In der Aufzucht und Haltung von Legehennen sorgen Lichtprogramme, d.h. vorgegebene Tageszeitlängen, für eine optimale Körperentwicklung und Legeleistung. Nach der anfänglichen Steigerung der Lichtdauer beim Legebeginn auf mindestens 14 Stunden sollte diese während der weiteren Legephase idealerweise nicht mehr abnehmen. Bei kürzer werdenden Tageslängen im Herbst und Winter kann sonst ein Teil der Hennen in die Mauser kommen, wobei dies bei den heutigen Legehybriden zumindest im ersten Legejahr nicht mehr so ausgeprägt der Fall ist.

In grossen Ställen mit Zwangsbelüftung lassen sich Lichtprogramme problemlos einhalten, indem die Fenster am Abend verdunkelt werden. Bei kleinen und mobilen Ställen findet jedoch die Lüftung über offene Fenster oder Klappen statt. Deshalb «überlässt» man hier das Ende des Lichttages dem natürlichen Abdunkeln. Die natürliche Tageslänge schwankt jedoch im Jahresverlauf stark: Ende Juni beträgt sie rund 16 Stunden, Ende Dezember nur noch 9 Stunden. Spätestens ab Mitte/Ende August sollte deshalb am Morgen das Licht im Stall laufend früher eingeschaltet werden, so dass die Hennen zu jeder Jahreszeit mindestens 14 Stunden Licht haben.

Die natürliche Tageslänge ist aber auch bei der Einstallung zu berücksichtigen. Die allermeisten Junghennen stammen aus Aufzuchten mit strikten Lichtprogrammen, die im Alter von 18 Wochen rund 9 bis 11 Stunden Licht vorgeben. Werden solche Junghennen im Sommerhalbjahr in Ställe ohne Lichtprogramm eingestallt, kann dies zu einer schlagartigen Erhöhung der Lichtdauer führen. Ein Sprung von mehr als 2 bis 3 Stunden kann problematisch sein und zu einem verfrühten Legebeginn und zu physiologischem Stress führen. In einem solchen Fall müssen die Junghennen körperlich «reif» sein für den raschen Eintritt in die Legephase und über ein gutes Körpergewicht verfügen. Das ist eher der Fall, wenn die Tiere erst mit 19 oder 20 Alterswochen umgestallt werden.