Jeweils anfangs August, im Anschluss an den sonntäglichen Gottesdienst auf dem Klausenpass, treffen sich die Urnerboden-Älpler zum traditionellen «z`Bodämeehrä». Dabei wird das Datum für die Bodäfahrt festgelegt, also der Tag, an dem die Älpler mit ihrem Vieh wieder von den Oberstafeln auf den Urnerboden zurückkehren. Heuer einigten sich die Älplerinnen und Älpler mit deutlichem Mehr auf den 18. August 2026 als Bodäfahrtstag.
Der markante Temperaturrückgang und der bedeckte Himmel am Tag der Bodäfahrt bewogen die gegen 40 Älplerfamilien, erst kurz vor Tagesanbruch Richtung Urnerboden aufzubrechen. Für Mensch und Vieh herrschen angenehme Temperaturen. So erreichten die ersten Sennten das Dorf Urnerboden in der Dämmerung kurz vor 6.00 Uhr. Die Kühe freuten sich auf das saftige Gras der Hochebene.
Besucher aus dem In- und Ausland
Die meisten der rund 1000 Kühe trugen eine Fahrtreichel oder Glocke um den Hals. Der Stolz der Kühe auf ihr Glockengeläut war offensichtlich. Besucherinnen und Besucher aus der Innerschweiz, der Ostschweiz, aus dem Bernbiet und sogar aus dem grenznahen Ausland waren entlang der Passstrasse auszumachen. Es sei ein einmaliges Ereignis, das er unbedingt einmal erleben wollte, schwärmte ein Zuschauer begeistert.

Für die mehreren hundert Besucher war es einmal mehr ein fantastisches Erlebnis, kurz nach Tagesanbruch so viele Viehsennten mit ihrem an den Felswänden widerhallenden Glockenklang an sich vorbeiziehen zu sehen und zu hören. Immer mehr Älplerfamilien schmücken mittlerweile zudem ihre Kühe, was mit Applaus am Strassenrand belohnt wurde.
Sieben Wochen auf den Oberstafeln
Die Älplerinnen und Älpler aus dem Gebiet Klausenpass und Urnerboden sprachen von einem guten Alpsommer. Dieser startete heuer am 2. Juni 2026. Rund vier Wochen verbrachte das Vieh danach bei heissem Wetter auf dem Urnerboden, bevor es Ende Juni auf die Oberstafel ging. Schneewetter habe es keines gegeben und auch Hagelschläge hätten fast keine verzeichnet werden können.
Dank regelmässigen Regenfällen habe es trotz der Hitze eine ansprechende Alpzeit auf den Oberstafeln gegeben. Allerdings sei die Milchmenge während der sieben Wochen auf den Oberstafeln etwas tiefer gewesen, dafür habe sie einen hohen Gehalt aufgewiesen.
Eine Herausforderung sei die Wasserversorgung gewesen. Waren die Wassermengen anfänglich noch üppig, förderten einige Quellen gegen Ende der Oberstafelzeit markant weniger Wasser. Zu einer Notlage sei es aber nicht gekommen.

