Lange wurde gerätselt, Generationen von Experten haben sich daran abgearbeitet. Nun ist endlich klar, wer die Agrarlobby steuert und einen Abstimmungssieg nach dem anderen einfährt. Enthüllt wurde dieses bis anhin wohlgehütete Geheimnis durch eine uns bisher völlig unbekannte Sendung im Schweizer Farbfernsehen (SRF), moderiert von einem gewissen Herr Deville. 

Nein, es ist nicht Markus Ritter oder Patti Basler

Nein, es ist nicht Markus Ritter, der spielt lieber Landwirtschafts-Simulator. Nein, es ist auch nicht Katrin Bertschy, die muss als Grünliberale täglich die politische Fahne im aktuell blasenden Wind neu richten. Nein, es ist nicht Patti Basler, die muss nämlich bei ihrer Schwester im Stall helfen.

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Und nein, es sind auch nicht all die anderen Funktionäre in Bundesbern und in Brugg im «Agrargau», nein, es sind die Schweizer Agrarmedien AG (SAM), mit ihren mit Tierlis aller Art dekoriert daherkommenden Titeln namens BauernZeitung, «die grüne» und Tierwelt.

Elektrizität vom Hometrainer

Aber diese harmlos auftretenden Publikationen mit ihren idyllischen Bildern sind nur Fassade für eine Meinungsmaschinerie, die mit ihren Methoden selbst das zwangsgebührenfinanzierte parastaatliche Medienhaus am renaturierten Zürcher Leutschenbach in den Schatten stellt.

Exklusiv geben wir hier ein wenig Einblick: Kürzlich sind wir extra nach Münchenbuchsee umgezogen, weil die ländliche Umgebung grössere Kellerräumlichkeiten bietet. In diesen fensterlosen Räumen strampeln die 87 Prozent nicht-bäuerlichen Parlamentarier(innen) an Stehvelos, sogenannten Hometrainern, um für unsere schweren Druckmaschinen die Elektrizität zu generieren. Der entstehende Dampf von den schwitzenden Leibern wird benutzt, um unsere grosse Schwarzbrennerei zu betreiben. Hier wird der Schnaps hergestellt, mit dem wir die Landwirtschaftskritiker gefügig machen. 

Belohnung mit sauberem Trinkwasser und schorfigem Obst

Belohnt werden sie nicht nur mit sauberem Schweizer Trinkwasser und schorfigem Obst (das ihnen von bauernkritischen JournalistInnen und Comedians im Frondienst serviert wird), sondern auch mit einer gelegentlichen beiläufigen Erwähnung in unseren Zeitungen und Magazinen. Aber natürlich nur, wenn sie während der ganzen Session korrekt gestimmt haben, ansonsten gilt es weiterzustrampeln, bis die nächste Landwirtschafts-Initiative mit mindestens 66 Prozent Nein-Stimmen bachab geschickt ist. Und das kann dauern.

Item, mehr Details können wir zur Zeit nicht liefern. Betriebsführungen bieten wir auf eigenes Risiko. Herrn Deville möchten wir danken für die Offenlegung der wahren Machtverhältnisse und hoffen auf ein baldiges Wiedersehen in unserem Strampelkeller. Erstaunt waren wir einzig, dass unsere Firma erst nach gut 20 Minuten Sendezeit erwähnt wurde, das wird noch Konsequenzen haben für SRF.