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Bundesrat Beat Jans beehrt die Bäuerinnen und Landfrauen an ihrer DV

Seit seinen landwirtschaftlichen Lehrjahren hat der Magistrat Respekt vor der Arbeit der Frauen, die auf Höfen leben und arbeiten. So liess er es sich nicht nehmen, zu den Bäuerinnen und Landfrauen nach Lenzburg zu fahren.

Das UNO-Jahr 2026 der Bäuerinnen und Landfrauen war ein Thema, das an der Delegiertenversammlung des Schweizerischen Bäuerinnen- und Landfrauenverbands viel Platz einnahm. Während die Frauen vom Land für ihre Arbeit im Alltag oft zu wenig Wertschätzung und Anerkennung bekommen, sah das an der DV anders aus. Zum besonderen Jahr gab sich sogar Bundesrat Beat Jans die Ehre.

Bundesrat schwelgt in Erinnerungen

Beat Jans lobte in Lenzburg AG die Arbeit der Bäuerinnen und Landfrauen in den höchsten Tönen. Und bei so mancher im Saal des Mercure Hotel Krone dürften seine lobenden und wertschätzenden Worte runtergegangen sein wie Öl. Bundesrat Jans schwelgte in Erinnerung an seine beiden landwirtschaftlichen Lehrjahre im Baselbiet. Schnell habe er da begriffen: «Ohne Frauen funktioniert es auf dem Betrieb nicht. Was sie täglich leisten, ist enorm», betonte er. Er forderte die Frauen aber auch auf: «Sie können selbstbewusster auftreten! Denn wenn die Bäuerin oder die Landfrau will, steht alles still.»

Bundesrat Beat Jans beehrt die Bäuerinnen und Landfrauen an ihrer DV
Bundesrat Beat Jans zeigte grossen Respekt vor der Arbeit, die Bäuerinnen und Landfrauen im ganzen Land leisten.

Hartnäckigkeit über Jahrzehnte beeindruckt

Jedoch bereitet Beat Jans die vielerorts immer noch fehlende soziale Absicherung Sorgen. Das sei fatal. «Dass es aber vorwärtsgeht, dass sich die Situation der Frauen in der Landwirtschaft verbessert, das ist das grosse Verdienst des SBLV. Seit fast 100 Jahren setzen Sie sich dafür ein, dass die Arbeit von Frauen in der Landwirtschaft geachtet wird, dass die Frauen für ihre Arbeit entlöhnt werden und sozial abgesichert sind. Dieses mutige und hartnäckige Engagement über Jahre hinweg beeindruckt mich», betonte er.

Auch der Aargauer Regierungsrat Markus Dieth hatte nur lobende Worte für die Frauen übrig. Er bezeichnete sie gar als «Krone der Landwirtschaft». Er meinte zudem: «Wer Frauen in der Landwirtschaft stärkt, stärkt das ganze Land.»

Bundesrat Beat Jans beehrt die Bäuerinnen und Landfrauen an ihrer DV
Anne Challandes verabschiedet Vorstandsmitglied Doris Marti.

Der grosse Verband hat Einfluss

Im Rahmen des UNO-Jahres will der SBLV die Arbeit der Bäuerinnen und Landfrauen stärker sichtbar machen. Dazu wurden 16 Frauen porträtiert. Sechs dieser Frauen haben sich und ihre Arbeit an der Versammlung kurz vorgestellt. Die Porträts sind auf der Website des SBLV, aber auch in der Sonderausstellung Frauen in der Landwirtschaft: gestern – heute – morgen, im Freilichtmuseum Ballenberg im Berner Oberland zu sehen.

