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Eingeschleppter Käfer könnte Allergiker erlösen

Mehr als 13 Millionen Europäer sind allergisch gegen das vor über 150 Jahren aus Nordamerika eingeschleppte Ambrosia. Sein Fressfeind, ein kleiner Blattkäfer, folgte ihm jüngst aus der Neuen in die Alte Welt und wird vielen Menschen Erleichterung bringen


Das berichtet ein Forscherteam unter Schweizer Leitung im Fachjournal «Nature Communications». Das Team um Urs Schaffner vom Centre for Agriculture and Bioscience International (CABI) in Delsberg (JU) berechnete, dass die Behandlung eines Ambrosia-Allergikers zur Blüte- und Pollensaison im Schnitt gut 550 Euro kostet und insgesamt in Europa jedes Jahr 7,4 Milliarden Euro verschlingt.

Der Käfer reduziert die Pollenproduktion

Seit 2013 ist dem Kraut aber ein natürlicher Fressfeind nachgereist, er wurde ebenfalls unabsichtlich von Menschen aus Amerika nach Europa und Asien verschleppt: Der vier Millimeter lange, gelbbraune Blattkäfer «Ophraella communa». Laut Feldversuch der Forscher setzt er dem Ambrosia so stark zu, dass 82 Prozent weniger Pollen produziert werden.

2014 wurde der Käfer erstmals im Tessin entdeckt: Käfer räumt mit Ambrosia auf

Verbotene Pflanze

Ambrosia ist auf der Schwarzen Liste verbotener gebietsfremder Arten in der Schweiz. Es gibt ein Merkblatt von Info Flora dazu, das die Pflanze im Detail beschreibt: Ambrosia artemisiifolia

In der Schweiz hat sich das invasive Kraut bereits vielerorts ausgebreitet. (Karte Info Flora)

Bisher keine negativen Auswirkungen festgestellt

Lässt man den Käfer sich weiter in Europa ausbreiten, könnte dieses «biologische Unkrautbekämpfungsmittel» 2,3 Millionen Europäer zur Ambrosia-Saison vor brennenden Augen, rinnender Nase und Asthma bewahren, und die Gesundheitssysteme würden dadurch um 1,1 Milliarden Euro weniger im Jahr belastet, berechneten die Forscher.

Sie betonen, dass Studien bisher bei eng verwandten Kulturpflanzen, Zierpflanzen und einheimischen gefährdeten Arten keine signifikanten negativen Auswirkungen von Ophraella communa zeigen würden.

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