Bauern sind überrascht: Mulchsaat hat auf dem Maisfeld überzeugt

Der Zustand der Pflanzen auf dem Versuchsfeld verdeutlicht: Der Anbaustart bei den 31 Sorten war heuer besonders entscheidend.

Der hohe und grösstenteils auch sehr schöne Mais überraschte bei der Versuchsbesichtigung im aargauischen Dietwil viele der zahlreichen Besucher. «Wir hatten zwar ebenfalls einen trockenen Sommer, aber doch auch immer wieder etwas Regen», erklärte René Krummenacher vom gleichnamigen Lohnunternehmen, das den spannenden Anlass zusammen mit dem Landwirtschaftlichen Zentrum Liebegg organisierte.

René Krummenacher vom Lohnunternehmen Krummenacher (re.) konnte zusammen mit mehreren Saatgut-Spezialisten einmal mehr einen spannenden Maissorten-Versuch präsentieren.  (Bild: reb)

Das Auflaufen war dieses Jahr entscheidend

Dass sich die 31 verschiedenen Maissorten teils gegen drei Meter hoch präsentierten, lag allerdings nicht nur am Regen, sondern vor allem auch am Anbau. Das Versuchsfeld wurde auf einer tiefgründigen Parzelle angelegt, auf der vorgängig eine über den Winter abgefrorene Gründüngung stand.

Die Saat sei dann direkt als All-in-One-Mulchsaat erfolgt. «Dieses System überzeugte dieses Jahr, da die abgefrorene Gründüngung im Gegensatz zu einer Schnittnutzung im Frühjahr dem Boden kein Wasser entzog. Zudem verblieb so im Saatbeet auch viel Feuchte, wodurch der Mais schön auflief», erklärte René Krummenacher gegenüber den mehreren hundert Interessierten.

Aber auch bei der Düngung wurde nichts dem Zufall überlassen. Neben einer Mistgabe in die Vorkultur wurde bei der Saat eine Unterfussdüngung gemacht, dann beim Auflaufen 50 m³ Gülle verabreicht und ebenfalls in einem frühen Stadium noch Harnstoff ausgebracht.

Nicht aller Mais in der Region präsentiere sich so, betonte René Krummenacher. Sein Unternehmen, das hauptsächlich im Gebiet zwischen Küssnacht SZ, Meierskappel LU und Hochdorf LU unterwegs ist, erntet mit einem eindrücklichen Maschinenpark jährlich auf rund 1000 Hektaren Mais und Getreide.

Häckselqualität im Milchtank spürbar

Entscheidend für die Wirtschaftlichkeit des Maisanbaus seien nicht nur die Kolbenqualität, die Gehalte und die Menge, sondern auch die Arbeitsqualität des Häckslers: Die Kornstruktur müsse gut aufgebrochen und das Erntegut stark zerfasert werden. «Das merkt man schlussendlich im Milchtank», betonte René Krummenacher.

Von den 31 unterschiedlichen Maissorten, die auf dem Feld in Dietwil von fünf Anbietern vorgestellt wurden, präsentierten sich die späten Sorten tendenziell besser. Es wurde allerdings darauf hingewiesen, dass es in anderen Versuchen ganz anders aussehe, und zudem in weniger sonnigen Jahren mittelfrühe und frühe Sorten sicher wieder mehr überzeugen würden.

An der Versuchsbesichtigung in Dietwil konnten sich Interessierte an mehreren Posten über Sorten, Anbautechnik und die Bekämpfungspflicht für das Erdmandelgras informieren. (Bild: reb)

Ergebnisse verschiedener Saattechniken

Marco Ruf von der Krummenacher Saattechnik und Olivier Zumstein von der Liebegg präsentierten erste Ergebnisse von Versuchen mit verschiedenen Saattechniken und der Standraumverteilung im Mais. Die Versuche werden vom Forum Ackerbau schweizweit an sieben verschiedenen Standorten durchgeführt.

Dabei kommt es zum Vergleich der Einzelkornsaat mit 75 Zentimetern Reihenabstand und drei verschiedenen Saatmustern mit der Krummenacher-Sämaschine. Ein möglicher Vorteil von alternativen Saatmustern, beispielsweise mit einem Reihenabstand von 50 Zentimetern, sei eine verbesserte Standraumverteilung des Maises, die zu einer optimalen Wasserversorgung, einer schnelleren Bodenbedeckung und weniger Konkurrenz führen könne.

Allerdings müsse auch die Technik, wie ein reihenunabhängiger Häcksler oder die Spurbreite der Traktoren, dazu passen. In Dietwil wurden die Ergebnisse des ersten von drei Versuchsjahren präsentiert: Beim TS-Ertrag, TS-Gehalt und beim Kolbenanteil zeigten sich dabei keine nennenswerten Unterschiede. «Das System der Krummenacher-Sämaschine, ausgestattet mit dem Mais-Set, kann also mit der Einzelkornsaat mithalten. Somit kann es auf Betrieben, auf denen die Krummenacher-Sämaschine vorhanden ist, eine interessante Alternative sein», erklärte Olivier Zumstein.

Mario Kurmann vom BBZN Hohenrain informierte über das Erdmandelgras, für das in der Schweiz seit Anfang des Jahres eine nationale Melde- und Bekämpfungspflicht gilt. (Bild: reb)

Melde- und Bekämpfungspflicht für das Erdmandelgras

Mario Kurmann vom BBZN Hohenrain und Thomas Hufschmid von der Liebegg informierten über das Erdmandelgras, für das in der Schweiz seit Anfang des Jahres eine nationale Melde- und Bekämpfungspflicht gilt. Entscheidend sei, eine Verschleppung der kleinen Mandeln zu verhindern, denn diese seien der wichtigste Ausbreitungsgrund und würden schnell mit Erde, Maschinen, Ernterückständen oder Pflanzgut verschleppt.

Schwarzbrache am effizientesten

«Bei kleinflächigem Befall kann das Ausgraben oder Abdampfen noch sinnvoll sein, bei grösseren Flächen ist die Schwarzbrache nach meiner Erfahrung die effizienteste Bekämpfung», erklärte Thomas Hufschmid. Bei der Schwarzbrache werde im Frühling auf befallenen Flächen zunächst ein falsches Saatbeet hergestellt, um das Erdmandelgras zum Keimen zu bringen.

Sobald die Pflanzen vier Blätter hätten, würden diese maschinell abgeräumt. Da die Mandeln pro Saison mehrfach austreiben können, wird dieser Vorgang je nach Saison und Witterung vier- bis fünfmal wiederholt. Im Herbst sollte dann eine Gründüngung angelegt werden. Die Schwarzbrache müsse über mehrere Jahre wiederholt werden. Im ersten Jahr könne eine Reduktion von rund 50 Prozent erreicht werden, nach drei Jahren seien bis zu 90 Prozent möglich.

Weitere wichtige Werkzeuge

Mit einer Einzelmassnahme sei eine vollständige Tilgung allerdings nicht möglich. Massnahmen wie eine mechanische Bekämpfung, eine konkurrenzstarke Fruchtfolge und eine gezielte Herbizidstrategie seien ebenfalls wichtige Werkzeuge. Die Entsorgung des befallenen Bodens sei hingegen infolge der hohen Kosten kaum praktikabel, da niemand das Material wolle.

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