Spatenstich zur neuen Wasserversorgung auf der Schwägalp

Ein 44 Meter tiefer Grundwasserbrunnen und ein erweitertes Reservoir sollen 21 Hüttenrechtsbesitzer versorgen, die Moorlandschaft schonen und Dieselaggregate ablösen.

Den Ausschlag für die Planung der neuen Wasserversorgung auf der Schwägalp AR machte der Hitzesommer 2018. Damals musste Frischwasser aus Urnäsch AR auf die Schwägalp transportiert werden. Auch heuer versiegte die Wasserversorgung und eine provisorische Notlösung musste eingerichtet werden.

Das Jahr habe bestätigt, dass Handlungsbedarf bestehe, berichtete Thomas Kündig vom Ingenieurbüro Bau Haas, der vor Ort den technischen Hintergrund des Projektes vorstellte.

Neuer Grundwasserbrunnen wird gebohrt

Bisher war die Wasserversorgung dezentral über einzelne Quellfassungen geregelt. Diese seien veraltet und in schlechtem Zustand, erklärte der Ingenieur. Weil sie zudem im Naturschutzgebiet liegen, können sie nicht ohne weiteres saniert werden. Dennoch bleiben die bestehenden Quellen erhalten und werden künftig für die Versorgung der Weidebrunnen genutzt. Überschüssiges Quellwasser wird wieder der Moorlandschaft zugeführt, die die Schwägalp prägt.

Im Zuge der neuen Wasserversorgung wird ein neuer Grundwasserbrunnen auf eine Tiefe von 44 Metern gebohrt. Das schon bestehende Wasserreservoir Nettenfeld wird erweitert, sodass 200 Liter Wasser pro Minute entnommen werden können. «Das mittels einer UV-Anlage aufbereitete Grundwasser kann für alles benutzt werden, weil es den lebensmittelrechtlichen Hygieneanforderungen genügt», so Thomas Kündig.

Im Zuge der neuen Versorgung werden die 21 Hüttenrechtsbesitzer der Schwägalp mit Wasser und Strom versorgt. Durch die flächendeckende Elektroerschliessung könne auf die bisher genutzten Dieselaggregate verzichtet werden. Die Alpgebäude werden somit auch mit einem verbesserten Feuerschutz ausgestattet.

Zusammenarbeit zahlreicher Parteien

Neben der technischen Umsetzung durch das Ingenieurbüro haben mehrere Parteien die neue Wasserversorgung mitgestaltet und an die Bedingungen der Schwägalp angepasst. Die Alpgenossenschaft, die Alp-Schaukäserei, die Säntis-Schwebebahn, sowie die Gemeinden Hundwil AR und Nesslau SG haben unter Federführung des Departements für Bau und Volkswirtschaft über die letzten Jahre nach einer gemeinsamen Lösung gesucht und die Planung entwickelt.

An einem Spitzentag im Sommer werden auf der Schwägalp etwa 100 m³ Wasser verbraucht. Davon entfällt ein Drittel auf das Hotel, ein Drittel auf die Käserei und ein Drittel auf die Weidebrunnen und Ferienhäusern.

Im Zuge der neuen Wasserversorgung wird auch ein neues Reservoir angebaut. (Bild: Thomas Kündig)

«Genaugenommen handelt es sich heute nicht um einen Spatenstich, sondern um einen Wasserstich», sagte Regierungsrat Dölf Biasotto, Schirmherr des Projekts und Vorsteher des Departements Bau und Umwelt. Das Projekt stehe nicht im Pflichtenheft des Bundes, sondern sei vielmehr ein Kürprojekt des Kantons, so Diasotto.

37 Prozent der Investitionskosten von insgesamt 8 Mio. Fr. trägt davon der Bund, 30 Prozent der Kanton Appenzell Ausserrhoden. Auch die Gemeinde Hundwil, zu der die Schwägalp gehört, trägt die Kosten, die anteilig für die 13 Alprechte im Gemeindeeigentum anfallen. Ferner habe man Stiftungen für eine finanzielle Beteiligung angefragt. Biasotto betonte, dass der Nachhaltigkeitsaspekt des Projektes in der Kombination aus Lösungen zur Wasserversorgung wie auch der Wasserentsorgung bestehe.

Beim Spatenstich wird feierlich mit dem Alpwasser angestossen (v.l.): Jakob Gülünay, Geschäftsführer der Säntis-Schwebebahn; Dölf Biasotto, Vorsteher des Departements Bau und Volkswirtschaft; Werner Näf, Geschäftsführer der Alpschaukäserei; Hannes Biser, Präsident der Genossenschaft Grosse Schwägalp; Margrit Müller, Gemeindepräsidentin Hundwil; Kurt Haas und Thomas Kündig, Ingenieurbüro Bau Haas. (Bild: Lisa McKenna)

Das Projekt will die Anliegen der Alpwirtschaft mit dem Schutz von Natur und Landschaft verbinden. Die neue Infrastruktur soll den dort tätigen Menschen und Betrieben langfristige Perspektiven bieten.

Auf kritische Nachfrage aus dem Publikum nach dem ebenfalls immer knapper werdenden Grundwasser, das die Basis für die neue Wasserversorgung darstellt, argumentierte das Ingenieurbüro, dass die Pegelstände des Grundwassers schnell auf Regen und Schnee reagieren würden. Zudem handle es sich auf der Schwägalp um ein grosses Grundwasserreservoir. Hinsichtlich der Verfügbarkeit des Grundwassers sei man optimistisch.

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