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Vermarktung: Der Agrotourismus ist digital im Aufbruch

Die Online-Vermarktung wird immer wichtiger. Ein besonderes Augenmerk gilt den Bewertungen. Ob die Rückmeldungen gut oder Beanstandungen sind, sie bergen Marketing-Potenzial.


Die Digitalisierung ist auch in der Vermarktung von agrotouristischen Angeboten angekommen. Das vierte Forum von Agrotourismus Schweiz widmete sich vergangenen Mittwoch darum den Themen: Online-Marketing, Soziale Medien und  Storytelling.

Der Gast geht auf eine digitale Reise

Seit vor elf Jahren das Smartphone auf den Markt kam, hat sich unser Kauf- und Informationsverhalten komplett geändert. Laut Referent Pascal Gebert belegt eine Studie aus den USA aus dem Jahr 2017: Der Mensch verbringt täglich durchschnittlich 145 Minuten am Handy, und berührt es 2617 mal. Im Gegensatz zu früher besorge man sich keine Reiseführer oder Telefonbücher mehr, sondern greife zum Smartphone und begebe sich auf eine Customer Journey, auf Deutsch übersetzt Gästereise. Diese Reise könne wie folgt aussehen:

1. Inspiration: Via Bildern und Wörtern mit einem # (Hashtag) versehen oder vielleicht auch durch Facebook, Blogs und Mund-zu-Mund-Propaganda holt sich der Gast Ideen für Ausflüge oder Produkte.

2. Information: Via Google sucht der Kunde Informationen zu seiner Wunsch-Destination oder Produkt. Dabei spielen neben Fakten auch Rückmeldungen von anderen Kunden und Freunden sowie Vergleiche mit anderen Produkten eine wichtige Rolle.

3. Buchen: Telefoniert oder gemailt wird nicht mehr gerne, das Angebot muss sofort und einfach online buchbar sein. Plattformen dafür sind Booking.com oder Airbnb.ch. Agrotourismus Schweiz arbeitet mit der Plattform E-Domizil.ch zusammen.

4. Konsumation: Der Besuch vor Ort oder der Kauf. Preis-Leistung müssen für den Gast stimmen, damit er zufrieden ist.

5. Teilen: Nach dem Besuch oder Kauf teilen die Kunden das Erlebnis im besten Fall auf ihren Social Media-Kanälen und oder schreiben eine Bewertung.

In Zahlen

100% der Gäste lesen mindesten einmal eine Online-Bewertung pro Jahr.

91% der Bewertungen in der Schweiz sind positiv, also mit fünf oder vier Sternen. Als am vertrauensvollsten wahrgenommen werden solche von 4,2 – 4.5. Was mit über 4,7 bewertet ist, wird als falsche Bewertung eingestuft.

84% der Leute vertrauen Online-Bewertung wie einer persönlichen Empfehlung.

1% der Leute schreibt Bewertungen. 

Gäste-Bewertungen als Chance

Alexander Zaugg, ein anderer Referenten der Tagung, ortet in diesen Gästebewertungen enormes Potenzial. Früher suchte man über die Rückmeldungen auf Tripadvisor den absoluten Geheimtipp, heute wolle man via Online-Bewertung versuchen, keine falschen (Kauf-)Entscheidungen zu fällen, so Zaugg weiter. Fällt die Bewertung positiv aus, könne man mit dem Gast in Kontakt treten und ihn dabei zu einem neuen Besuch animieren. Falls die Bewertung negativ ausfällt, sollte man auf jeden Fall darauf reagieren, sich vielleicht sogar erklären. Oft könne man aus negativen Rückmeldungen etwas lernen. Zum Beispiel wenn es immer wieder heisst, dass der Hof nicht gut ausgeschildert sei. Wenn möglich, sollte man seine Angebote in die Antworten an den Kunden einfliessen lassen. 

Sich in den Online-Aktivitäten nicht verzetteln

Bei den verschiedenen Aktivitäten in den Sozialen Medien und im Online-Marketing sei es leicht, sich zu verzetteln. Als Goldene Regel geben deshalb Pascal Gebert wie auch Alexander Zaugg auf den Weg: Weniger ist mehr, und was man macht, soll man gut machen:

  • Als Erstes sollte man sich um einen "Google My Business-Eintrag" kümmern. So wird man sicher gefunden im Netz, denn Google hat einen Marktanteil von 93,6 Prozent. 
  • Google Alert einrichten, dann weiss man, was über einen gesagt oder geschrieben wird und kann darauf reagieren.
  • Wer ist mein Wunschkunde? Alle Aktivitäten auf diesen ausrichten.
  • Gute Bilder sind enorm wichtig.
  • Eventuell Hilfe von extern beiziehen.

Storytelling

Wichtig für die Vermarktung sind Geschichten. In Geschichten kommen meist Helden vor, die stossen auf Hindernisse, finden Lösungen und am Schluss gibt es oft ein zufriedenstellendes Ende. 

Ehrliche Bilder und Text

Das bedeutet jedoch nicht, dass man auf seinen Onlinekanälen ellenlange Geschichten aufschalten muss. Gute, ehrliche Bilder und ein paar erklärende Worte sind bereits Stroytelling. Zum Beispiel: "Heute hat Kuh Berta gekalbt. Unsere Feriengäste Rita und Roland haben das Kleine Bigna getauft." Oder: "Knapp vor dem Gewitter konnten wir das Heu einbringen. Nun sitzen wir zufrieden unter dem Scheunendach, lauschen dem Regen, und trinken ein Feierabendbier."

Storytelling leben 

Storytelling hört nicht bei den Geschichten auf, es braucht ein Denken in Geschichten (in der Gestaltung der Menus, der Zimmern, usw.) sowie das Leben von Geschichten (Kontakt und Umgang mit den Gästen). Am Ende ist das Storytelling gelungen, wenn die Gäste die Geschichten weitererzählen, also für uns Werbung machen.  

Jürg Rindlisbacher, Mitarbeiter beim Landwirtschaftlichen Informationsdienst, führt ins Storytelling ein.

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