Rund 24 ha gross sind die rund 200 Luzerner und Zuger Betriebe, die die Agro Treuhand für das Jahr 2025 ausgewertet hat. Im Schnitt halten sie rund 50 GVE. Der landwirtschaftliche Ertrag war im Jahr 2025 mit 20 300 Franken pro ha seit 2020 noch nie so hoch.
Das Bruttoergebnis nach Personal- und Warenaufwand lag bei 9000 Franken pro ha, das Betriebsergebnis bei 3900 Franken, auch das höchste der letzten fünf Jahre. Diese Zahlen sind der Auswertung der Buchhaltungsergebnisse von Luzerner und Zuger Betrieben für das Jahr 2025 durch die Agro Treuhand Sursee (AT) zu entnehmen.
Eigenkapital hat zugenommen
Die Betriebe weisen im Schnitt ein Eigenkapital von über 700 000 Franken aus, bei Aktiven von 1,57 Millionen Franken. Die Bergbetriebe haben im Schnitt ein Eigenkapital von 0,5 Mio. Franken, kombinierte Betriebe (das sind alle mit über 25 Prozent offener Ackerfläche, sowie Kühen, Schweinen, Geflügel und Rindviehmast, also die typischen luzernischen Tierintensiven) kommen auf fast 0,8 Mio. Franken Eigenkapital.
Allerdings haben diese auch das höchste langfristige Fremdkapital, mit über 0,86 Mio. Franken. Im mehrjährigen Vergleich ist das Eigenkapital der Betriebe aber erfreulich gestiegen.
Höhere Einkommen – aber klare Unterschiede
«Es war wirtschaftlich ein gutes Jahr», sagt Peter Estermann, Leiter der AT. Über alle Betriebe hinweg seien die Einkommen im Jahr 2025 gestiegen. Und es waren die höchsten Löhne der letzten drei Jahre.
Als landwirtschaftliches Einkommen wurden im Schnitt rund 94 000 Franken pro Betrieb ausgewiesen. Dazu kommen noch unselbstständige Nebeneinkünfte von knapp 24 000 Franken. Wobei nicht alle Nebeneinkünfte buchhalterisch erfasst würden, erklärt Estermann.
«Es bleibt die Hoffnung, dass die in Aussicht gestellten Mittel des Bundes möglichst schnell verfügbar sind.»
Jürg Hulliger, Experte bei der Aargauischen Landwirtschaftlichen Kreditkasse.
Allerdings sind die Unterschiede je nach Betriebsgrössen, Lage und Struktur gross: So lag das Landwirtschaftliche Einkommen (LE) bei Milchviehbetrieben unter 70 000 Franken, Mutterkuhhalter kamen auf lediglich 53 000 Franken LE, allerdings waren die Nebeneinkünfte bei diesen Betrieben über 30 000 Franken.
Die höchsten Einkommen erzielten die kombinierten Betriebe mit einem LE von rund 110 000 Franken, dazu kommen Nebeneinkünfte von rund 22 000 Franken. Zu beachten sei, dass die ausgewiesenen Einkommen auch stark abhängig sind von den getätigten Abschreibungen. So waren die Abschreibungen auf die Liegenschaft und die mobilen Sachanlagen deutlich höher als in den Vorjahren.
Tierhaltung und Pflanzenbau positiv
Die guten Einkommen im Jahr 2025 begründet Peter Estermann mit den höheren Erträgen beim Rindvieh und bei der Milch. So lagen die Milchverkäufe auf hohem Niveau und auch der Verkauf der Tiere brachte konstant hohe Erträge. Allerdings hat auch die höhere Inventarbewertung der Tiere einen positiven Einfluss gehabt.
Die Erlöse aus Schweinen bewegten sich auf einem ähnlich hohen Niveau wie im Vorjahr. «Gute Preise bringen auch gute Deckungsbeiträge», weiss Peter Estermann. So war der Deckungsbeitrag (DB) mit 3531 Franken pro Muttersau der höchste seit 2020.
Gut bis sehr gut waren dank hoher Erträge die Ergebnisse auch im Ackerbau. Die Deckungsbeiträge beim ÖLN-Weizen waren mit fast 3300 Franken pro ha beispielsweise doppelt so hoch wie 2024, und auch im Raps seien sehr gute Ergebnisse möglich gewesen.
«Es geht mehr Geld raus, als hereinkommt.»
Samuel Brunner, Geschäftsführer der Landwirtschaftlichen Kreditkasse des Kantons Luzern.
Deutlich gestiegen sind bei allen Betriebszweigen und bei Berg und Tal hingegen auch sämtliche Strukturkosten. Im Schnitt sind es rund 9000 Franken pro ha.

2026 wird viel schlechter
Für das laufende Jahr ist Peter Estermann allerdings pessimistisch. Es werden schlechtere Ergebnisse erwartet. Bei den Muttersauen sei davon auszugehen, dass der DB aufgrund der Preisentwicklung wieder unter 1000 Franken falle. In der Milchwirtschaft dürften die Folgen der Futterknappheit und der gesundheitlichen Probleme (wie Orthobunya-Virus) spürbar werden.
