Zentralschweizer Käser sind trotz Turbulenzen am Markt zuversichtlich

Personalmangel in Käsereien soll auch dank Quereinsteigern abgefedert werden. Für die gibt es Kurse am BBZN Milchwirtschaft Sursee.

Die Tradition Schweizer Käse gelte es trotz den aktuell turbulenten Zeiten mit steigenden Importen von günstigen Käsen und rückläufigen Exporten von teureren Käsen zu erhalten, wurde an der Herbstversammlung der Zentralschweizer Käser Mitte Oktober betont.

Käsetradition bewerben

Präsident Erwin Schmid aus Buttisholz – es war seine erste Versammlung nach dem Wechsel des Präsidiums – erwähnte das turbulente Weltgeschehen mit Kriegen, Klimakrise und Finanzunsicherheiten. Aufgrund der Kostensteigerungen im Alltag würden die Konsumenten vermehrt sparen, das sei auch beim Käseabsatz im Inland spürbar. Schmid ist allerdings zuversichtlich für die Zukunft von Schweizer Käse aus den handwerklichen Betrieben. Es freue auch, wie viele Junge neu einsteigen und bereit seien, zu investieren.

Zentralschweizer Käser sind trotz Turbulenzen am Markt zuversichtlich
Erwin Schmid, Präsident der Zentralschweizer Käsermeister ruft zu mehr Optimismus statt Jammern in der Branche auf.



Gerade jetzt müsse Schweizer Käse intensiv beworben werden, so wie am Emmentaler-AOP-Tag am 4. November. Dabei öffneten viele Käsereien auch in der Region Zentralschweiz ihre Türen für zahlreiche Besuchende.

Jacques Gygax, Direktor von Fromarte, zeigte auf, wie sich der Verband für die Zukunft des Schweizer Käses einsetzt. Nicht nur auf der politischen Ebene, sondern auch für gute Branchenlösungen, etwa im Bereich Energie, zumal die Käseproduktion energieintensiv ist. Deshalb wird auf Energieeffizienz und erneuerbare Energien gesetzt. Wichtige Anliegen seien auch der Umgang mit dem Qualitätsmanagement, eine gute Arbeitssicherheit und grundsätzlich, dass die Branche auf Nachhaltigkeit achte.

Zu forcieren sei die Nachwuchsförderung aufgrund des Fachkräftemangels. Es gebe zahlreiche Bemühungen zur Förderung der Aus- und Weiterbildung, und auch Quereinsteiger sollen gewonnen werden.

Kurse für Quereinsteiger

Diese könnten zwar nicht innert Kürze zu Milchtechnologen ausgebildet werden, aber in Käsereien könnten Quereinsteiger mit einigen Fachkenntnissen sehr wohl eingesetzt werden. Das BBZN Sursee Milchwirtschaft biete neu explizit solche Kurse für Quereinsteiger in die Milchverarbeitung an. Gygax machte Werbung für das kommende Milchwirtschaftssymposium vom 22. November. Dort gehe es um Themen der Käsetechnologie, das Konsumverhalten sowie den Umgang mit der Generation Z durch Ausbildner und Vorgesetzte.

Erfreut zeigten sich die Zentralschweizer Käsermeister über die hohe Qualität ihrer Produkte, Beweis seien die vielen Auszeichnungen von Mitgliedern bei Käseprämierungen. Beim Emmentaler und beim Sbrinz sei man stets vorne mit dabei.

Mentale Stärke fördern

Zum Abschluss der Versammlung bot Daniel Hüsler, Unternehmer und Coach von Schwingerkönig Joel Wicki, einen Einblick in seine Tätigkeit. Sei-ne Ausführungen zum Thema mentale Fitness im Sport und im Business vermittelten viele Inputs.

Der Verband der Zentralschweizer Käsermeister umfasst 61 Mitglieder, die insgesamt über 85 Millionen Kilogramm Milch von rund 700 Milchproduzenten verarbeiten. Damit werde nicht nur eine hohe Wertschöpfung generiert, sondern würden auch 200 Arbeits- und 50 Ausbildungsplätze geschaffen.