Jetzt, wo die Böden stark ausgetrocknet sind, denkt kaum jemand an die Bodenverdichtungen aus den regnerischen Phasen früher im Jahr. Dennoch zeigen manche Wiesen heute Schwächen aufgrund schlechter Durchwurzelung.
Im Laufe der Jahre benachteiligt die Bodenverdichtung Leguminosen und andere wertvolle Futterpflanzen. Nach und nach haben weniger erwünschte Arten wie das Gemeine Rispengras, der Kriechende Hahnenfuss oder die Quecke Konkurrenzvorteile gegenüber den geschwächten Futterpflanzen. Dank ihrer Ausläufer können sie verdichtete Böden besser decken.
Fahrspuren als letztes Mittel
«Ein Güllegespann mit einer Radlast von 2500 Kilogramm birgt auf einem mässig feuchten Boden bereits das Risiko von Verdichtungen bis in 35 Zentimeter Tiefe», erklärt Pierre Aeby. Er ist wissenschaftlicher Mitarbeiter und landwirtschaftlicher Berater am Landwirtschaftlichen Institut Grangeneuve im Kanton Freiburg und hat sich auf Futterbau spezialisiert.
Solche Bedingungen treten häufig im Frühjahr und Herbst auf, sodass die Zahl der betroffenen Böden vermutlich höher ist, als man denkt. Ein Lösungsansatz besteht darin, die Radlast, den Reifendruck und die Anzahl der Überfahrten zu reduzieren oder in dieser Zeit ganz aufs Befahren zu verzichten.
Ist ein Einsatz unvermeidbar, sollte möglichst auf festen Fahrspuren gefahren werden, was dank GPS-Technik gut möglich ist. So werden die verdichteten Fahrstreifen bewusst in Kauf genommen, der übrige Boden bleibt aber verschont.
Verhältnis organische Substanz zu Ton
Nicht alle Böden reagieren gleich: Schluffböden sind sehr empfindlich, selbst ohne Maschinenbelastung. Tonböden können sich durch Trockenheitsrisse oder, seltener, durch tiefes Durchfrieren im Winter, teilweise regenerieren.

«Eine Wiese verträgt Belastungen umso schlechter, je geringer ihr Gehalt an organischer Substanz ist», mahnt Pierre Aeby. In Dauergrünland ist das Verhältnis von organischer Substanz zu Ton häufig günstig und liegt dank Güllegaben und Ernterückständen oft über 17 Prozent. Es gibt jedoch auch Wiesen, bei denen dies nicht der Fall ist. Dort können Mist oder Kompost helfen, den Boden mit organischer Substanz anzureichern.
Saure Böden sind anfälliger für Verdichtung
Zur Vorbeugung gehört ausserdem ein neutraler Boden-pH-Wert, da dieser für eine gewisse Bodenstabilität sorgt. Saure Böden gelten als besonders verdichtungsanfällig. Calcium verbindet den Humus mit den Tonpartikeln und macht die Bodenstruktur widerstandsfähiger. «Da die meisten Böden im Laufe der Jahre natürlicherweise versauern, selbst viele auf kalkhaltigem Ausgangsgestein, ist regelmässiges Kalken für Grünland eine wichtige Standardpflege», empfiehlt der Spezialist.
Boden mechanisch in trockenen Phasen lockern
Ein verdichteter Boden kann mit einem speziellen Tiefenlockerer ohne Bodenwendung aufgelockert werden. Dabei werden Poren und Gänge geschaffen, damit die Wurzeln der wertvollen Futterpflanzen den Boden wieder in der Tiefe durchwachsen können. Die Bodenlockerung sollte in einer ausreichend trockenen Phase erfolgen, damit die Bodenschollen bis mindestens 25 Zentimeter Tiefe aufbrechen, jedoch noch vor einer Zeit intensiven Wurzelwachstums.
Geeignete Bedingungen finden sich in der Regel zwischen Ende August und Oktober. Während der anschliessenden fünf bis sechs Wochen dauernden Wiederbesiedlungsphase darf der Boden nicht befahren werden. Von einem Einsatz des Tiefenlockerers auf Moorböden, sehr tonhaltigen sowie nassen Böden wird abgeraten.
Der Erfolg ist allerdings nicht immer garantiert. Führt die Massnahme nicht zum gewünschten Ergebnis, sollte möglicherweise eine vollständige Erneuerung der Wiese in Betracht gezogen werden.
Interessieren Sie sich für Bodenlockerung im Futterbau? Am Dienstag, 1. September 2026, findet von 9 bis 12 Uhr eine Besichtigung mit Vorstellung von Versuchsergebnissen auf rund zehn Wiesen und Weiden statt. Veranstaltungsort ist der Betrieb Comex Frydom, Route de la Cua 2, Arconciel FR.
Eine Anmeldung ist nicht notwendig. Die Präsentationen werden auf Deutsch gehalten.

