Expandierte Mineralsalze (Minex) bietet Marktleader UFA schon seit 25 Jahren an. Diese seien schmackhafter und würden besser gefressen als Mineralstoffe in Mehl- oder Pelletform, erklärte Paul Steiner, Vorsitzender der UFA-Geschäftsleitung, anlässlich einer Werksbesichtigung in Sursee LU. Eingeladen am 27. August waren Medienschaffende, Verbandsvertreter und Beratende. Am Freitag darauf wurde das 25-Jahr-Jubiläum von Minex mit rund 400 Mitarbeitenden der Landi gefeiert, über die UFA ausschliesslich seine Mineral- und Mischfutter vertreibt.
Organische Zusätze verbessern Geschmack
Beim Expandieren werden Mineralstoffe zusammen mit organischen Trägerstoffen, Spurenelementen, Vitaminvormischungen und Melasse zusammengeführt und unter hohem Druck durch eine Düse gepresst. Beim Austritt aus dem Expander entsteht die krümelige Struktur. Das Verfahren habe auch eine hygienisierende Wirkung, erklärte Urs Steiner, Standortleiter Sursee, beim Rundgang durch den Produktionsprozess. Erst im Anschluss würden Fliesshilfsmittel und Aromen zugesetzt, da diese nicht hitzebeständig seien. Expandiertes Mineralsalz sei zudem besser verfügbar als herkömmliche Mineralstoffe – das gelte für Phosphor und Magnesium ebenso wie für viele weitere Spurenelemente.
Marktanteil Minex: ein Drittel
Minex-Produkte gibt es neun verschiedene, für unterschiedliche Rationen und Produktionsphasen der Milchkühe, neu auch eines mit viel Calcium für maisbetonte Rationen.
Hergestellt werden jährlich rund 3000 t, das ist rund ein Drittel der knapp 12 000 t umfassenden gesamten UFA-Mineralsalze. Die restlichen zwei Drittel entfallen auf die Mehl- und Pelletform. Insgesamt würden in der Schweiz rund 23 000 t Mineralsalze jährlich umgesetzt, schätzt Paul Steiner. Für die zunehmenden Totalmischrationen (TMR) brauche es kein Minex, da genüge die Zugabe in Mehlform. Gleichwohl rechnet er mit weiterem Wachstum bei Minex, da dieses vor allem wegen der besseren Fressbarkeit viele Vorteile biete, allerdings auch etwas teurer als andere Mineralsalze sei. Dank der besseren Fressbarkeit und Verfügbarkeit könnten die Gehalte in den Minex-Produkten etwas gesenkt werden.
Minex weltweit einzigartig
Sämtliche UFA-Mineralsalze werden inzwischen am Standort Sursee hergestellt, über 400 verschiedene Produkte seien es, darunter auch viele Vormischungen für Kunden. Daneben werden hier auch Kälbermilchpulver und Mischfutter produziert.
Die damalige UFAG startete die Produktion in Sursee 1965, mit dem markanten, 45 m hohen Turm als Wahrzeichen. 2001 wurde die Mineralsalzmarke Minex eingeführt. Solche expandierten Mineralsalze seien bis heute weltweit einzigartig, betonte Paul Steiner.
In den letzten fünf Jahren wurde das Werk modernisiert und zehn Millionen Franken dafür investiert. UFA setze auf den Produktionsstandort Schweiz, statt Mineralstoffmischungen zu importieren. So bleibe man flexibler, könne das Know-how nutzen und könne dank der Nähe besser auf Kundenwünsche eingehen, hiess es am Werksrundgang. Die Rohstoffe stammen weitgehend aus Europa, die Vitamine aus der ganzen Welt.

Roboter stapeln und transportieren
Mit dem neu installierten Expander können eine noch homogenere Struktur, eine noch bessere Fressbarkeit und eine deutlich höhere Prozesseffizienz erreicht werden. Stolz ist Standortleiter Urs Steiner auch auf die schweizweit einzigartige «Amabox»: Die automatisierte Dosierhilfe ersetzt künftig 30 000 Handabwägungen. 1600 Boxen könnten mit 250 Rohstoffen befüllt werden, die dann vollautomatisch in die Mischungen eindosiert würden, sodass 450 verschiedene Rezepturen hergestellt werden könnten.

Zwei bis 60 Komponenten enthält eine Rezeptur. Auch die Rohkomponenten könnten sehr fein im Verhältnis 1:100 000 gemischt werden, also 10 g/t. Per Roboter automatisiert wurden auch die Absackung und Palettierung. Für die Lagerhaltung wird neu der «Agilox» eingesetzt. Der autonom fahrende Stapler orientiert sich mit drei Kameras und transportiert täglich 120 Paletten.

Grundfutter zuerst analysieren und dann ergänzen
Je nach Herkunft und Zusammensetzung enthält Raufutter mehr oder weniger Mineralien. Die Versorgungslücke für den Bedarf der Milchkuh könnten nur Mineralsalze schliessen, betonte Agronom Hansueli Rüegsegger von der UFA-Geschäftsleitung. Dürrfutterbasierte Rationen bräuchten eine andere Ergänzung als gras-, maissilage- oder weidebasierte Rationen. Je nach Körperfunktion und Produktionsphase der Milchkuh brauche es eine Vielfalt davon in unterschiedlichen Mengen: Ca, P, K, Se, Cu, Mn, Zn, Vit. A, E und Beta-Carotin für die Fruchtbarkeit oder Ca, Mg und Vit. B für die Nervenfunktion.
P-Ergänzung teilweise nötig
Der oft gezogene Schluss, man könne auf Phosphorzugaben ganz verzichten, greife zu kurz, meinte Rüegsegger im Gespräch mit der BauernZeitung – mit Verweis auf einen früheren Artikel der BauernZeitung zum Thema. Das sei allenfalls vertretbar bei Weidebetrieben mit tiefem Leistungsniveau, je nach Jahreszeit und Bestand. Bei mais- und grassilagebasierten Rationen sowie bei hohen Leistungen brauche es hingegen sicher eine P-Ergänzung. Weniger P im Mineralfutter sei aber sehr wohl ein Thema, zumal man heute von einer besseren Verfügbarkeit ausgehe – abhängig von Grundfutter und P-Quelle.
Grundfuttergehalte kennen
Hansueli Rüegsegger rät zu Analysen des Grundfutters, zumindest der Hauptkomponenten, um dessen Gehalte besser zu kennen. Bei TMR reicht eine Analyse der Grundfuttermischung. Erst aufgrund der Resultate sollte dann gezielt und betriebsindividuell mit Energie, Protein und Mineralstoffen ergänzt werden. Zwar analysiert UFA schon gegen 4000 Grundfutterproben, vor allem von Betrieben mit höheren Leistungen und einem ausgeklügelten Fütterungssystem. Das Potenzial wäre aber noch viel höher, ist Rüegsegger überzeugt. «Analysen kosten zwar etwas, aber damit kann die Fütterung noch stark optimiert werden.»

