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Munimärit Thun: Stier Aladin rührt Ueli Germann zu Tränen

Immer weniger Stiere werden am Schweizerischen Zuchtstierenmarkt aufgeführt. Flaggschiff ist immer noch die Simmentalerrasse.

Ueli Germann aus Adelboden BE war sichtlich gerührt und hatte Tränen in den Augen, als die Experten seinen Stier Ulmet Aladin zum Mister Thun bei den Simmentaler kürten. Aladin ist nicht irgendein Stier: Zum dritten Mal holte er am Schweizerischen Zuchtstiermarkt in Thun den Mister-Titel. Aladin wurde im März acht Jahre alt und präsentierte sich nach wie vor in eindrücklicher Verfassung. Mit einem tadellosen Fundament, einer starken oberen Linie und einer hervorragenden Bemuskelung war er am Thuner Märit der grosse Hingucker und wurde ohne Wenn und Aber mit 55 97 punktiert.

Einen solchen Stier gibt es in der Schweiz selten zu sehen: Aladin von Ueli Germann aus Adelboden BE ist achtjährig und immer noch eine Augenweide. (Bild: Peter Fankhauser)

Einen tadellosen Charakter

«Letzten Winter haben wir noch 24 Kühe mit Aladin gedeckt, davon wurden 22 Kühe schon mit der ersten Belegung trächtig», so Ueli Germann. Weiter schwärmt der Züchter von Aladins Charakter: «Einen solchen Stier hat man nur einmal im Leben», sagt der Berner Oberländer. Und diesen sanften Charakter gebe Aladin auch an seine Nachkommen weiter. Weil Aladin kein positives Nachzuchtprüfungsresultat in der Milchleistung hat, wurde ihm die Maximalnote von 55 98 verwehrt.

Die Simmentalerrasse ist am Thuner Stierenmarkt immer noch am stärksten vertreten. Weiter fiel auf, dass sehr viele Altstiere präsentiert wurden, die hinsichtlich Zuchtziel keine Wünsche offenlassen.

Auch bei den Stierkälbern war die Qualität sehr hoch: Mit Bjöern Nestor von Hansueli Brügger aus Frutigen BE durfte dieser das Mister-Stierkalb bei den Simmentaler stellen.

Der Betrieb von Hans und Christian Stegmann aus Mont-Soleil BE wurde als bester Aussteller ausgezeichnet. Seine drei Stiere holten jeweils den ersten Rang in ihren Klassen. (Bild: Peter Fankhauser)

Durchzogene Bilanz beim Handel

Insgesamt wurden am Schweizerischen Zuchtstiermarkt Thun vom 15. September 2026 weniger Stiere aufgeführt als noch die Jahre zuvor. Auch der Handel lief verhalten, viele Züchter hatten am Abend ihre Stiere noch nicht verkaufen können. «Die knappe Futtersituation und die dürftige Nachfrage nach Natursprungstieren spüren wir auch», sagte ein Stierenhalter.

Viele Betriebe würden nunmal ihre Kühe mit gesexten Samendosen besamen, der Rest mit Maststieren. «Die Nachfrage nach reinen Simmentalerstieren ist hier in Thun sicher noch am höchsten, doch die Schönsten werden schon zu Hause auf dem Betrieb verkauft», sagte ein versierter Reinzüchter gegenüber der BauernZeitung.

Als Mister Thun SF wurde der wunderschöne und kapitale Madison-Sohn Ringgeler’s Forever von Fritz Binggeli aus Mamishaus BE, im Mitbesitz von Bruno und Sandra Beyeler aus Plaffeien FR, gewählt. (Bild: Peter Fankhauser)

Mehr Stiere an den Markt bringen

Immer wieder forderte Björn Brand, Präsident der Marktkommission, die Züchterinnen und Züchter auf, ihre Stiere nach Thun zu bringen. «Wir benötigen möglichst eine hohe Auffuhrzahl, sonst bleiben Käufer und Verkäufer auf der Strecke», warnte Brand. Vor allem die Rassen Red Holstein und Holstein sind in Thun immer weniger stark vertreten.

Dank dem Betrieb von Hans und Christian Stegmann aus Mont-Soleil BE, die immerhin fünf RH- und Holsteinstiere nach Thun brachten, konnte die Qualität in diesen Rassen hochgehalten werden. Mit drei erstplatzierten Stieren wurde Familie Stegmann denn auch als bester Aussteller geehrt.

Damit nicht genug: Mit ihrem jungen Stier Krebu’s Avatar Crospy holten sie auch bei den RH- und HO-Stierkälbern den Titel. Den Mister-Thun-Titel bei den Rassen Red- und Holstein sicherte sich schlussendlich der grossgewachsene Holsteinstier Mattenhof Henry Hannibal von Adrian Binggeli aus Mamishaus BE.

Die Mister-Stierkälber der jeweiligen Rassen (v. l.): RH/HO: Krebu’s Avatar Crospy, Hans und Christian Stegmann, Mont-Soleil BE; SF: Zulgtal Genaro Torino, Rolf Dummermuth, Fahrni b. Thun BE und Bjöern Nestor von Hansueli Brügger aus Frutigen BE. (Bild: Peter Fankhauser)

Viele SF-Stiere mit dem Maximum punktiert

Bei den Swiss-Fleckvieh-Stieren darf die Qualität als hervorragend bezeichnet werden. Vor allem bei den älteren Stieren durften die Experten mehrfach die Maximalnote schreiben. Als Mister Thun SF wählten sie den wunderschönen und kapitalen Madison-Sohn Ringgeler’s Forever von Fritz Binggeli aus Mamishaus BE zum Champion. Er ist im Mitbesitz von Bruno und Sandra Beyeler aus Plaffeien FR.

Bei der Wahl des Mister-Stierkalbes gab es kein Vorbeikommen an dem sehr exakten und ausdrucksstarken Zulgtal Torino. Dieser Genaro-Sohn gehört Rolf Dummermuth aus Fahrni b. Thun BE.

Den Mister-Thun-Titel bei den Rassen Red- und Holstein sicherte sich der grossgewachsene Holsteinstier Mattenhof Henry Hannibal von Adrian Binggeli aus Mamishaus BE. (Bild: Peter Fankhauser)

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