Der massive Ausbruch der ansteckenden Lungenentzündung Enzootische Pneumonie (EP) hat natürlich auch finanzielle Konsequenzen. Sauen oder Mastschweine werden frühzeitig auf Anordnung geschlachtet oder Jungtiere werden euthanasiert. Wer eine Tierseuchenversicherung abgeschlossen hat, wird einen Teil des Ertragsausfalls gedeckt haben. Ausreichen werde der Betrag aber nicht, sagen Fachleute.
Vor allem für Ringe und Zuchtbetriebe
Ringe haben fast immer eine entsprechende Versicherung bei Schweizer Hagel abgeschlossen, sagt Thomas Distel, Versicherungsberater beim Luzerner Bäuerinnen- und Bauernverband. Insbesondere, wenn die Dimensionen sehr gross und verzweigt sind, wie im aktuellen Fall.
Meist wird die Versicherung über die Vermarktungsorganisation vorgeschrieben und auch in die Wege geleitet. Häufig laufe die Gesamt-Police auf den Deck-Wartebetrieb, dieser verrechne dann weiter an die angeschlossenen Betriebe, erklärt Thomas Distel. Neben Ringen empfiehlt er die Versicherungen vor allem Zuchtbetrieben.
Reine Mastbetriebe haben im Seuchenfall ein geringeres finanzielles Risiko. Vor allem dann, wenn das Fleisch noch bedenkenlos geniessbar ist, wie bei EP, und die Tiere geschlachtet werden können, wenn auch nicht im optimalen Zeitpunkt und mit Leerzeiten nach der Räumung.
1600 Franken Prämie für 80 Sauen mit Aufzucht
Die Versicherungssummen sind von den Betrieben innerhalb einer Spannbreite wählbar. Für Moren mit säugenden Ferkeln liegt diese zwischen 500 und 1200 Franken, für Aufzuchtferkel bei 15 Franken, bei Remonten zwischen 250 und 950 Franken und 45 bis 70 Franken ist der Versicherungswert für Mastschweine. Die Einheit ist immer pro Platz.
Ein klassischer Zuchtbetrieb mit 80 Sauen und Ferkelaufzucht zahlt jährlich rund 1600 Franken Versicherungsprämie, weiss Thomas Distel. Betriebe, die über die Suisag BioSec-zertifiziert sind, erhalten einen Vorteil in Form einer um 10 % reduzierten Prämie auf ihre Tierseuchenversicherung. Diese Massnahme trage dazu bei, das Risiko von Krankheitserregereinträgen zu minimieren, und schaffe gleichzeitig finanzielle Anreize für betroffene Betriebe, begründet Schweizer Hagel.
Bei Schweizer Hagel seit 2023
Für Betriebe mit Schweinehaltung bietet Schweizer Hagel die Tierseuchenversicherung seit 2023 an. Die Genossenschaft hat das Tierseuchenportfolio für Schweine (Zucht und Mast) sowie für Legehennen zu diesem Zeitpunkt von der AXA Schweiz übernommen.
Tierseuchen seien durch den globalen Warenverkehr und den internationalen Handel zunehmend ein Risiko für Tierhaltende, schreibt Schweizer Hagel in der Ausschreibung. Anzeigepflichtige Tierseuchen und übertragbare Krankheiten könnten die Existenz eines Landwirtschaftsbetriebes gefährden. Eine Tierseuchenversicherung helfe, den Verlust der Tiere und den Einkommensverlust auszugleichen.
Die Schweine sind versichert gegen:
- Enzootische Pneumonie (EP)
- Pleuropneumonie (APP)
- Schnüffelkrankheit (Progressive Rhinitis Atrophicans pRA)
- Porcines reproduktives und respiratorisches Syndrom (PRRS)
- Räude
- Maul- und Klauenseuche (MKS)
- afrikanische Schweinepest
- klassische Schweinepest
- Schweinedysenterie (ausschliesslich für Mutterschweine und Remonten)
Um kantonalen Beitrag gekürzt
Die versicherte Leistung von Schweizer Hagel entspricht im Maximum dem pro Tierplatz vereinbarten und in der Antragsmeldung aufgeführten Betrag. Führt der Ausbruch einer anzeige- oder meldepflichtigen Krankheit zu behördlichen Massnahmen, die Leistungen der Kantone auslösen, werde die Entschädigung von Schweizer Hagel erst nach Auszahlung des kantonalen Beitrages fällig und um diesen gekürzt.

