Er ist nicht ein Mann der grossen Worte, aber auf einen seiner vielen Zuchterfolge wies Markus Windlin in seiner Betriebsvorstellung dann doch noch hin: «Seit der Betriebsübernahme habe ich nie ein Tier zugekauft, alle Kühe stammen aus eigener Zucht», so der Züchter aus St. Niklausen OW.

Hohe Gehalte
Und die Resultate seiner langjährigen Zuchtarbeit können sich sehen lassen: Im Schnitt 7915 kg Milch bei 3,56 Prozent Eiweiss und 39 Zellen. Zudem mit 105 Tagen eine kurze Serviceperiode und eine hohen Lebensleistung von 25 706 kg Milch.

Mit diesen Zahlen schaffte es Markus Windlin, obwohl er nach den Knospen-Richtlinien von Bio Suisse wirtschaftet und eine silofreie Milch produziert, zum siebten Mal in Serie auf die Betriebsmanagementliste von Braunvieh Schweiz. «Entscheidend, um es auf die Liste zu schaffen, ist bei uns im Berggebiet vor allem die Lebensleistung. Denn die Futtergrundlage und der hohe Anteil an gealpten Tieren begrenzt in unserer Region die Milchleistung. Zudem betreiben im Berggebiet viele auch Jungviehaufzucht und verkaufen Kühe im besten Leistungsalter auf Talbetriebe», erklärt der begeisterte Viehzüchter weiter. Im Moment habe er einige alte und bewährte Kühe im Stall. Diese würden zwar vom Betriebsleiter teils etwas mehr Pflege und Geduld verlangen, diese Zeit sei aber gut investiert.

Herausfordernd seien für ihn als Biobetrieb die Fütterungsvorschriften. «Top-Grundfutter mit einem auf die Tiere optimierten Weidemanagement, lange Fütterungszeiten und eine gezielte Ergänzung der Ration wurden dadurch noch entscheidender.»

Die Betriebsmanagementliste von Braunvieh Schweiz präsentierte sich dieses Jahr ähnlich der Rangliste des Unspunnen-Schwinget 2023: Starke Berner und Innerschweizer, die Ostschweizer dominierten und der Sieger kommt aus dem Thurgau.
Viele konstante Thurgauer
Die Familie Vogt aus Güttingen TG schaffte es heuer bereits zum 18. Mal in Folge, alle Bedingungen zu erfüllen. Adrian-Georg Sager, Buch b. Frauenfeld TG und Hans-Ruedi Tanner, Neukirch TG, sind bereits zum 14. Mal auf der Liste und somit ebenfalls auf dem Podest. Gesamthaft 190 Betriebe schafften es 2022 auf die Betriebsmanagementliste. Das entspricht 2,2 Prozent aller Herdebuchbetriebe und zeigt, wie gross die Anforderungen für diese Auszeichnung sind. «Diese Betriebe sind die Elite der Braunviehzüchter und gleich-zeitig wichtige Botschafter unserer Rasse», rühmte Braunvieh-Schweiz-Präsident Reto Grünenfelder. «Ihr beweist, über welche hervorragenden wirtschaftlichen Vorzüge die Braunvieh-rasse dank ihrem optimalen Gesamtpaket aus Leistung, Gehalt, Fitnesseigenschaften und Funktionalität verfügt», so Grünenfelder weiter. Zudem hätten Braunviehzüchter das Privileg, im Stall mit Mitarbeiterinnen zusammenarbeiten zu können, welche über einen angenehmen Charakter verfügten.

Am Braunvieh-Event ausgezeichnete Betriebe
Über fünf Mal in Serie auf der Betriebsmanagementliste: Oliver Vogt, Güttingen TG (18 Mal in Folge); Adrian-Georg Sager, Buch b. Frauenfeld TG (14); Hans-Ruedi Tanner, Neukirch TG (14); Arnold Schatt, Feusisberg SZ (11); Peter Ammann, Wattwil SG (9); Emil Breitenmoser-Frick, Andwil SG (9); Pius Giger-Raymann, Schänis SG (7); Andreas Neff, Gais AR (7); Thomas Preisig, Schwellbrunn AR (7); Aaron Schweizer, Degersheim SG (7); Norbert von Rickenbach, Steinerberg SZ (7); Markus Windlin, St. Niklausen OW (7); Thomas Fäh, St. Gallen SG (6); Daniel Gsell, Egnach TG (6); Stefan und Andrea Schelbert, Lauerz SZ (5); Christian Züst, Nassen SG (5); Remo Berger, Lenggenwil SG (5). Beste Einzelwerte in der Betriebsmanagementliste: Berggebiet: Höchste kg Milch (10 112 kg): Wendelin Eugster, Urnäsch AR; Höchste % Eiweiss: (3,77 %): Ueli und Theres Tanner-Reichlin, Oberhelfenschwil SG; Höchste Lebensleistung (37 625 kg): Wendelin Eugster, Urnäsch AR; Tiefste Serviceperiode (74 Tage): Rolf Portmann, Ebnet LU; Tiefste Zellzahlen (33): Daniel Bühlmann, Milken BE; Talgebiet: Höchster kg Milch (10 757 kg): LBBZ Schluechthof Cham, Cham ZG; Höchster % Eiweiss (3,79 %): Karl Peter, Alpnach Dorf OW; Höchste Lebensleistung (40 776 kg): Joe Hausheer, Hagendorn ZG; Tiefste Serviceperiode (85 Tage): Hans Albisser-Sidler, Ruswil LU; Tiefste Zellzahlen (34): Lukas Furrer, Altdorf UR. reb

