht in einer Medienmitteilung davon aus, dass die Trockenheit und Hitze die ohnehin schon bedrohliche Situation der Igel verschärfen. Es fehlt den Tieren an Nahrung. Denn auch Insekten, die Nahrung der Igel, sind weniger geworden. Pro Igel Schweiz appelliert an die Bevölkerung, Igel zu unterstützen.

Wasserschalen und ausnahmsweise zufüttern

Jede flache Schale mit frischem Wasser an einem schattigen Ort helfe. Auch eine fachgerechte und kurzzeitige Zufütterung könne für geschwächte und säugende Igel entscheidend sein. Doch dabei ist Vorsicht geboten. Zwar gibt es im Handel Igelfutter zu kaufen. Doch dieses ist vielfach ungeeignet, da es Getreide, Früchte oder Nüsse enthält.

Laut Igelzentrum Zürich kann der einfache Magen-Darm-Trakt der Tiere diese Produkte nicht verwerten. Vermieden werden müssen: Katzenfutter mit Getreide, Sauce oder Gelee, Obst, Nüsse, Haferflocken und andere pflanzliche Nahrung und auch Milch. Pro Igel Schweiz und auch die Igelhilfe Baselbiet empfehlen unter anderem Futter von PikPik. Dieses wurde in Zusammenarbeit mit Igelstationen entwickelt. Weiteres geeignetes Futter für Igel:

  • Katzen-Nassfutter ohne Gelee/Sauce mit einem Fleischanteil von mindestens 70 Prozent
  • Rührei ohne Gewürze
  • leicht angebratenes und ungewürztes Hackfleisch
  • Insekten: Mischung aus Mehlwürmern und Soldatenfliegenlarven (nie als Alleinfutter, sondern als Ergänzung zu einer ausgewogenen Fütterung).

Wie und wo sind ebenso wichtig

Aber nicht nur das richtige Futter, sondern auch die Futterstelle und die Art und Weise des Fütterns sind laut Pro Igel Schweiz wichtig.

  • Richtige Futterstelle: Ein stabiles Igel-Futterhaus schützt das Futter vor Katzen und Füchsen.
  • Tägliche Reinigung.
  • Futter immer nach Einbruch der Dämmerung anbieten.
  • Futterreste morgens entfernen, um keine Ratten anzulocken.
  • Flache Schale mit frischem Wasser bereitstellen und täglich reinigen.

Die Zufütterung soll jedoch nur kurzzeitig erfolgen. Langfristig würden naturnahe Gärten die wichtigste Hilfe für Igel bleiben, so Pro Igel Schweiz. Bei Unsicherheiten solle eine Igelstation kontaktiert werden.

Massnahmen für igelfreundliche Gärten

Pro Igel Schweiz nennt auf ihrer Website sechs Massnahmen für einen igelfreundlichen Garten:

  • Wasserstellen einrichten, etwa in Form eines Naturteiches. Während Dürreperioden helfen auch Wasserschalen.
  • Wiese statt Rasen. Darin ist Nahrung (Käfer, Spinnen, Larven, Raupen, Schnecken und Würmer) zu finden.
  • Hecken und Sträucher: Unter buschigen Sträuchern und Hecken verbringen Igel den Tag und bauen das Säuglings- und das Winternest.
  • Einheimische Pflanzen verwenden.
  • Gartenabfälle verwerten. Haufen aus Strauchschnitt, Laub und Totholz bieten Nahrung und Unterschlupf.
  • Durchlässige Zäune und Gartenmauern. Igel legen auf der Futter- und Partnersuche weite Strecken zurück. Durchschlüpfe erleichtern die Wanderungen und verringern Strassenüberquerungen.