Die Schweiz gilt international als vorbildlich im Umgang mit Veterinärantibiotika. Wer aber gezielt auf die Milchkühe schaut, sieht ein anderes Bild: 2024 wurden 549 072 Antibiotikabehandlungen bei Milchkühen registriert. Das Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (BLV) hält im Bericht 2024 fest, dass sich bei den Rindern «kein abnehmender Trend» zeige – anders als etwa bei den Schweinen, wo der Verbrauch seit Jahren sinkt.
Gleichzeitig belegt eine aktuelle schwedische Studie, dass bereits eine einzige Antibiotikabehandlung die Darmflora von Menschen noch Jahre später messbar beeinflusst. Was das für ein Tier bedeutet, das im Laufe seines Lebens mehrfach behandelt wird und kaum Zeit hat, sein Mikrobiom zwischen den Behandlungen wieder aufzubauen, ist noch nicht erforscht. Die Frage, ob es so weitergehen muss, stellen sich aber viele Landwirtinnen und Landwirte längst.
Was Kometian anders macht
Nicole Studer-Hasler, Tierärztin und Leiterin des Beratungsteams von Kometian, arbeitet seit Jahren mit einem anderen Ansatz. Über eine 24-Stunden-Hotline berät sie Landwirtinnen und Landwirte homöopathisch – telefonisch, eng begleitet, und wenn nötig parallel zur tierärztlichen Behandlung. Die Therapie führen die Tierhalter selbst durch; die wichtigsten Mittel sollten auf dem Betrieb vorhanden sein.
Der Unterschied zeigt sich in den Zahlen: In einem Ressourcenprojekt senkten Kometian-Milchviehbetriebe ihren Antibiotikaeinsatz von 61 auf 39 Behandlungen pro 100 Kühe und Jahr. Der Schweizer Durchschnitt liegt heute bei über 95.
Am häufigsten werden Antibiotika bei Mastitis und Gebärmutterentzündungen ersetzt – genau dort, wo der Löwenanteil der Behandlungen stattfindet. Aber auch bei Atemwegserkrankungen, Durchfällen, Abszessen oder Augenentzündungen setzt Kometian auf homöopathische Mittel. Entscheidend ist dabei immer das individuelle Krankheitsbild. «Wir schauen, wie das Tier seine Krankheit zeigt», erklärt Studer-Hasler. Schwitzt es bei Fieber, bewegt es sich kaum, oder ist es noch aktiv und frisst gut? Diese Unterschiede bestimmen die Wahl des Mittels.
Rund um die Geburt ist Arnika verbreitet – für die Kuh wie für das Kalb. Bei akuten Entzündungen nach einem Kälteeinbruch ist Aconitum ein wichtiges Mittel, egal ob Mastitis, Husten oder Durchfall. «Homöopathie kann in Akutfällen innert Minuten wirken», sagt Studer-Hasler. «Bei chronischen Erkrankungen braucht es mehr Geduld – das gilt allerdings auch in der Schulmedizin.»
Kein Ersatz, sondern Ergänzung
Nicole Studer-Hasler betont, dass es ihr nicht darum geht, Antibiotika grundsätzlich abzuschaffen. «Bei einer schweren Euterentzündung, einer Gebärmutterinfektion oder einer Kälberpneumonie ist Verzicht keine Option.» Die Frage sei, ob jede Behandlung wirklich notwendig ist, ob das richtige Mittel gewählt wird und ob ein Betrieb systematisch daran arbeitet, die Behandlungsfrequenz zu senken.
Für den Einstieg braucht es nicht viel: Ein Grundkurs ist hilfreich, aber nicht zwingend. «Entscheidend ist die Beobachtungsgabe», sagt die Tierärztin. Je genauer ein Tierhalter Symptome und Auslöser schildern kann, desto gezielter lässt sich beraten. Mit jedem Fall lerne man dazu, auf beiden Seiten.
Rund die Hälfte der Schweizer Landwirtinnen und Landwirte ist heute offen für komplementärmedizinische Ansätze. Die BLV-Daten zeigen, wie viel Potenzial noch ungenutzt bleibt.
Die BauernZeitung präsentiert: Homöopathie in der Tierhaltung – Praxisnah, wirksam, zukunftsweisend
Dr. med. vet. Nicole Studer (Kometian) zeigt, wie Homöopathie im Stallalltag funktioniert: Antibiotika gezielt einsparen, Insektenstiche behandeln, Seuchenprophylaxe natürlich gestalten. Für Einsteiger und erfahrene Anwender; im Anschluss Austausch und Imbiss.
Dienstag, 23. Juni 2026, 19 Uhr auf dem Hof Märchligen, in Allmendingen bei Bern BE, mit ÖV bis Gartencenter, dann knappe 10 min zu Fuss. Parkplätze vorhanden. Getragen wird der Anlass von IP-Suisse und Bio Suisse.