«Vo Puur zu Puur» in Elgg: Familie Kupper öffnet ihre Hoftüren

Unter den «Von Puur zu Puur»-Gastgebern sind auch Petra und Christof Kupper vom Biohof «Hohbüel». Spannend sind ihre kuhgebundene Kälberaufzucht, ihr Hühnermobil und ihr Hofladen.

Auf dem Biohof Hohbüel im zürcherischen Elgg sind Passantinnen und Passanten willkommen. Dass jemand anhält, kommt nicht selten vor: Am Hof, der am östlichen Dorfrand liegt, führt ein Spazier- und Veloweg vorbei. Dabei zieht besonders das Hühnermobil neugierige Blicke auf sich. «Es ist schön, wenn die Leute Interesse zeigen und Fragen stellen», sagt Petra Kupper. «Bei uns darf man auch die Tiere im Stall besuchen.» 

Nicht der erste Grossanlass

Sie geniesse es, mit der Bevölkerung im Austausch zu sein. Für sie selbst seien die Besuche eine willkommene Gelegenheit, zwischendurch mal einen Schwatz zu halten, so die Bäuerin. Zudem seien solche Momente auch eine Möglichkeit, den Leuten die Landwirtschaft zu erklären.

«Vo Puur zu Puur» 2026

«Vo Puur zu Puur» findet am 20. September 2026 gleich zweifach in der Ostschweiz statt – in den Kantonen Zürich und St. Gallen. Die teilnehmenden Betriebe geben von 10 bis 17 Uhr einen Einblick in die Landwirtschaft. Zwischen den Standorten fährt jeweils ein kostenloser Shuttlebus.

In Zürich ist diesmal der Bezirk Winterthur an der Reihe. Folgende Bauernhöfe nehmen teil: Mäck Luing, René Meili und Doris Hebeisen, Rickenbach; Remo Häusler, Altikon; BZG Berger-Kyburz, Martin Berger und Thomas Kyburz, Dägerlen; Fuchsbüel, Urs Wegmann, Hünikon; Martin-Agro, Tobias Martin und Nadja Schwarz, Hettlingen; Berghof, Familie Kindhauser; Wiesendangen; Milchbauernhof, Jörg und Andrea Büchi, Elgg; Hobüel, Christof und Petra Kupper, Elgg. Weitere Informationen: www.naturtalent.ch.

In St. Gallen findet «Vo Puur zu Puur» dieses Jahr im Rheintal statt. Folgende sieben Betriebe nehmen teil: Pascal Geisser, Oberriet; Fabian und Leandra Stieger, Oberriet; Heiterhof, Familie Freund, Eichberg; Markus und Corinne Segmüller, Altstätten; Reto und Simone Segmüller, Marbach; Heinz und Carina Rohner, Balgach; Fahrmaadhof, Diepoldsau. Weitere Informationen: www.bauern-sg.ch.

Die Gelegenheit für Öffentlichkeitsarbeit war mitunter ein Grund, weshalb sich die Familie Kupper dazu entschied, ihre Hoftüren für den Publikumsanlass «Vo Puur zu Puur» (siehe Kasten) zu öffnen. «Es ist wichtig, zu dem zu stehen, was man als Bauernbetrieb macht», betont Petra Kupper. Es ist nicht das erste Mal, dass sie auf ihrem Hof einen grösseren Anlass abhalten. Sie haben auch schon 1. August-Brunches und Feste organisiert.

Direktvermarktung via Hofladen und Milchautomat

Der Hof Hohbüel ist ein Milchviehbetrieb mit Ackerbau. Hansueli Kupper begann vor rund 30 Jahren Urdinkel anzubauen und im kleinen Stil direkt zu vermarkten. 2018 folgte die Umstellung auf Bio sowie der Ausbau der Direktvermarktung.

