An der diesjährigen Obwaldner Kantonalviehschau in Sarnen waren vielversprechende Rinder und Jungkühe zu bestaunen. Die grossen Titel holten sich aber die erfahrenen Tiere: Sowohl bei der Wahl der BS-Tagessiegerin als auch bei der Mister-Wahl setzten sich die Titelverteidiger durch, die beide bereits ein stattliches Alter aufweisen.

Bei den Stieren führte auch dieses Jahr kein Weg am bald achtjährigen Jongleur-Sohn Jubilar von Daniel Enz aus Giswil vorbei. Er gewann an der diesjährigen Kantonalviehschau nicht nur zum sechsten Mal seine Abteilung, sondern wurde auch zum vierten Mal zum Mister gekürt.
Gar ihren fünften Miss-Titel holte sich Phill Estell von der Familie Wallimann aus Alpnach Dorf. Das ebenfalls achtjährige Tier überzeugte trotz 50 000 kg Lebensleistung immer noch mit enorm viel Qualität: «Eine Kuh, die von vorn bis hinten mit viel Körperbreite überzeugt», so der Experte Toni Kempf. Aber auch mit ihrer Euteranlage überzeugte sie mit hervorragenden Verbindungen. Estell wurde darum auch Eutersiegerin der älteren Kühe.

Herrliche Jungkuh von Nora Peter
Zur Vize-Miss kürte der Urner Schaurichter die leistungsstarke und feingliedrige Norwin Roxanne von Dominik Durrer aus Kerns. Die Ehrenerwähnung ging an die Jungkuh Pete Philomena von Nora Peter aus Alpnach Dorf.
Philomena gefiel insbesondere mit ihrem sehr tätigen Euter, dank dem sie auch Schöneutersiegerin bei den jüngeren Kühen wurde. Das schönste Euter bei den mittleren Kühen hatte Dobry Blanca von Tres Durrer aus Kerns. Miss Genetik BS wurde Biniam Bunia von Markus Waser aus Kerns.
Flüeler-Genetik durch und durch
Einen schönen Erfolg konnte auch die Familie Flüeler aus Alpnach Dorf mit ihrem BS-Rind Alisha feiern. Das zweijährige Tier wurde von Richter Marco Hofstetter zur Rindermiss gekürt. Was diesen Erfolg aber besonders wertvoll macht, ist, dass sowohl Alishas Mutter Jaguar Lucy als auch ihr Vater, der bekannte KB-Stier Huge Adee, das Präfix FlüKle Genetics tragen und somit aus der Zucht der Familie Flüeler stammen.

Eine schöne Geschichte steht auch hinter der Edelweiss-Tochter Elsa von Ruedi Burch aus Stalden, die Rindermiss der Zuchtrichtung Original Braunvieh wurde. Ihre Mutter, Minor Mina, gewann vor acht Jahren den gleichen Titel.
Zur schönsten Original-Braunvieh-Kuh kürte der Experte Roger Kempf die Killy-Tochter Liana von Thomas Schrackmann aus Sarnen. «Sie verkörpert den Zweinutzungstyp heute am besten», so der Kommentar von Roger Kempf. Aber auch mit ihrem langen und gut verbundenen Euter überzeugte die massige Drittmelk-Kuh. Entsprechend gewann sie auch den Schöneuter-Titel ihrer Altersklasse. Zudem wurde Liana auch noch Miss Genetik OB.
Auch die Vize-Miss OB, die Erstmelkkuh Ewen Elegance, stammt aus dem Betrieb Schrackmann. Die elegante Elegance hat ihre Ringpräsenz nicht von ungefähr: Ihre Mutter, Tiger Timea, wurde an der Obwaldner Kantonalviehschau mehrfach zur Miss gekürt.

Josef Infanger erstmals OK-Präsident
Auch dieses Jahr überzeugte die «Vehzeichnig» in Sarnen nicht nur mit hoher Tierqualität, sondern auch mit einer hervorragenden Organisation. Erstmals stand der Engelberger Josef Infanger dem Anlass als OK-Präsident vor. «Dank einem super Team mit weit über 100 Helferinnen und Helfern sowie sehr erfahrenen Ressortleiterinnen und Ressortleitern verliefen die Vorbereitungen grossmehrheitlich entspannt», erklärte Josef Infanger. Insbesondere die schlagkräftige Truppe der Festwirtschaft in der Reithalle Sarnen habe einen enormen Effort geleistet.

