Bislang beschränkte sich die Ausbreitung der Raupen der Einpunkt-Graseule auf das Sarganserland. Kürzlich wurden auch Sichtungen in Liechtenstein gemeldet (die Bauernzeitung berichtete). Nun haben die Raupen den Kanton Graubünden erreicht.
«In den letzten 20 Jahren ist kein einziger Befall im Kanton Graubünden bekannt oder dokumentiert», sagt Daniel Buschauer, Leiter des Amtes für Landwirtschaft und Geoinformation, gegenüber dem Nachrichtenportal «Südostschweiz». Nun fressen die Raupen allerdings auch in der Region um Jenins und Maienfeld die Wiesen kahl.
Welche Rolle spielt die Vorkultur?
«Es gibt keine Regeln», sagt Lukas Enderlin, Landwirt aus Maienfeld. Manche seiner Flächen seien stärker betroffen, andere gar nicht. Wie es scheint, spielt bei der Ausprägung des Befalls auf Kunstwiesen die Vorkultur eine Rolle.
«Wir haben nach dem Mais Raigras angesät. Davon haben die Raupen nichts gefressen», so Enderlin. Auch auf den Naturwiesen sei der Befall nachgewiesen. «Die Raupen fressen dort nur das Gras; Klee und Löwenzahn lassen sie stehen», beobachtet der Landwirt.
Vor einigen Wochen, als die Ausbreitung der Raupen ihren Anfang nahm, seien die Tiere jeweils erst gegen Nachmittag, wenn die Sonne mit voller Kraft schien, aktiv zu beobachten gewesen. «Mittlerweile sind sie schon früh morgens um 7 und bis in den Abend hinein aktiv», sagt Enderlin.
Befallene Ackerflächen bearbeiten
Was können betroffene Landwirtinnen und Landwirte tun? Andreas Vetsch, Leiter der Fachstelle Pflanzenschutz am Plantahof, rät im Interview mit der «Südostschweiz» zur Bodenbearbeitung von befallenen Ackerflächen.
Diese dezimiere die Raupen und bringe Luft in den Boden, wodurch dieser schneller abkühlt. Letztlich können nur sinkende Temperaturen die Raupen massgeblich eindämmen, chemische Bekämpfungsmassnahmen stehen nicht zur Verfügung.
«Und dann würde ich erst wieder mit der Kultur starten, wenn die Kältephase vorbei ist», so Vetsch weiter. Alternativ rät er dazu, Wintergetreide einzusäen, was noch relativ spät möglich sei.