Im Ackerbau seien die Ergebnisse wohl stark standortabhängig. Es sei aber auch da zu erwarten, dass diese aufgrund der Hitze und des Wassermangels klar schlechter ausfallen werden, meint Estermann.
«Die Liquiditätsplanung wird sehr wichtig», sagt Peter Estermann von der Agro Treuhand Sursee. Er verweist auf die Erlöseinbussen und Mehrkosten dieses Jahr, wegen der Hitze und Trockenheit, aber auch auf Probleme mit der Tiergesundheit auf vielen Betrieben.
Wie viele Betriebe deshalb derzeit eine ungenügende Liquidität haben, ist unklar. Jedenfalls wurden die Direktzahlungen diesen Herbst früher ausbezahlt. So im Kanton Luzern bereits Anfang Oktober.
Auf genügende Liquidität achten
Erstaunlich wenig Anfragen für die Stundung von Darlehensrückzahlungen gingen bisher bei der Landwirtschaftlichen Kreditkasse des Kantons Luzern (LK) ein, sagt Geschäftsführer Samuel Brunner. Teils seien einige Fristverlängerungen gewährt worden. Die LK sei aber auf die Rückzahlungen der Darlehen angewiesen, wegen selbst knapper Liquidität. Wie übrigens bei vielen anderen kantonalen Kassen auch.
Zwar einige Anfragen, aber keine Gesuche gab es bisher für Betriebshilfedarlehen (BHD) wegen Trockenheit, wohl im Wissen wegen fehlenden Mitteln.
Hoffnung für neue Mittel
Das hänge mit neuen Massnahmen zusammen, die viel Geld beanspruchen würden. So, weil seit einiger Zeit Liegenschaftskäufe von Dritten zum Verkehrswert mitfinanziert werden könnten und so hohe Kredite gewährt würden. Die Reserven des Fonds de Roulement seien deshalb fast aufgebraucht. «Es geht mehr Geld raus, als hereinkommt.»
Die LK bemühe sich sehr um zusätzliche Mittel und habe bei Bund und Kanton den Bedarf eingegeben. In der Dezembersession entscheidet der Bund über zusätzliche Gelder für Massnahmen wegen der Trockenheit. «Wir sind zuversichtlich, dass wir ab 2027 wieder mehr Luft haben.» Zumal es denkbar sei, dass im Frühjahr mehr Gesuche für Darlehen zur Überbrückung unverschuldeter finanzieller Notlagen eingehen könnten. Das hänge wohl davon ab, wie sich die Situation bei der Versorgung mit Futter und der Milch- und Schweinemarkt entwickeln.
Andererseits ist bei der LK kein Rückgang bei den Gesuchen feststellbar. Es würden nach wie vor viele Kreditanträge gestellt, was weiterhin auf eine rege Investitionstätigkeit hinweise.
Im Aargau vermehrte Nachfrage
Stark betroffen von der Trockenheit war und ist der Kanton Aargau. Es seien deswegen bis heute etwa 15 Gesuche für die Stundung von Amortisationen und/oder für BHD eingegangen, sagt Jürg Hulliger, Experte bei der Aargauischen Landwirtschaftlichen Kreditkasse (ALK). Der Bauernverband Aargau hatte im letzten Newsletter auf diese Möglichkeiten hingewiesen, um die Liquidität kurzfristig zu verbessern, so wegen der vielen Futterzukäufe.
Erfahrungsgemäss würden die Landwirte relativ spät reagieren, sagt Jürg Hulliger. Zudem seien die Probleme mit dem Regen in den letzten Wochen nicht gelöst. Die ALK rechne deshalb mit einer erheblichen Anzahl an Betrieben, die sich noch melden würden. Hulliger gibt aber zu bedenken, dass BHD keine einfachen Problemlöser seien und den üblichen Kreditgewährungsprozess durchlaufen müssten. Stundungen von Darlehensrückzahlungen könnten bei finanziellen Engpässen helfen, und die ALK werde im Rahmen ihrer Möglichkeiten auf Begehren eintreten.
Mehr Mittel nötig
Wie bei vielen kantonalen Kreditkassen sei die Liquidität in den letzten Jahren kleiner geworden, weil die Kreditzusagen über der Summe der Darlehensrückzahlungen lagen. So mussten auf Weisung des Bundes Anfang 2026 Massnahmen eingeführt werden. So hat die ALK die berechneten Investitionskredite (IK) linear um zehn Prozent gekürzt, die maximalen Laufzeiten für IK und Starthilfen reduziert und die Finanzierung von Landkäufen und BHD für Umschuldungen sistiert.
Jürg Hulliger geht davon aus, dass diese Massnahmen auch für 2027 gelten. «Es bleibt die Hoffnung, dass die in Aussicht gestellten Mittel des Bundes möglichst schnell verfügbar sind.»
Einen Rückgang bei den Kreditgesuchen für Investitionen im Aargau stellt er nicht fest, es bestehe nach wie vor ein Überhang. Dass wegen Trockenheit weniger investiert wird, sei bis jetzt auch nicht spürbar.