Mehrfach wurde an der Versammlung der Zusammenhalt unter den Frauen hochgehalten. So erklärte die Präsidentin Anne Challandes: «Es ist wichtiger denn je, zusammenzuhalten und geeint zu bleiben, um unsere Einflusskraft, unsere Handlungskraft und unsere gemeinsame Stärke zu bewahren – jene Kräfte, die uns voranbringen, eine für alle und alle für eine!» Denn Einfluss habe der SBLV, der einer der grössten Frauendachverbände in der Schweiz sei, auch im Bundeshaus. So sei in den «heiligen Hallen» die Meinung des SBLV gefragt. «Unsere Grösse ist unser Gewicht», betonte Alice Gwerder von der Fachkommission Familien und Sozialpolitik.

Bundesrat Beat Jans beehrt die Bäuerinnen und Landfrauen an ihrer DV
Rajka Frei wurde neu in den Vorstand gewählt.

Das Kochbuch ist ein Erfolg

Neben dem UNO-Jahr der Bäuerinnen und Landfrauen war auch das neu erschienene Landfrauenkochbuch «Aus 1 mach 5» Thema. Dieses hat der SBLV zusammen mit dem Landliebe-Verlag herausgegeben. Bereits nach rund einem Monat seien 800 Exemplare verkauft worden, teilten die Verantwortlichen freudig mit. Weiter wurde über die breit gefächerten Tätigkeiten des Verbands informiert. Etwa über das Burnout-Projekt, die Mitarbeit zur Entwicklung der AP 2030+, die Neophyten Sensibilisierungskampagne oder auch der Stand der Dinge bei der Revision der höheren Berufsbildung.

Bundesrat Beat Jans beehrt die Bäuerinnen und Landfrauen an ihrer DV
Als neue Kantonalpräsidentinnen wurden Thérèse Porret VD (v. l.), Christa Krähenbühl und Ursula Brönnimann, Co-Präsidentinnen BE-d, sowie Martina Neff AR in die Präsidentinnenkonferenz gewählt.

«Standing Ovation» für Anne Challandes

Aus personeller Sicht gibt es im SBLV ein paar Änderungen. Vorstandsmitglied Doris Marti aus dem Kanton Bern trat nach sechs Jahren zurück. An ihre Stelle wählten die 137 Delegierten mit grossem Jubel Rajka Frei aus Pfäffikon ZH. Sie übernimmt einen Vorstandssitz ohne regionale Bindung. Einigen dürfte sie bereits als Prüfungsleitung Bäuerin Deutschschweiz bekannt sein. «Ich freue mich darauf, Bewährtes zu pflegen und mit Weitsicht auch Neues in Angriff zu nehmen», erklärte sie nach ihrer Wahl. Der restliche Vorstand wurde im Rahmen der Gesamterneuerungswahlen wiedergewählt. Auch die Präsidentin Anne Challandes stellte sich für die weitere Amtsperiode 2026 bis 2030 zur Verfügung. Dies quittierte die Versammlung erfreut mit Applaus und stehender Ovation.

Eine Änderung gibt es in der Kommission Ernährung und Hauswirtschaft. Da gab Rahel Brütsch das Präsidium auf, verbleibt jedoch weiterhin als Mitglied in der Kommission. Als neue Kommissionspräsidentin wurde Trudi Berchtold aus dem Kanton Obwalden gewählt. Bei der Fachgruppe Bäuerin folgte Catia Kohli (BE-f) auf Anne-Lise Thürler aus dem Kanton Freiburg.

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Sophie Porret (v. l.), Sevenja Kraus, Elisabeth Schönenberger, Chantal Tétaz, Caroline Schori und Barbara Wirth werden im UNO-Jahr in Porträts vom SBLV vorgestellt.

Rechnung schliesst positiv ab

Aus finanzieller Sicht präsentierte sich das vergangene Geschäftsjahr positiv. Geschäftsführerin Kathrin Bieri zeigte die erfreulichen Zahlen auf. Die Rechnung schliesst mit einem Plus von 2397 Franken. Das sei darum erfreulich, weil das Budget ein Minus von 36 800 Franken vorgesehen hatte. Alle holten mit Herzblut das Beste aus den knappen Ressourcen heraus, lobte Kathrin Bieri.

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