Der Kundschaft steht seither ein Selbstbedienungs-Hofladen sowie ein Milchautomat zur Verfügung. 2022 haben Sohn Christof und seine Frau Petra den Betrieb übernommen und führen ihn im selben Stil weiter. «Die Direktvermarktung ist für uns ein wichtiger Bereich», sagt die dreifache Mutter, die vor allem für den Hofladen zuständig ist. 

Kundschaft kommt auch von weiter her

Kuppers bauten nebst Urdinkel auch Brotweizen, Mais und Soja an, teils für den Futterkanal, teils für Lebensmittel. Was Soja betrifft, setzen sie bewusst auf Sorten, die für beide Kanäle möglich sind. Im Laden verkaufen sie ausserdem – zum Sortiment passend – Emmer, Roggen und Buchweizen von anderen Produzenten.

Wegen der Auswahl an Mehlen und Körnern kommen die Kundinnen und Kunden nicht nur aus Elgg ZH und den benachbarten Dörfern, sondern auch von weit her. Auch der Milchautomat ist bei der Kundschaft beliebt, dies nicht zuletzt aufgrund der kuhgebundenen Aufzucht, die auf dem Hohbüel seit Jahren praktiziert wird. Dazu gibt es eine Gruppe für Kühe mit ihren Kälbern, die während der ersten Monate zusammenbleiben.

Damit hätten sie gut Erfahrungen gemacht, so Kupper. Interessant sind dabei die grossen Unterschiede zwischen den Herdenmitgliedern: Während manche Kühe nebst dem eigenen Jungen ein bis zwei weitere Kälber versorgen, sind andere Mütter weniger interessiert an ihrem Nachwuchs. «Wir handhaben das den Bedürfnissen entsprechend sehr flexibel», erklärt die Elggerin, die Freude an der Arbeit mit den Tieren hat.

Mit blauem Auge davon gekommen

Von der anhaltenden Trockenheit kam der Betrieb mehrheitlich mit einem blauen Auge davon. Nicht zuletzt deshalb, weil genug Futter vom letzten Jahr auf Vorrat war und auf einer Wiese Luzerne wächst. «Neben den Wiesen hat vor allem der Mais etwas gelitten», sagt Petra Kupper.

Sie habe gestaunt, wie schnell die Wiesen kürzlich nach einem kräftigen Regenguss wieder grün wurden. Aufgrund der schweren Böden hätten sie mehr Mühe mit langen Regenperioden. Um das Verständnis für die Landwirtschaft zu fördern, zeigt sie der nicht bäuerlichen Bevölkerung solche Zusammenhänge gerne auf.

Daher freue sie sich auf den «Vo Puur zu Puur»-Sonntag, sagt Petra Kupper. «Und wenn wir schon mitmachen, hoffen wir auf zahlreiche Gäste.»

Betriebsspiegel Hohbüeler

Christof und Petra Kupper, Elgg ZH

LN: 40 ha

Produktionsweise: Bio

Tiere: ca. 25 Kühe mit Kälbern und Aufzuchtrindern, 200 Legehennen.

Kulturen: Urdinkel, Brotweizen, Körnermais; Soja (Futter und Lebensmittel), Sonnenblumen und Raps.

Vermarktung: Milch via Mooh und Milchautomat, Brotweizen-Verkauf an die Mühle, Eier und Urdinkel für die Direktvermarktung im Hofladen.

Weiteres: vier Pensionspferde

www.hohbüeler.ch

Weiterlesen

  • Die IG Bauern Unternehmen kritisiert, bei der Entwicklung von Digiflux sei die Praxis zu wenig einbezogen worden. Das BLW hält dagegen.

    Anwender erbost über Digiflux – «Keine Rückkehr zu Hoduflu vorgesehen»

    Die neue Plattform löst das bisherige Programm ab, wird aber als unausgereift und nicht praxistauglich kritisiert. Das BLW will laufend Schwachstellen beheben.
    Show more
    ABO
  • Gewinnen Sie zwei Tickets für die OLMA 2026!

    ✹
  • Biodiversität in der Landwirtschaft: FiBL und Vogelwarte lancieren Praxishandbuch

    ABO